KHS: Die Macht der Verpackung

In der Getränke- und Verpackungsindustrie sind Flexibilität, Nachhaltigkeit und Automatisierung für die Zukunft von herausragender Bedeutung – beispielsweise mittels ganzheitlich gedachter Linienlösungen von KHS.
Im Fokus stehen die Entwicklung und Etablierung nachhaltiger Verpackungslösungen. (Bild: Frank Reinhold)

Politische Krisen, wirtschaftliche Instabilität, Fachkräftemangel und wachsende regulatorische Anforderungen: Die Getränke- und Verpackungsindustrie steht vor massiven Umbrüchen. Deshalb sind Flexibilität, Nachhaltigkeit und Automatisierung für die Zukunft von herausragender Bedeutung – beispielsweise mittels optimal orchestrierter Linienlösungen.

Wer kennt das nicht? Man steht im Supermarkt vor einer Wand aus Farben, Formen und Versprechen. Das Auge wandert suchend über das prall gefüllte Regal und bleibt plötzlich hängen. Während der Kopf noch abwägt, hat das Auge oft schon entschieden. In solchen Situationen wird die Verpackung oft zum Zünglein an der Waage. Damit sie Konsumenten wie Unternehmen gleichermaßen überzeugt, muss das Gesamtpaket stimmen: ein ansprechendes Design kombiniert mit kompromisslosem Produktschutz und nachhaltigen Materialien bei attraktiven Kosten.

Diesen hohen Anforderungen begegnet beispielsweise die KHS-Gruppe mit ihrer ganzheitlich gedachten Linienstrategie. Diese setzt beim Verpackungsdesign an und gipfelt in der Entwicklung optimal orchestrierter Linienlösungen, die sowohl auf die Anforderungen des Markts als auch die individuellen Kundenbedürfnisse ideal abgestimmt sind. „Dadurch ermöglichen wir unseren Kunden maximal flexible, verlässliche und wirtschaftliche Prozesse“, bringt es Ernst van Wickeren, Product Manager Packaging bei KHS, auf den Punkt.

Mit dem BottleClip Carrier lassen sich PET-Flaschen zu stabilen Gebinden zusammenfügen. (Bild: Frank Reinhold)

Schlüssel zum Erfolg

Dank dieser strategischen Ausrichtung kann der Global Player seine Kunden maßgeblich bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen unterstützen. Hierzu zählen auf der einen Seite die unruhige politische Weltlage mit zunehmenden Konflikten und den daraus resultierenden negativen wirtschaftlichen Folgen wie steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sowie anhaltenden Lieferkettenschwierigkeiten. Zusätzliche Instabilität bringt die unvorhersehbare Zollpolitik der USA mit sich, da sie für Unternehmen massive Unwägbarkeiten und finanzielle Belastungen bedeutet.

Auf der anderen Seite kämpfen viele Produzenten im Getränke- und Lebensmittelsektor mit einem akuten Fachkräftemangel. Die Verfügbarkeit von qualifiziertem Bedienpersonal hat in den vergangenen Jahren weltweit abgenommen. Im Gegenzug stieg die Nachfrage nach voll- oder teilautomatischen Lösungen stark an. Zu beträchtlichen Herausforderungen führen ebenfalls die vielfältigen rechtlichen Vorgaben, mit denen Unternehmen der Getränke- und Verpackungsindustrie weltweit konfrontiert sind. Unter anderem bringt die PPWR weitreichende und noch nicht vollends absehbare Veränderungen für die Branche mit sich. Gefordert werden hier ressourcenschonende Verpackungen und der vermehrte Einsatz von recycelten Materialien. Die weltweite Nachfrage nach kunststoffarmen beziehungsweise -freien Lösungen hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, vor allem bei Sekundärverpackungen. Der Trend hat sich ganz klar in Richtung Karton und Papier sowie Kunststofffolien mit hohem Rezyklatanteil verschoben.

Vielfältiges Verpackungs- und Anlagenportfolio

Komplettanbieter mit umfassendem Verpackungs- und Anlagenportfolio wie KHS können jederzeit kompetent Lösungen für sich verändernde Marktbedingungen bieten. Exemplarisch hierfür steht die Weiterentwicklung einer vollautomatischen Verpackungsmaschine des Unternehmens, die den Anwendern ein Höchstmaß an Flexibilität bietet: Sie verpackt PET- und Glasflaschen sowie Dosen in Tray, Folie, Tray und Folie sowie Pad und Folie.

Auf der interpack präsentieren wir unsere vielfach im Markt bewährte Innopack Kisters TSP Advanced erstmals mit Option zur Applikation des patentierten BottleClips.

Ernst van Wickeren, Product Manager Packaging bei KHS

Ein Kartontragegriff fügt hierbei PET-Behälter zu stabilen Packs zusammen. Er repräsentiert eine ressourcenschonende Alternative zu Kunststoffringlösungen, die mittlerweile in einigen Ländern verboten sind. „Die neue Option mit BottleClip ist für alle gängigen Maschinen der Advanced-Baureihe verfügbar. Sie sind speziell für den Hochleistungssektor entwickelt. Die Innopack Kisters TSP Advanced verarbeitet beispielsweise bis zu 7.200 Gebinde pro Stunde“, erläutert der Experte.

Neben Lösungen wie dem BottleClip erfreuen sich aktuell auch Papierumverpackungen sowie Kartonaufsätze, die Dosen am oberen Rand zu stabilen Packs zusammenführen, großer Beliebtheit: Das Carton Nature Pack (CNP) von KHS verzichtet dabei vollständig auf den Einsatz von Kunststoff.

