Verpackungsmaschinenbauer im Flow

Im 70. Jubiläumsjahr der Hugo Beck Maschinenbau GmbH & Co. KG stand das Familienunternehmen 2025 an einem besonderen Wendepunkt. Mit Jonas und Simon Beck übernahmen zwei Enkelsöhne des Firmengründers die Geschäftsführung. Sie sind angetreten, die Erfolgsgeschichte des Unternehmens in dritter Generation fortzuschreiben.

1955 gründete Hugo Beck im schwäbischen Dettingen an der Ems die gleichnamige Firma, die sich unter seiner Führung in den Folgejahren von einem lokalen Ein-Mann-Betrieb zu einem weltweit agierenden mittelständischen Unternehmen entwickelte, das heute ein führender Hersteller von horizontalen Folien- und Papierverpackungsmaschinen sowie Automatisierungslösungen im Leistungsbereich von 3.000 bis 18.000 Takten pro Stunde ist.

Unermüdlicher persönlicher Einsatz, unternehmerischer Weitblick, Zielstrebigkeit und Begeisterungsfähigkeit waren die Grundlagen des erfolgreichen Wirkens des Firmengründers, bis er nach mehr als 35 Jahren 1992 als Geschäftsführer ausschied. Die frühe Spezialisierung auf kundenindividuelle horizontale Folienverpackungssysteme begründete den anhaltenden Erfolg.

In zweiter Generation prägte Eigentümer Dieter Beck als Geschäftsführer fast 30 Jahre die Entwicklung des Unternehmens. Er stand für Weitsicht und den Anspruch, stets einen Schritt voraus zu sein. Auch war es ihm ein Anliegen, dass das Unternehmen familiengeführt bleibt. So trat sein Sohn Simon Beck bereits vor sechs Jahren als Produktionsleiter und Prokurist ins Unternehmen ein.

2021 wurde Timo Kollmann zum Mitgeschäftsführer, der gemeinsam mit Curt-Jürgen Raiser bis ins Jahr 2025 die Führungsspitze des Unternehmens bildete. Während seiner langjährigen Führungserfahrung als internationaler Vertriebsleiter bei Hugo Beck hatte Kollmann bereits maßgeblich die strategische Ausrichtung innerhalb des horizontalen Verpackungsbereichs geprägt. Die mit dem Führungswechsel einhergehenden organisatorischen Veränderungen stellten die Weichen für eine nachhaltige Weiterentwicklung in den kommenden Jahren. „Hugo Beck ist heute in vielen Branchen als Spezialist für kundenindividuelle horizontale Folienverpackungsmaschinen und für die hohe Qualität seiner Flowpack-, Beutel- und Schrumpfverpackungslösungen bekannt. Unser neues Managementteam wird die jahrzehntelange exzellente Führungsarbeit von Dieter Beck nahtlos weiterführen“, erklärte Timo Kollmann anlässlich seiner damaligen Ernennung.

Meilensteine in der Geschichte

Es gab mehrere entscheidende Etappen in der Entwicklung des Unternehmens. Der Start mit den ersten Folienverpackungsmaschinen in den frühen 1960er-Jahren war ein großer Schritt. In den 1970er-Jahren folgte dann die Markteinführung erster automatischer horizontaler Schlauchbeutelmaschinen: zu dieser Zeit ein echter Durchbruch. Ein weiterer Höhepunkt war der Einsatz von Servoantriebstechnik in den 1990er-Jahren. Sie eröffnete neue Möglichkeiten für höhere Präzision und bessere Maschinensteuerung und machte das Unternehmen zum Technologieführer im Bereich horizontaler Folienverpackungsmaschinen. Im Jahr 2015 kamen robotergestützte Systeme als Teil der Automatisierungslösungen hinzu. Heute können Kunden zwischen einer Stand-alone-Anlage oder einer hoch automatisierten Komplettlösung entscheiden, die vollständig in ihre Produktionsumgebung integriert ist.

Hugo Beck war schon immer ein Unternehmen, das sich vorausschauend den Markterfordernissen anpasst: mit Entwicklungen wie besonders engen Beutelverpackungen zur Folieneinsparung, Hybridmaschinen, die sowohl Folie als auch Papier verarbeiten, oder passgenauen E-Commerce-Verpackungslösungen: Jede dieser Innovationen wurde durch die Bedürfnisse der Kunden und die Veränderungen in der Branche vorangetrieben.

2006 schaffte es Hugo Beck zum ersten Mal unter die TOP 100 der innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands. Weitere Auszeichnungen folgten 2011, 2016 und 2022.

Nachhaltige Verpackungen im Fokus

Nachhaltigkeit ist zu einem zentralen Bestandteil der Maschinenentwicklungsstrategie des Unternehmens geworden. In den vergangenen zehn Jahren wurde stark in Technologien investiert, die den Verbrauch von Verpackungsmaterialien minimieren, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Die Maschinen nutzen stets nur so viel Folie oder Papier wie unbedingt nötig.

