Warum Tinte der Schlüssel zum Erfolg von CIJ-Drucksystemen ist

In der Welt der CIJ-Drucksysteme entscheidet die Tinte über den Erfolg. Eine präzise Abstimmung von Drucker und Tinte auf Substrat und Produktionsumgebung ist unerlässlich.
Weichmacherbeständige CIJ-Tinten wurden speziell für anspruchsvolle PVC-Anwendungen wie die Kabelkennzeichnung entwickelt. (Bild: Paul Leibinger GmbH)

In der Verpackungsindustrie ist die Wahl der richtigen Tinte für Continuous Inkjet (CIJ) Drucksysteme ein entscheidender Faktor. Während oft der Fokus auf den Druckern selbst, deren Geschwindigkeit und die Gesamtbetriebskosten gelegt wird, wird die Bedeutung der Tinte häufig unterschätzt. Sie ist nicht nur ein Verbrauchsmaterial, sondern ein zentraler Prozessfaktor, der darüber entscheidet, ob Codes dauerhaft lesbar sind, sicher haften und schnell trocknen.

Die Wahl der richtigen Tinte ist für viele Branchen von Bedeutung, sei es die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die Kosmetikbranche oder die Extrusionsindustrie. Unterschiedliche Materialien, hohe Produktionsgeschwindigkeiten und anspruchsvolle Umgebungen wie Kondensat, Staub und Hitze stellen hohe Anforderungen an die Tintenwahl. Zudem steigen die Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Prozesssicherheit, was die Tintenwahl zu einem echten Erfolgshebel macht.

Ein sauberer CIJ-Druck ist das Ergebnis einer optimalen Abstimmung von vier wesentlichen Faktoren: dem Druckobjekt, dem Substrat, der Produktionsgeschwindigkeit und den spezifischen Anforderungen wie Abriebfestigkeit oder Trocknungszeit. Eine nicht ideal abgestimmte Tinte kann zu Problemen wie Set-off, Schmierer oder mangelnde Haftung führen.

Kondensatresistente CIJ-Tinten gewährleisten auch auf Mehrwegflaschen unter Kühlkettenbedingungen dauerhaft lesbare Kennzeichnungen. Gleichzeitig können spezielle Formulierungen so ausgelegt werden, dass sich die Codes im Recyclingprozess gezielt wieder entfernen lassen. (Bild: Paul Leibinger)

Mehr als nur Verbrauchsmaterial

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass die Kennzeichnung auf Hart-PVC relativ unkompliziert ist, während flexible PVC-Anwendungen (z.B. Kabelummantelungen) aufgrund von Weichmachern anspruchsvoller sind. Hier zeigt sich, dass der Materialname allein nicht ausreicht; die genaue Zusammensetzung des Materials ist entscheidend.

In der CIJ-Praxis geht es nicht um „eine gute Tinte“, sondern um die richtige Eigenschaftskombination. Bei Leibinger umfasst das Portfolio rund 70 Tinten, die entwickelt, produziert und getestet werden, um die bestmögliche Kombination aus Tinte und Kennzeichnungstechnologie für die konkrete Anwendung zu bieten. Typische Eigenschaften, die in Produktionsumgebungen den Unterschied machen, sind schnelle Trocknung, hohe Temperaturbeständigkeit, Licht- und UV-Beständigkeit sowie Kondensat-Resistenz.

Unterschiedliche Materialien und Produktionsbedingungen erfordern exakt abgestimmte Tintenlösungen. Deshalb umfasst das Leibinger Portfolio rund 70 CIJ-Tinten. (Bild: Paul Leibinger)

Warum Drucker- und Tintenkompetenz zusammengehören

Ein entscheidender Vorteil entsteht, wenn Drucker und Tinte aus einer Hand kommen. Leibinger entwickelt und produziert sowohl CIJ-Drucker als auch die passenden Tinten selbst, was eine optimale Auslegung und Optimierung der Kennzeichnungslösung als Gesamtsystem ermöglicht. Dies ist relevant, da CIJ-Tinte nicht nur auf dem Material, sondern auch im System unter realen Bedingungen bestehen muss.

Ein technischer Aspekt, der oft unterschätzt wird, ist das Risiko des Eintrocknens der Tinte im Druckkopf. Leibinger hat diesen Mechanismus mit einer automatischen Düsenverschlusstechnologie gelöst, die das System bei Druckerpausen luftdicht schließt und die Tinte kontinuierlich zirkulieren lässt. Dadurch wird der sogenannte „Spuckeffekt“ vermieden, was zu einer konstant hohen Druckqualität führt.

Hochpigmentierte CIJ-Tinten ermöglichen kontrastreiche und gut lesbare Kennzeichnungen auf dunklen Substraten. (Bild: Paul Leibinger)

Auch für den Einsatz von hochpigmentierten Tinten, die verwendet werden, wenn Kontrast auf dunklen Substraten gebraucht wird, hat Leibinger eine Lösung. Die Pigmente stellen höhere Anforderungen an die Prozessführung: Sedimentation, Ablagerungen und schwankende Viskosität können Druckqualität und Stabilität beeinträchtigen. Leibinger adressiert diese Anforderungen systemseitig: Smartes Tintenmanagement mit automatisiertem Rührwerk im Tank hält Pigmente in Bewegung, reduziert Sedimentation und damit verbundene Ablagerungen und stabilisiert die Viskosität.

Der Weg zur richtigen Tinte

Für Entscheider in Produktion und Technik ist es wichtig, dass die Linie stabil läuft und Codes reproduzierbar sind. Bei modernen Materialien und Additiven ist die „richtige“ Tinte nicht per Bauchgefühl zu bestimmen. Leibinger bietet daher an, Originalmuster zu bedrucken und zu testen, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für eine stabile CIJ-Komplettlösung zu schaffen.

Quelle: Leibinger