Ressourcenschonende Verpackungen

In vielen Regionen der Welt, insbesondere Asien, Afrika und Südamerika, dominieren Sekundärverpackungen aus Folie und PET-Flaschen weiterhin den Markt. „KHS nimmt unter anderem mit dem Nature MultiPack (NMP) eine wichtige Rolle bei der Etablierung kunststofffreier nachhaltiger Verpackungen auf globaler Ebene ein“, betont Ernst van Wickeren. Das NMP kommt komplett ohne Pappe und Folie aus: Dosen oder PET-Flaschen werden ausschließlich mittels kleiner Klebepunkte zu festen Gebinden zusammengefügt. Ziel ist es, Unternehmen weltweit bei der Entwicklung von nachhaltigen Verpackungen zu unterstützen: ob im Sekundärbereich mit Folie, Karton, Papier und Klebepunkten oder im Primärbereich mit Dose, Karton, Glas und PET. Dabei gilt es, Nachhaltigkeitsziele der Unternehmen sowie gesetzliche Vorgaben vollumfänglich zu erfüllen. Bei Kunststofflösungen setzt der Dortmunder Verpackungs- und Linienspezialist insbesondere auf den vermehrten Einsatz von Rezyklat und Lightweighting.

Das Nature MultiPack fügt Dosen und PET-Flaschen mittels kleiner Klebepunkte zu festen Gebinden zusammen. (Bild: Frank Reinhold)

Zwei wegweisende Flascheninnovationen stehen exemplarisch für diese strategische Ausrichtung. Die Premium Lite-Flasche vereint minimalen Materialeinsatz mit einer hochwertigen Optik. Der PET-Behälter ist mit 6,2 Gramm Gewicht bei einem Volumen von 0,25 Litern extrem leicht. Trotz Lightweighting ist die in Kooperation mit Husky Technologies entstandene Flasche optimal für höchste Abfüllgeschwindigkeiten ausgelegt.

Mit der Entwicklung der Supreme-Flasche hat der Systemanbieter den Schutz von sauerstoffempfindlichen Getränken auf ein neues Niveau gehoben. Die Premiumflasche aus PET kombiniert die schützenden Eigenschaften von Glas mit den Gewichtsvorteilen von Kunststoff. Sie setzt dabei auf die weltweit im Markt etablierte Plasmax-Barrieretechnologie von KHS: eine hauchdünne Schicht aus Siliziumoxid auf der Innenseite der PET-Flasche, die hochsensible Produkte wie Saft, CSD, Bier, Tee, Wein sowie flüssige Lebensmittel zuverlässig vor Oxidation beziehungsweise dem Verlust von Kohlenstoffdioxid schützt. „Die Plasmax-Beschichtung kann bei Lightweight-Lösungen sowie bei Flaschen aus Virgin-PET oder aus bis zu 100 Prozent Rezyklat eingesetzt werden“, so van Wickeren. Sie löst sich im Standardrecyclingprozess vollständig auf. Im Gegensatz zu herkömmlichen Barrierematerial-Verbundlösungen wie Scavenger und Multilayer, die das Recycling erschweren, bleibt die Sortenreinheit des PET erhalten. Dadurch sind Flaschen mit Plasmax-Beschichtung umfassend recyclingfähig und bestens für den geschlossenen PET-Wertstoffkreislauf geeignet.

Die jüngsten Beispiele für PET-Kompetenz. (bild: Frank Reinhold)

Ganzheitliche Kompetenz aus einer Hand

Die Entwicklung von ressourcenschonenden und zukunftsfähigen Verpackungen ist komplex. Deshalb bietet KHS seinen Kunden einen ganzheitlichen Beratungsservice für Behälterlösungen: Bottles & Shapes bringt verbraucher- und umweltfreundliches Design, zuverlässiges Linienverhalten sowie die effiziente Nutzung von Ressourcen ins Gleichgewicht, bei PET/rPET ebenso wie bei Glasflaschen und Dosen. Die Experten begleiten die Kunden dabei vom ersten Design bis zur Einführung des Produkts, das optimal auf die individuellen Anforderungen der Unternehmen abgestimmt ist.

Das breit gefächerte Serviceportfolio des Unternehmens ist darauf ausgelegt, langfristig höchste Anlagenverfügbarkeit bei geringer TCO sicherzustellen. Dazu zählen beispielsweise Ferndiagnose- und Fernwartungssysteme. Dank automatisierter Linienumrüstung sind Formatwechsel innerhalb von 30 Minuten und Produktwechsel sogar innerhalb von zehn Minuten möglich. Mit der iflex-Option bei PET-Linien werden bis zu 80 Prozent aller manuellen Tätigkeiten im Rahmen der Linienumrüstung überflüssig. Im Bereich Automatisierung profitieren Anwender auch von der KI-gestützten Inspektionstechnik bei Tethered Caps.

„Der Schlüssel zum Erfolg ist die enge Betreuung der Kunden durch Spezialisten und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, hebt van Wickeren hervor. Im Fokus stehen stets die individuellen Bedürfnisse und Herausforderungen der Unternehmen: sei es bei der Konzeption einer kompletten Linie oder bei der Überholung einer Bestandsmaschine. Dadurch bietet KHS seinen Kunden entsprechend ihren Bedürfnissen eine konstant hohe Qualität, zuverlässige Performance sowie maximale Effizienz und Flexibilität.

http://www.khs.com