Werner & Mertz kritisiert geplante Plastikabgabe als Belastung

Die geplante Plastikabgabe der Bundesregierung stößt auf Widerstand. Werner & Mertz warnt vor negativen Folgen für die Recyclingbranche und fordert alternative Ansätze.
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Die Bundesregierung plant eine neue Plastikabgabe, die zusätzliche Einnahmen von 1,4 Milliarden Euro pro Jahr generieren soll. Diese Maßnahme, die auf eine Umlegung der Kosten für nicht recycelte Kunststoffverpackungen auf die Inverkehrbringer abzielt, wird von Werner & Mertz scharf kritisiert. Das Unternehmen warnt, dass die Abgabe die ohnehin angeschlagene Recyclingbranche in Deutschland weiter belasten und Investitionen in Recyclinganlagen gefährden könnte.

Seit 2021 müssen EU-Mitgliedstaaten bereits 80 Cent pro Kilogramm nicht recycelter Kunststoffverpackungen zahlen. In Deutschland entspricht dies rund 1,7 Millionen Tonnen Plastikmüll und damit 1,4 Milliarden Euro, die bisher durch Steuermittel gedeckt wurden. Die neue Abgabe, die keine Unterscheidung zwischen Verpackungen aus Virgin Material und recyceltem Altplastik macht, könnte die Nachfrage nach teurem Recyclat weiter reduzieren. Dies würde die wirtschaftliche Lage der Recyclingunternehmen, die überwiegend mittelständisch geprägt sind, weiter verschärfen.

Werner & Mertz-Inhaber Reinhard Schneider äußert sich besorgt über die fehlenden Anreize für die Nutzung von Recyclaten und die daraus resultierenden Risiken für die Kreislaufwirtschaft. 

„Die deutsche Plastikabgabe wäre in ihrer derzeit vorgeschlagenen Ausgestaltung nicht hilfreich: Sie ist eine zusätzliche Belastung für den Wirtschaftsstandort Deutschland, ohne jegliche Förderung der Kreislaufwirtschaft. Wir fordern stattdessen eine Ökomodulation im Rahmen von §26 des VerpackDG, die eine Lenkungswirkung aufweist und den Klimaschutz sowie die deutsche Rohstoffresilienz unterstützt.“

Reinhard Schneider, Inhaber Werner & Mertz

Forderung nach alternativen Ansätzen

Anstelle der Plastikabgabe schlägt Werner & Mertz eine alternative Lösung vor, um hochwertiges Recycling zu fördern. Die Idee besteht darin, dass alle Inverkehrbringer von Kunststoffverpackungen ein leicht erhöhtes Lizenzentgelt zahlen, das an eine neutrale Stelle abgeführt wird. Diese Stelle würde dann Erstattungsbeträge für die Menge der in Verkehr gebrachten Rezyklate auszahlen, die höher sind als die gezahlten Entgelte. Dies soll einen finanziellen Anreiz schaffen, Rezyklate einzusetzen und die Kreislaufwirtschaft effektiv zu unterstützen.

Quelle: Werner & Mertz