In der Verpackungsindustrie ist die Wahl der richtigen Tinte für Continuous Inkjet (CIJ) Drucksysteme ein entscheidender Faktor. Während oft der Fokus auf den Druckern selbst, deren Geschwindigkeit und die Gesamtbetriebskosten gelegt wird, wird die Bedeutung der Tinte häufig unterschätzt. Sie ist nicht nur ein Verbrauchsmaterial, sondern ein zentraler Prozessfaktor, der darüber entscheidet, ob Codes dauerhaft lesbar sind, sicher haften und schnell trocknen.
Die Wahl der richtigen Tinte ist für viele Branchen von Bedeutung, sei es die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die Kosmetikbranche oder die Extrusionsindustrie. Unterschiedliche Materialien, hohe Produktionsgeschwindigkeiten und anspruchsvolle Umgebungen wie Kondensat, Staub und Hitze stellen hohe Anforderungen an die Tintenwahl. Zudem steigen die Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Prozesssicherheit, was die Tintenwahl zu einem echten Erfolgshebel macht.
Ein sauberer CIJ-Druck ist das Ergebnis einer optimalen Abstimmung von vier wesentlichen Faktoren: dem Druckobjekt, dem Substrat, der Produktionsgeschwindigkeit und den spezifischen Anforderungen wie Abriebfestigkeit oder Trocknungszeit. Eine nicht ideal abgestimmte Tinte kann zu Problemen wie Set-off, Schmierer oder mangelnde Haftung führen.

Mehr als nur Verbrauchsmaterial
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass die Kennzeichnung auf Hart-PVC relativ unkompliziert ist, während flexible PVC-Anwendungen (z.B. Kabelummantelungen) aufgrund von Weichmachern anspruchsvoller sind. Hier zeigt sich, dass der Materialname allein nicht ausreicht; die genaue Zusammensetzung des Materials ist entscheidend.
In der CIJ-Praxis geht es nicht um „eine gute Tinte“, sondern um die richtige Eigenschaftskombination. Bei Leibinger umfasst das Portfolio rund 70 Tinten, die entwickelt, produziert und getestet werden, um die bestmögliche Kombination aus Tinte und Kennzeichnungstechnologie für die konkrete Anwendung zu bieten. Typische Eigenschaften, die in Produktionsumgebungen den Unterschied machen, sind schnelle Trocknung, hohe Temperaturbeständigkeit, Licht- und UV-Beständigkeit sowie Kondensat-Resistenz.

Warum Drucker- und Tintenkompetenz zusammengehören
Ein entscheidender Vorteil entsteht, wenn Drucker und Tinte aus einer Hand kommen. Leibinger entwickelt und produziert sowohl CIJ-Drucker als auch die passenden Tinten selbst, was eine optimale Auslegung und Optimierung der Kennzeichnungslösung als Gesamtsystem ermöglicht. Dies ist relevant, da CIJ-Tinte nicht nur auf dem Material, sondern auch im System unter realen Bedingungen bestehen muss.
Ein technischer Aspekt, der oft unterschätzt wird, ist das Risiko des Eintrocknens der Tinte im Druckkopf. Leibinger hat diesen Mechanismus mit einer automatischen Düsenverschlusstechnologie gelöst, die das System bei Druckerpausen luftdicht schließt und die Tinte kontinuierlich zirkulieren lässt. Dadurch wird der sogenannte „Spuckeffekt“ vermieden, was zu einer konstant hohen Druckqualität führt.

Auch für den Einsatz von hochpigmentierten Tinten, die verwendet werden, wenn Kontrast auf dunklen Substraten gebraucht wird, hat Leibinger eine Lösung. Die Pigmente stellen höhere Anforderungen an die Prozessführung: Sedimentation, Ablagerungen und schwankende Viskosität können Druckqualität und Stabilität beeinträchtigen. Leibinger adressiert diese Anforderungen systemseitig: Smartes Tintenmanagement mit automatisiertem Rührwerk im Tank hält Pigmente in Bewegung, reduziert Sedimentation und damit verbundene Ablagerungen und stabilisiert die Viskosität.
Der Weg zur richtigen Tinte
Für Entscheider in Produktion und Technik ist es wichtig, dass die Linie stabil läuft und Codes reproduzierbar sind. Bei modernen Materialien und Additiven ist die „richtige“ Tinte nicht per Bauchgefühl zu bestimmen. Leibinger bietet daher an, Originalmuster zu bedrucken und zu testen, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für eine stabile CIJ-Komplettlösung zu schaffen.
Quelle: Leibinger






