Baiersbronn Frischfaser Karton stellt Insolvenzantrag

Hohe Energiekosten und Überkapazitäten belasten das Geschäft.
Bild: Folbb Group (mit KI nachbearbeitet)

Die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH (Folbb Group) hat beim Amtsgericht Rottweil einen Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Sanierungsexperte Dr. Jan Markus Plathner von Brinkmann & Partner bestellt. Der Geschäftsbetrieb des Kartonherstellers mit rund 220 Beschäftigten soll uneingeschränkt fortgeführt werden.

Die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH produziert am Standort Baiersbronn hochwertigen Frischfaserkarton für Faltschachteln, die vor allem in der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie eingesetzt werden. Das Unternehmen erzielt nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro und zählt zu den bedeutenden Herstellern von Frischfaserkarton in Europa.

Hohe Energiekosten und Überkapazitäten belasten das Geschäft

Als Gründe für den Insolvenzantrag nennt das Unternehmen die anhaltend hohen Energiekosten, strukturelle Überkapazitäten in der europäischen Kartonbranche sowie das schwierige Marktumfeld. Trotz eingeleiteter Kostensenkungsmaßnahmen habe die Liquidität nicht dauerhaft stabilisiert werden können.

Dr. Jan Markus Plathner werde gemeinsam mit seinem Team die wirtschaftliche Situation analysieren und Maßnahmen zur Stabilisierung des Unternehmens einleiten. Die Löhne und Gehälter der rund 220 Beschäftigten sind über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung für die Monate Juni, Juli und August 2026 gesichert.

„Unser Fokus liegt zunächst auf der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und der Lieferfähigkeit. Parallel schaffen wir Transparenz über die wirtschaftliche Situation und prüfen Sanierungsoptionen. Ziel ist es, im Rahmen eines strukturierten Prozesses zeitnah eine Investorenlösung zu realisieren, welche auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter langfristig sichert.“

Dr. Jan Markus Plathner

Geschäftsbetrieb läuft weiter

Der Geschäftsbetrieb wird nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters ohne Einschränkungen fortgeführt. Zudem wurden bereits Gespräche mit Kunden, Lieferanten und weiteren Geschäftspartnern aufgenommen, um die Lieferfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Parallel soll ein strukturierter Investorenprozess gestartet werden.

Quelle: Brinkmann & Partner