RePack beendet Mehrwegservice für Mode-E-Commerce

Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit fehlenden regulatorischen Impulsen.
Bild: RePack

Der finnische Mehrwegverpackungsanbieter RePack zieht sich aus dem Geschäft mit wiederverwendbaren Versandverpackungen für den Mode-E-Commerce zurück. Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit fehlenden regulatorischen Impulsen und einer nachlassenden Priorisierung von Nachhaltigkeitsthemen in der Branche.

RePack war 2011 mit dem Ziel gestartet, das aus Finnland bekannte Pfandsystem auf den Onlinehandel zu übertragen. Nach eigenen Angaben arbeitete das Unternehmen in den vergangenen Jahren mit mehr als 300 Marken in Europa und Nordamerika zusammen, darunter H&M, Zalando, Inditex und Amazon.

Das Unternehmen erklärt, dass es vor zwei Jahren noch von einer stärkeren Förderung von Mehrwegverpackungen durch die europäische Verpackungsverordnung PPWR ausgegangen sei. Damals habe die Erwartung bestanden, dass ab 2030 ein erheblicher Anteil der Verpackungen wiederverwendbar sein müsse.

Kritik an Ausnahmen in der PPWR

Nach Angaben von RePack wurden jedoch Versandtaschen, Versandbeutel und Kartons von den entsprechenden Mehrwegvorgaben ausgenommen. In einer Stellungnahme macht das Unternehmen dafür den Einfluss von Lobbygruppen verantwortlich.

Gleichzeitig verweist RePack auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Mehrere Jahre globaler Krisen und Unsicherheiten hätten dazu geführt, dass Nachhaltigkeitsziele in vielen Unternehmen hinter andere Prioritäten zurückgetreten seien. Zwar werde Nachhaltigkeit weiterhin als wichtig bezeichnet, in der praktischen Umsetzung habe sie jedoch häufig geringere Priorität.

Fokus künftig auf Kreislaufwirtschaft und Technologie

Mit der Einstellung des Mehrwegservices für den Mode-E-Commerce endet ein Geschäftsmodell, das zu den frühen Pionieransätzen für wiederverwendbare Versandverpackungen im Onlinehandel gehörte. RePack kündigte an, sich künftig auf neue Geschäftsbereiche an der Schnittstelle von Kreislaufwirtschaft und Technologie zu konzentrieren. Weitere Details sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Parallel bietet das Unternehmen verbliebene Bestände seiner wiederverwendbaren Versandtaschen zum Verkauf an. Die Verpackungen sollen sich insbesondere für interne Logistik- und Versandanwendungen eignen.

Quelle: RePack