Die Deutschen haben klare Vorstellungen davon, was sie von Verpackungen erwarten, und die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Deutschen Verpackungsinstituts (dvi) zeigen, dass Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt stehen. Am 11. bundesweiten Tag der Verpackung hat das Deutsche Verpackungsinstitut e. V. (dvi) gemeinsam mit elf Branchenverbänden die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage aus dem Mai 2026 veröffentlicht. Im Blickpunkt unter anderem: 13 Erwartungen, die eine Verpackung im Alltag erfüllen muss.
Blickt man übergeordnet auf die Erwartungen, die die Deutschen insgesamt an eine Verpackung stellen, steht unter allen 13 abgefragten Aufgaben und Erwartungen die Recyclingfähigkeit klar auf Platz eins. Für 48 Prozent gehört sie zu den Top-5-Erwartungen an eine Verpackung. Auf Platz zwei folgt der sparsame Einsatz von Verpackungsmaterial (40,3 Prozent). Aber auch möglichst geringe Umweltauswirkungen (36,1 Prozent) und – wo das ökologisch und praktisch sinnvoll ist – die Mehrwegfähigkeit (33,3 Prozent) sind Teil der Gesamt-Top-5.
Gefragt, welche Aspekte aus persönlicher Sicht zu den Top-5 gehören, dominieren bei den Funktionen die Sicherstellung der Hygiene (37,6 Prozent), das einfache Öffnen, Verwenden und Wiederverschließen (33,1 Prozent), der Schutz des Produkts vor Schäden (32,6 Prozent) und die Verlängerung der Haltbarkeit (32,1 Prozent).
„Es zeigt sich, dass Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft für die Deutschen weiterhin eine sehr große Rolle spielen. Die Verpackung hat hier traditionell eine Leuchtturmfunktion, weil wir sie täglich nutzen und in den Händen halten. Wenn vier der Top-5-Erwartungen an eine Verpackung aus dem Bereich Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft kommen, dann ist das ein klares Statement. Gleichzeitig wissen die Bürgerinnen und Bürger um den wichtigen Job, den Verpackungen rund um Produktschutz, Hygiene und Sicherheit übernehmen. Auch in diesen Bereichen gibt es einen klaren Auftrag an die Verpackung.“
Dr. Natalie Brandenburg, Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. (dvi)
Zufriedenheit und Handlungsbedarf
Die Umfrage zeigt, dass die Deutschen im Durchschnitt mit der Leistung ihrer Verpackungen zufrieden sind. Insbesondere die Sicherstellung von Hygiene und Produktschutz wird positiv bewertet. Allerdings gibt es auch Bereiche, die Verbesserungspotential aufweisen, wie das einfache Öffnen und Wiederverschließen von Verpackungen. Hier sieht die Branche Handlungsbedarf, um den Ansprüchen der Verbraucher gerecht zu werden.

Missverständnisse beim Recycling
Ein weiteres interessantes Ergebnis der Umfrage ist die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Verbraucher und der tatsächlichen Recyclingquote von Verpackungen. Mehr als zwei Drittel der Deutschen unterschätzen die Realität – und das über alle Materialien hinweg. Nur 31,2 Prozent wissen, dass Glas zu über 80 Prozent recycelt wird (2024: 82,9 Prozent). Auch bei Papier, Pappe und Karton schätzen nur 31,2 Prozent die Recyclingquote von über 80 Prozent richtig ein (2024: 91,8 Prozent). Das gilt auch für Metall, wo 83,4 Prozent an eine Recyclingquote unter 80 Prozent glauben, wobei Metall in Wirklichkeit die höchste Recyclingquote insgesamt aufweist. Bei Kunststoff vermuten 67,5 Prozent eine Recyclingquote von unter 60 Prozent (Realität 2024: 70,8 Prozent). Bei Verbundstoffen glauben 70,7 Prozent an eine Recyclingquote von unter 60 Prozent (Realität 2024: 69,5 Prozent). Dies deutet darauf hin, dass die Branche mehr Aufklärungsarbeit leisten muss, um die Erfolge der Kreislaufwirtschaft sichtbar zu machen.
Das Fazit der Verbände: „Unsere Bürger und Bürgerinnen können stolz auf das sein, was sie für die Kreislaufwirtschaft leisten. Die hohen Quoten, die wir bei der stofflichen Verwertung erreichen, kommen nur zustande, weil die Menschen ihre Verpackungen nach Gebrauch verantwortungsbewusst entsorgen. Kreislaufwirtschaft ist Teamarbeit. Dass am Ende alles, was wir vorher getrennt gesammelt haben, wieder zusammengeschüttet und verbrannt wird, ist ein Mythos“, betont Brandenburg.
Weniger Verpackung, mehr Effizienz
Trotz des steigenden Bedarfs an Verpackungen aufgrund zunehmender Produktvielfalt, hat die Verpackungsindustrie erhebliche Fortschritte bei der Reduzierung des Materialeinsatzes gemacht. Seit 1991 konnte der Materialverbrauch bei verschiedenen Verpackungsarten deutlich gesenkt werden, was die Effizienz und Innovationskraft der Branche unterstreicht. Im Durchschnitt, das zeigt eine Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung aus dem Jahr 2022, konnten 2020 im Vergleich zu 1991 bei Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton 17 Prozent Material eingespart werden, bei Aluminium 38,5 Prozent, bei Glas 6,9 Prozent und bei Kunststoffverpackungen sogar 76,9 Prozent.

Zukunft der Verpackung
Im Vorfeld des Tags der Verpackung hatte das dvi in Kooperation mit elf Hochschulen aus Deutschland und Österreich eine Countdown-Videokampagne gestartet. Studierende, Azubis und Alumni verpackungsnaher Studiengänge und Ausbildungsberufe erzählen dabei in 25 Reels auf Instagram, warum sie sich für das Themenfeld Verpackung entschieden haben. Der Tenor: Verpackung ist unverzichtbar. Anstatt sie schlechtzureden, kann man sie aktiv mitgestalten, um sie noch besser und nachhaltiger zu machen. Für Natalie Brandenburg ist klar: „Oft fällt uns die Verpackung erst dann auf, wenn sie ihren Job bereits erfüllt hat. Dabei gibt es ohne Verpackung weder Transport noch Lagerung. Funktionierende Lieferketten, die sichere Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten, technischen Gütern und Rohstoffen und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen – all das setzt gute Verpackungen voraus. Deshalb werben wir als Verbändegemeinschaft materialübergreifend für unsere Branche. Verpackung ist Zukunft. Und Zukunft braucht Menschen, die sie gestalten.“
Quelle: Deutsches Verpackungsinstitut e. V.





