Tesco hat in seinem Sustainability Report 2026 zahlreiche Maßnahmen rund um Verpackungen, Recycling und Wiederverwendung vorgestellt. Der britische Handelskonzern setzt dabei verstärkt auf Verpackungsreduktion, Mehrwegsysteme und die Vorbereitung auf neue regulatorische Vorgaben.
Tesco verfolgt nach eigenen Angaben seit 2019 eine „4Rs“-Strategie für Verpackungen: Remove, Reduce, Reuse, Recycle. Ziel sei es, Verpackungen möglichst zu vermeiden, Materialeinsatz zu reduzieren, Mehrweglösungen auszubauen und verbleibende Verpackungen recyclingfähig zu gestalten.
99 Prozent der Eigenmarkenverpackungen recyclingfähig
Laut Bericht sind inzwischen 99 Prozent der Tesco-Eigenmarkenverpackungen in Großbritannien recyclingfähig, wenn neben der haushaltsnahen Sammlung auch Sammelstellen im Handel berücksichtigt werden.
Das ursprünglich gesetzte Ziel, bis 2025 sämtliche Eigenmarkenverpackungen recyclingfähig zu machen, wurde damit allerdings knapp verfehlt. Tesco verweist darauf, dass bestimmte Komponenten weiterhin schwer recycelbar seien oder aus Gründen der Produktsicherheit benötigt würden – etwa Verschlüsse bei Milchflaschen oder Korken bei Weinflaschen.
Parallel dazu meldet das Unternehmen umfangreiche Einsparungen bei Kunststoffverpackungen. So seien mehr als 18 Millionen Kunststoffteile bei vorverpackten Avocados entfernt worden. Hinzu kommen laut Bericht fast fünf Millionen eingesparte Kunststoffteile bei Beerenverpackungen sowie mehr als vier Millionen bei exotischen Früchten.
Im Großhandelsbereich stellte Tesco zudem Verpackungen für Catering-Pilze von Kunststoff auf Kartontrays um. Dadurch sollen jährlich mehr als 280 Tonnen Kunststoffabfall eingespart werden.
Fokus auf Wiederverwendung und Mehrweg
Ein Schwerpunkt des Berichts liegt auf Mehrweg- und Rücknahmesystemen. Tesco hat den Vorsitz der britischen „Reuse Packaging Partnership“ übernommen. Die Initiative vereint neun große Lebensmittelhändler und arbeitet gemeinsam mit WRAP sowie der britischen Regierung an standardisierten Mehrwegsystemen für den Lebensmitteleinzelhandel. Ziel sei es, Einwegverpackungen bis 2030 deutlich zu reduzieren.
Zudem bereitet sich Tesco intensiv auf die Einführung von Pfand- und Herstellerverantwortungssystemen vor. Der Konzern unterstützt nach eigenen Angaben die Umsetzung eines britischen Deposit Return Scheme (DRS) bis Herbst 2027 und arbeitet gleichzeitig an den Anforderungen der Extended Producer Responsibility (EPR).
Bereits laufende Pfandsysteme in Irland, der Slowakei und Ungarn zeigen laut Tesco hohe Rücklaufquoten. In Ungarn wurden nach Unternehmensangaben bereits mehr als 500 Millionen Flaschen zurückgegeben.
Kunststoff-Sammlung und Kreislaufprojekte
Tesco verweist außerdem auf den Ausbau eigener Sammelsysteme für schwer recycelbare Kunststoffverpackungen. In großen britischen Filialen können Kunden Softplastik wie Brotbeutel oder Chipsverpackungen zurückgeben. Teile des Materials werden anschließend zu Produkten wie Einkaufstaschen, Gartenmöbeln oder Pflanzkästen verarbeitet.
Darüber hinaus testet Tesco gemeinsam mit Mondelez alternative Verpackungslösungen: Im Oktober 2025 startete ein Pilotprojekt mit rund 300.000 papierbasierten „Cadbury Heroes“-Behältern anstelle von Kunststoffverpackungen.
Quelle: Tesco





