Analyse offenbart große Unterschiede bei Verpackungsregistrierungen

Eine von Amazon beauftragte Analyse sieht erhebliche Unterschiede bei den nationalen Registrierungsprozessen für die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR).
Bild: Andrzej Rostek / Shutterstock.com

Eine von Amazon beauftragte Analyse sieht erhebliche Unterschiede bei den nationalen Registrierungsprozessen für die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) von Verpackungen in Europa. Die Case Study untersucht die Anforderungen in zehn EU-Mitgliedstaaten und fordert eine stärkere Harmonisierung im Zuge der Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung PPWR.

Mit der PPWR, der Verordnung (EU) 2025/40, müssen Hersteller Verpackungen künftig in jedem Mitgliedstaat registrieren, in dem sie erstmals Verpackungen in Verkehr bringen. Gleichzeitig werden Online-Marktplätze und Fulfilment-Dienstleister verpflichtet, die EPR-Compliance ihrer Händler zu überprüfen. Laut der Analyse eröffnet dies die Möglichkeit, Registrierungs- und Meldeprozesse europaweit stärker zu vereinheitlichen.

Die Untersuchung analysiert die Registrierungsverfahren in Deutschland, Frankreich, Spanien, Irland, den Niederlanden, Portugal, Schweden, Polen, Italien und Belgien. Dabei identifizierte Amazon nach eigenen Angaben insgesamt 64 unterschiedliche Registrierungsfelder mit teils erheblichen nationalen Abweichungen. 55 Prozent dieser Felder würden lediglich in einem einzigen Land abgefragt.

Unterschiedliche Anforderungen sorgen für hohen Aufwand

Nach Angaben der Studie verlangen die untersuchten Länder durchschnittlich 15 Registrierungsangaben pro Unternehmen. Die Spannweite reiche von elf Feldern in Belgien und Spanien bis zu 21 Feldern in Schweden. Rund 87 Prozent der abgefragten Daten seien verpflichtend.

Kritisch bewertet die Analyse insbesondere zusätzliche nationale Anforderungen, die über die vorgesehenen PPWR-Vorgaben hinausgehen. Nur 27 Prozent der erfassten Datenfelder seien direkt in den Anhängen der geplanten PPWR-Durchführungsakte vorgesehen. 73 Prozent der abgefragten Informationen würden darüber hinausgehen.

Als Beispiele nennt die Studie unter anderem Umsatzangaben, Verpackungsmengen, Produktkategorien, Transportinformationen oder nationale Sonderkennungen. Solche Angaben gehörten nach Auffassung der Autoren eher in spätere Reporting-Prozesse als in die eigentliche Registrierung.

Amazon kritisiert fehlende Digitalisierung

Zusätzliche Hürden sieht die Untersuchung bei nationalen Authentifizierungssystemen. In Spanien, Schweden, Polen und Italien seien nationale elektronische Identitätsverfahren erforderlich, um Registrierungen abzuschließen. Andere Länder setzten dagegen auf E-Mail-basierte Verfahren.

Auch fehlende Schnittstellen gelten laut der Studie als Problem. Nationale Register verfügten häufig weder über APIs noch über Möglichkeiten zur automatisierten Überprüfung von Registrierungsnummern. Dies erschwere insbesondere Online-Marktplätzen die Compliance-Prüfung großer Händlerzahlen.

Belgien wird in der Analyse zudem als Beispiel für besonders aufwendige Prozesse genannt, da dort Teile der Registrierung weiterhin offline per E-Mail und Vertragsunterzeichnung erfolgen.

Vorschläge für ein EU-weit einheitliches System

Die Autoren empfehlen unter anderem eine Standardisierung der Login- und Authentifizierungsverfahren, die Abschaffung doppelter Registrierungen bei nationalen Registern und Systembetreibern sowie vollständig digitale Registrierungsprozesse.

Darüber hinaus schlägt die Studie vor, nationale Register als zentrale digitale Datenplattformen mit API-Zugängen auszubauen. Online-Marktplätze könnten nach Vorstellung der Autoren künftig Registrierungsdaten automatisiert an Behörden und Systembetreiber übermitteln, sofern Händler zustimmen.

Quelle: Amazon