Industriegüter weltweit sicher und nachhaltig unterwegs

Güter werden weltweit transportiert und stellen hohe Anforderungen an ihre Verpackungen. (Bild: Wolfgang Weiser/unsplash)
Globale Handelsströme, strengere gesetzliche Vorgaben und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen fordern von Unternehmen neue Lösungen für die Verpackung ihrer Industriegüter entlang der gesamten Verpackungs- und Logistikkette.

Transportverpackungen wie Paletten, Fässer oder Großladungsträger sollen künftig nicht nur effizient schützen, sondern auch ein integraler Bestandteil der Circular Economy sein. So setzt etwa der Palettenhersteller Craemer mit dem Rezyklatrohstoff Zero Virgin ein Zeichen: Die neu entwickelte E3-5 Palette besteht aus vollständig recyceltem Polyethylen und erfüllt dennoch die Standards von Neuware – ein Paradebeispiel für industrielle Kreislauffähigkeit.

Auch die Umreifungsbranche zeigt, wie Recyclinglösungen marktfähig werden. Mit dem Projekt „Loop that!“ ruft Hersteller Mosca ein geschlossenes Kreislaufsystem für Umreifungsbänder ins Leben und lädt außerdem Wettbewerber ein, gemeinsam einen standardisierten, industrieweiten Kreislauf zu schaffen. Im Holzbereich hat der HPE-Verband mit HPECycle ein Pfandsystem für Paletten und Holzpackmittel gestartet. Regional abgegebene Verpackungen werden geprüft, instand gesetzt und dem Wirtschaftskreislauf erneut zugeführt.

Materialien im Fokus: Vom Stahlfass bis zur Hybrid-Box

Auch in der klassischen Industrieverpackung geht der Trend klar in Richtung CO₂-Reduktion und Materialmix. So hat Greif seine nachhaltige EcoBalance-Linie kürzlich über Kunststoffe hinaus um Stahlfässer aus emissionsarmem XCarb-Stahl von ArcelorMittal erweitert, der zu 60 Prozent weniger CO₂-Emissionen verursacht.

Mit dem Combi-Stahlfass vereint Schütz Korrosionsfreiheit und chemische Resistenz von Kunststoff mit der Stabilität von Stahl. (Bild: Schütz)
Schütz kombiniert derweil Stahl und HDPE zu einem besonders widerstandsfähigen Combifass mit doppeltem Leckageschutz – ideal für aggressive oder korrosive Füllgüter.

Großladungsträger wie der CabFold Hybrid von Cabka, gefertigt zu 94 Prozent aus Rezyklat, bieten mit faltbarer Konstruktion und über 750 Litern Volumen maximale Funktionalität bei minimalem Ressourcenverbrauch. Ergänzt wird das Angebot durch Werits Intrabox, ein modulares Behältersystem mit einem PP-Rezyklatanteil von 40 und ergonomischer Handhabung.

Smart kennzeichnen und lückenlos verfolgen

Die Digitalisierung verändert auch die Kennzeichnung industrieller Verpackungen. Herma und Cab setzen auf nachhaltige Logistiketiketten ohne Trägermaterial – silikonfrei, nichtklebrig, aber hoch funktional. Gleichzeitig ebnet der Digitale Produktpass den Weg für intelligente Rückverfolgbarkeit.

Der neue Cab Druckspender Hermes QL ist ausgelegt für ressourcenschonende Etiketten aus dem Herma InNo-Liner Haftmaterial. (Bild: Herma/Cab)
REA Elektronik bringt mit dem 100-Watt-starken REA Laser CL100 sowie dem REA Jet HR NX-Tintenstrahldrucker leistungsfähige Systeme für die Direktbeschriftung auf Kunststoffen, Folien und neuen Monomaterialverpackungen auf den Markt. Diese erfüllen nicht nur neue Normen, sondern unterstützen auch die Umsetzung des Digitalen Produktpasses.

KI und 3D-Vermessung im Logistikalltag

Besonders innovativ ist der Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Vermessung von Packstücken. Krones nutzt ein gemeinsam mit der Telekom MMS entwickeltes KI-basiertes System zur präzisen 3D-Vermessung der Packstücke. Die Lösung basiert auf modernster LiDAR-Technologie (Light Detection and Ranging) und nutzt drei Time-of-Flight-Kameras, um die unterschiedlich dimensionierten Packstücke vollständig zu erfassen. Die KI-gestützte Auswertung erkennt selbst komplexe und unregelmäßige Konturen zuverlässig und vermisst sie präzise. Das System erreicht dabei eine Genauigkeit mit einer Durchschnittsabweichung von weniger als einem Zentimeter.

Hinweis: Dieser Artikel entstand auf Basis eines Fachartikels, den das packaging journal zur freien Verfügung für interessierte Medien im Auftrag der interpack 2026 erstellt hat. Den Originalartikel finden Sie hier. Mehr zu Verpackungslösungen für Industriegüter erfahren Sie live auf der interpack 2026 vom 7. bis 13. Mai in Düsseldorf.