 

Zudem wurde das Portfolio an Papierverpackungslösungen erweitert: Dazu gehört die paper e-com fit, die mit einem einzigartigen Konzept des Vernähens für den E-Commerce entwickelt wurde. Sie passt die Beutelgröße automatisch an variierende Produktgrößen in Länge und Breite für einen minimalen Materialverbrauch an. Die paper X-Serie bietet Kunden die Möglichkeit, flexibel von Folie auf Papier umzusteigen. Die Verarbeitung der neuesten nachhaltigen Materialien ist mit Verpackungstechnik von Hugo Beck möglich, zum Beispiel Folien aus Monomaterial und Rezyklat sowie Biofolien und auch extrem dünne Verpackungsfolien.

Das Thema Nachhaltigkeit umfasst mehr als nur Materialeinsparung: Es geht auch um Energieeffizienz, Maschinenleistung und Lebenszyklus-Services. Deshalb stehen maßgeschneiderte Service- und Wartungspakete zur Verfügung, die die Verfügbarkeit der Maschinen verlängern.

Veränderungen im Management

Was bedeuten sie für die Zukunft des Unternehmens? Im Juli 2025 haben Jonas und Simon Beck offiziell die Positionen der Geschäftsführer übernommen, nachdem Timo Kollmann nach 20 Jahren aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Mitgeschäftsführer Curt-Jürgen Raiser ging Ende Oktober nach fast 30 Jahren im Unternehmen altersbedingt in den Ruhestand. Dieser Führungswechsel steht einerseits für einen Generationenwechsel, andererseits aber auch für einen erneuerten Fokus auf Agilität und langfristige Innovation. Ausgewiesenes Ziel der neuen Geschäftsführung ist es, weiterhin flexible und leistungsstarke Verpackungslösungen zu entwickeln, die aktuelle und potenzielle Kunden in dynamischen Märkten unterstützen, sei es beispielsweise in den Bereichen E-Commerce, Lebensmittel, Pharma oder Haushaltswaren.

Was bedeutet das 70-jährige Bestehen für das Unternehmen und die Menschen dahinter?

Simon Beck Es ist ein großer Moment für uns alle. 70 Jahre Unternehmensgeschichte sind nicht nur eine Zahl, sondern ein Zeugnis für die Menschen, die unsere Identität geprägt haben. Wir sind stolz darauf, wie weit wir uns von einer kleinen Werkstatt in den 1950er-Jahren zu einem internationalen Spezialisten für horizontale Verpackungsmaschinen entwickelt haben.

Jonas Beck Dieses Jubiläum steht auch für Kontinuität. Wir haben die Führung des Unternehmens in der dritten Familiengeneration übernommen, und dieses Erbe bedeutet uns viel. Gleichzeitig konzentrieren wir uns darauf, etwas Zukunftsfähiges aufzubauen: in Bezug auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die Art und Weise, wie wir unsere Kunden weltweit unterstützen.

Welche Ziele und Visionen prägen den Start ins achte Unternehmensjahrzehnt?

Jonas Beck Wir möchten die internationale Präsenz weiter ausbauen und dabei unseren Stärken treu bleiben: der hohen Qualität unseres Maschinendesigns und der Verpackungsergebnisse sowie unserer Fähigkeit, Maschinen auf individuelle Kundenanforderungen zuzuschneiden. Zudem setzen wir auf den weiteren Ausbau unserer Automatisierungs- und Digitalisierungsangebote sowie unserer Papierverpackungslösungen.

Simon Beck Die Nachfrage nach intelligenteren, nachhaltigeren Verpackungen wird weiter steigen. Ob passgenaue Verpackungen, Hybridmaschinen oder vollautomatisierte Linien: Wir möchten, dass Hugo Beck auch in Zukunft der bevorzugte Partner für Kunden bleibt, die auf Zuverlässigkeit, Flexibilität und zukunftsorientierte Lösungen setzen.

Viele Branchen stehen derzeit vor einem rasanten Wandel. Wie wollen Sie mit Ihren Lösungen auch künftig den realen Produktionsanforderungen gerecht werden?

Jonas Beck Unser Fokus liegt immer darauf, Lösungen für konkrete Herausforderungen zu konzipieren. Sei es, den Materialeinsatz und Verpackungsabfall zu reduzieren, die Produktion zu beschleunigen oder das Verpackungsmaterial zu wechseln. Wir arbeiten eng mit Kunden aus unterschiedlichsten Branchen zusammen, um ihre spezifischen Anforderungen zu verstehen und unsere Technologie entsprechend darauf anzupassen.

Simon Beck Flexibilität ist in allem, was wir tun, verankert. Viele unserer Maschinen sind modular oder als Hybridlösung konzipiert. So können Anwender je nach Bedarf zwischen Papier und Folie wechseln oder verschiedene Produktformate auf derselben Linie verarbeiten. Genau das brauchen unsere Kunden.