Kommissionieren mit KI-Pickrobotik von Sereact

MS Direct automatisiert die AutoStore-Kommissionierung mit KI-Pickrobotik von Sereact und verarbeitet Aufträge auch im Nachtbetrieb.
Der Pickroboter von Sereact verarbeitet selbständig rund 1.500 Single-Pick-Aufträge am Tag. (Bild: Sereact)

Der Logistikdienstleister MS Direct setzt erstmals eine KI-basierte Pickrobotik von Sereact zur automatisierten Kommissionierung am Port seines AutoStores ein. Das System verarbeitet täglich rund 1.500 Aufträge – auch im Nachtbetrieb.

Die MS Direct AG hat an ihrem größten Fulfillment-Standort in Arbon (Schweiz) einen weiteren Schritt in Richtung Automatisierung umgesetzt. Erstmals wird dort die Kommissionierung an seinem AutoStore-Port automatisiert durchgeführt. Zum Einsatz kommt eine KI-basierte Pick-and-Place-Lösung des Softwareunternehmens Sereact, die laut Unternehmen ohne vorheriges Anlernen neuer Artikel auskommt.

Ausgangspunkt für das Projekt war die hohe Artikelvielfalt im Lager. Am Standort Arbon sind nach Unternehmensangaben mehr als 60.000 unterschiedliche SKUs im AutoStore-System im Umlauf. Diese Heterogenität habe bisher eine weitergehende Automatisierung im Pickprozess erschwert, da viele Produkte dem erstgetesteten Pickroboter unbekannt waren. Die Kommissionierung erfolgte daher überwiegend manuell.

Unterstützung durch künstliche Intelligenz

Die eingesetzte Lösung von Sereact analysiert jetzt jedes Objekt visuell in Echtzeit und erkennt Merkmale wie Form, Material oder Farbe. Auf dieser Basis wählt das System selbstständig eine geeignete Greifstrategie. Möglich wird dies durch ein KI-gestütztes Vision Language Action Model, das unterschiedliche Pickstrategien ohne manuelle Datenerfassung anwenden kann.

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Die Robotiklösung analysiert jedes Objekt visuell in Echtzeit und erkennt Merkmale wie Form, Material oder Farbe. (Bild: Sereact)

Nach Angaben von MS Direct verarbeitet der Roboter heute rund 1.500 Single-Pick-Aufträge pro Tag. Besonders relevant ist der Einsatz in der Nacht: Während das AutoStore-System zuvor überwiegend tagsüber genutzt wurde, übernimmt der Roboter nun in den Nachtstunden vorbereitende Kommissionieraufgaben für den Folgetag. Dadurch steigt der Durchsatz, gleichzeitig wird der Personalbedarf zu Randzeiten reduziert.

Ziel des Projekts war es, einfache und repetitive Tätigkeiten zu automatisieren und Mitarbeitende gezielt für komplexere Aufgaben einzusetzen. Laut Unternehmen hat sich zudem die Fehleranfälligkeit im AutoStore verringert und die Prozesssicherheit erhöht. Wirtschaftlich habe sich die Investition nach rund neun Monaten amortisiert.

MS Direct prüft derzeit, die automatisierte Pickrobotik schrittweise auf weitere AutoStore-Ports am Standort Arbon auszuweiten. Auch an anderen Standorten wird eine Automatisierung in Betracht gezogen, sobald die technischen Voraussetzungen gegeben sind. Darüber hinaus befindet sich das Unternehmen nach eigenen Angaben im Austausch mit Sereact über den möglichen Einsatz weiterer KI-basierter Lösungen, etwa für Bestandsüberwachung und Qualitätskontrolle.

Quelle: Sereact