Geopolitische Spannungen im Nahen Osten führen zu historischen Engpässen und Preisschüben bei Rohstoffen. Die deutsche Kunststoffverpackungsindustrie sieht sich massiven Herausforderungen gegenüber.
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben zu einem beispiellosen Engpass auf den Rohstoffmärkten geführt, der die deutsche Kunststoffverpackungsindustrie in eine tiefe Krise stürzt. 105 Hersteller von Kunststoffverpackungen und -folien in Deutschland berichten bei der aktuellen IK-Konjunkturumfrage von erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Versorgungssicherheit und Lieferfähigkeit der überwiegend mittelständischen Betriebe sind massiv gefährdet.
Nahost-Konflikt blockiert weltweit Lieferketten
Der Konflikt im Nahen Osten hat weltweit zu Blockaden von Lieferketten geführt. Lieferanten von Verpackungskunststoffen berufen sich auf „Force Majeure“ und liefern entweder gar nicht mehr oder nur noch zu stark überhöhten Preisen. Der Indikator für die Rohstoffverfügbarkeit ist von einem positiven Wert von 13 Punkten zu Jahresbeginn auf einen historischen Tiefstand von -86 Punkten gefallen. Diese drastische Verschlechterung zeigt die tiefgreifenden Auswirkungen auf die Branche.
Massive Preiswelle trifft die Hersteller
Die Preiserhöhungen der Rohstofflieferanten können von den Verpackungsherstellern nur bedingt an ihre Kunden weitergegeben werden. Laut einer Umfrage des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) sind 99 Prozent der Verpackungshersteller mit Preisaufschlägen konfrontiert. Die Ertragslage in der Kunststoffverpackungsindustrie wird im zweiten Quartal 2026 zwar weniger negativ bewertet als in den Krisenquartalen der Vorjahre, doch die starken Preisanstiege und eingeschränkten Verfügbarkeiten lassen eine weitere Verschärfung der Situation erwarten.
Leichte konjunkturelle Erholung, aber sinkende Gewinne
Trotz der schwierigen Lage zeigen sich die Absatzerwartungen der Unternehmen stabil. Die Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage hat sich leicht verbessert, der entsprechende Indexwert ist von -67,9 auf -51,4 Punkte gestiegen. Dennoch erwartet die Hälfte der Befragten, dass ihre Gewinnmargen weiter schrumpfen werden. Die Nachfrage stabilisiert sich nur zögerlich, was die Situation zusätzlich belastet.
Fokus auf Versorgungssicherheit
IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Engelmann betont die Notwendigkeit partnerschaftlicher Anstrengungen entlang der Wertschöpfungskette, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die aktuelle Kombination aus Lieferunterbrechungen und extremen Preisaufschlägen bringt viele mittelständische Unternehmen an ihre Belastungsgrenze. In Anbetracht der Energie- und Rohstoffkrise sei es wichtig, gemeinsam Lösungen zu finden, um die Herausforderungen zu meistern.
Die Kunststoffverpackungsindustrie stehe vor einer ungewissen Zukunft, da die geopolitischen Spannungen und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Herausforderungen weiterhin Druck auf die Unternehmen ausüben. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob und wie sich die Branche an die neuen Gegebenheiten anpassen kann, heißt es.
Quelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen







