Der Druck auf natürliche Ressourcen zwingt die Verpackungsindustrie, ihre Materialwahl zu überdenken. Angesichts der steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Rohstoffen in verschiedenen Sektoren, darunter Verpackung, Energie und Bauwesen, fordert MM Board & Paper ein stärkeres Engagement für Recyclingfasern. Diese sollten als wertvoller Rohstoff im Kreislauf gehalten werden, anstatt als Abfall betrachtet zu werden.
Laut MM Board & Paper reicht die bloße Fähigkeit zur Wiederverwertung nicht aus. Papier- und Kartonverpackungen verfügen zwar über eine der effizientesten Recyclinginfrastrukturen in Europa, doch die eigentliche Kreislaufwirtschaft entsteht erst, wenn zurückgewonnene Fasern in großem Umfang in neue Produkte integriert werden. Die Umsetzung der Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) und die Gebührenstrukturen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) erhöhen den Druck auf die Branche, sich stärker auf Recycling zu konzentrieren.
„Recyclingfähigkeit ist nur der Ausgangspunkt. Verpackungen werden erst dann wirklich zirkulär, wenn zurückgewonnene Fasern gesammelt, aufbereitet und erneut in neuen Produkten eingesetzt werden. Wenn die Nachfrage nach Recyclinganteilen sinkt, verliert das gesamte Rücknahmesystem an Wert.“
Katja Tuomola, Head of Group Sustainability & Marketing Communications bei MM Group
Forschung unterstützt die Wiederverwendbarkeit
Unabhängige Forschung, durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz, zeigt, dass Papierfasern über 25-mal recycelt werden können, ohne dass die Qualität signifikant leidet. Dies unterstreicht die Auffassung von MM Board & Paper, dass Recyclingfasern nicht als Abfall, sondern als wertvoller Rohstoff betrachtet werden sollten.
Während die Nachfrage nach Frischfasern steigt und der Wettbewerb um Waldressourcen zunimmt, wachsen auch die Kosten für Sammlung und Rückführung. EPR-Gebührenstrukturen, die auf Gewicht basieren, könnten zudem leichtere Materialien auf Frischfaserbasis attraktiver erscheinen lassen.
„Es geht nicht um ein Entweder-oder zwischen Frisch- und Recyclingfaser. Frischfaser hat dort ihre Berechtigung, wo sie technisch erforderlich ist. Die Annahme jedoch, Frischfaser sei automatisch die Premiumlösung und Recyclingfaser nur ein Kompromiss, ist überholt.“
Jürgen Kleinrath, CSO Board & Paper
Nachhaltige Vorteile von Recyclingpapier
Eine vom Umweltbundesamt Deutschland beauftragte Studie zeigt, dass die Herstellung von Recyclingpapier im Vergleich zu Frischfaserpapier erheblich weniger Wasser, Energie und CO₂-Emissionen verursacht. Diese Ergebnisse sollten in die Diskussion über Materialentscheidungen einfließen, insbesondere angesichts strengerer regulatorischer Anforderungen und wachsender Konsumentenwahrnehmung.

Laut einer Studie von Perspectus Global wirken Marken, die Recyclingkarton verwenden, auf 80 Prozent der Verbraucher verantwortungsbewusster. 69 Prozent der Befragten bevorzugen aktiv Recyclingkarton, wenn die Verpackung ansonsten identisch ist.
Die richtige Faser für die richtige Anwendung
Für MM Board & Paper basieren die überzeugendsten Verpackungsstrategien auf der Wahl der richtigen Faser für die richtige Anwendung – unter Berücksichtigung von Leistungsanforderungen, regulatorischem Rahmen, Gesamtkosten des Materials und der umfassenderen Umweltwirkung.
Jürgen Kleinrath: „Fasern sind zu wertvoll, um sie nur einmal zu nutzen. Wenn die Infrastruktur zur Sammlung und zum Recycling von Papier bereits vorhanden ist, dann besteht die nächste Verantwortung darin, diese Fasern im Kreislauf zu halten. Das bedeutet, Recyclinganteile dort festzulegen, wo sie sinnvoll sind, modernem Recyclingkarton dort zu vertrauen, wo er die erforderliche Leistung erbringt, und Materialentscheidungen so zu treffen, dass das zirkuläre System gestärkt wird.“
Quelle: MM Board & Paper






