24 Hersteller von Obst- und Gemüsekonserven, Speiseölen, Senf und Saucen wollen ihre Glasverpackungen schrittweise von Einweg auf ein standardisiertes Mehrwegsystem umstellen. Gemeinsam mit dem Berliner Systemanbieter dotch begründen die Unternehmen diesen Schritt mit steigenden Kosten für Einwegglas sowie regulatorischen Entwicklungen auf EU-Ebene.
Nach Angaben der Beteiligten erhöhen sowohl die erwarteten CO₂-Kosten für die Glasherstellung als auch gestiegene Verpackungslizenzentgelte den wirtschaftlichen Druck auf Einweglösungen. Als weiterer Treiber wird die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) genannt, die Mehrwegsysteme attraktiver machen soll.
Kosten- und Regulierungseffekte stärken Mehrweg
Laut der Mitteilung könnte der CO₂-Industriepreis für Einwegglas nach Prognosen des GMK Center bis 2030 auf rund 147 Euro je Tonne CO₂ steigen. Gleichzeitig seien die Lizenzkosten für Glasverpackungen nach Daten von Verpackungslizenz24 im Jahr 2026 rund 71 Prozent höher als noch 2020.
Die Hersteller sehen darin einen Anreiz, auf wiederverwendbare Verpackungslösungen umzusteigen. Timm Reichold, Mitgesellschafter und Geschäftsführer von Feinkost Dittmann, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Mehrweg schafft für uns in Zeiten unterbrochener Lieferketten, steigender Energie- und Rohstoffpreise und allgemeiner wirtschaftlicher Unsicherheit mehr Planungssicherheit und Stabilität bei Verpackungen.“
Studien sehen Einsparpotenziale
Zur Untermauerung der ökologischen Vorteile verweist die Herstellerallianz auf mehrere Studien. Eine Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe und des Mehrwegverbands Deutschland kommt demnach zu dem Ergebnis, dass bei vorverpackten Lebensmitteln wie Ölen, Essigen sowie Obst- und Gemüsekonserven jährlich bis zu 710.000 Tonnen Verpackungsabfall und 409.000 Tonnen CO₂ eingespart werden könnten.
Zudem verweist die Mitteilung auf eine Studie von ifeu und GVM im Auftrag des NABU. Diese zeige am Beispiel von Obst- und Gemüsekonserven, dass die durch die Verpackung verursachten Treibhausgasemissionen um 58 Prozent sinken könnten, wenn zwölf Einweggläser durch ein Mehrwegglas ersetzt werden.
dotch organisiert den Mehrwegkreislauf
Das von dotch organisierte System basiert auf sechs standardisierten Mehrwegglasgebinden. Das Unternehmen übernimmt nach eigenen Angaben die Bereitstellung der Gebinde, Logistik, Reinigung und Rückführung der Verpackungen. Das System wird bereits im Biofachhandel sowie im Großhandel in Deutschland und Österreich genutzt und umfasst nach Unternehmensangaben rund 1.800 angeschlossene Filialen.
Zu den beteiligten Unternehmen zählen unter anderem Carl Kühne, Feinkost Dittmann, Werder Feinkost, Andros, Develey, Alfred Paulsen, Marschland, Bio Planète, Allgäuer Ölmühle und Teutoburger Ölmühle.
Quelle: Glas kann mehrWeg





