Der europäische Papiersackmarkt hat 2025 seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Wie der Branchenverband Eurosac auf seinem Jahreskongress in Bordeaux mitteilte, stiegen die Auslieferungen um 2,7 Prozent auf 5,69 Milliarden Einheiten. Besonders gefragt waren Papiersäcke für Baustoffe, Lebensmittel und Milchpulver.
Wachstumstreiber waren insbesondere Baustoffe ohne Zement mit einem Plus von 2,2 Prozent. Noch dynamischer entwickelten sich die Segmente Lebensmittel (+5,4 Prozent) und Milchpulver (+6,3 Prozent). Italien blieb der größte europäische Markt für Papiersäcke, gefolgt von Deutschland und der Türkei.
Der positive Trend setzte sich zu Beginn des laufenden Jahres allerdings nicht fort. Im ersten Quartal 2026 gingen die Auslieferungen europaweit um 1,4 Prozent zurück. Dennoch verzeichneten die Segmente Baustoffe und Milchpulver weiterhin Zuwächse. Nach Einschätzung von Eurosac unterstreicht dies die Widerstandsfähigkeit dieser Märkte in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld.
Ein ähnliches Bild zeigte sich in den USA. Dort legten die Inlandslieferungen von Papiersäcken im Jahr 2025 um 2,2 Prozent zu, bevor sie im ersten Quartal 2026 um 3,6 Prozent nachgaben.
„Regulierungen in Chancen verwandeln“
Der Verband stellte die Marktentwicklung im Rahmen seines Kongresses unter das Motto „Regulierungen in Chancen verwandeln“. Dabei diskutierten die Teilnehmer unter anderem die Auswirkungen der europäischen Verpackungsverordnung PPWR, neue Anforderungen der Kreislaufwirtschaft sowie Initiativen zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung der Branche. Roberta Colotta von Flexible Packaging Europe betonte, dass Papiersäcke bereits heute viele Eigenschaften erfüllen würden, die durch die PPWR künftig stärker gefördert werden sollen, darunter Recyclingfähigkeit und Ressourceneffizienz.
Mehr als 160 Branchenvertreter nahmen an dem Kongress teil. Zudem wurden im Rahmen des Eurosac Grand Prix Awards mehrere Verpackungsinnovationen ausgezeichnet. Den Gold Award erhielt Gascogne für die Verpackungslösung „SingleLip Paper“, Silber ging an Billerud für „QuickFill Plus Xcel“, Bronze an dy-pack für „handy²“. Mondi wurde mit dem Industry Special Award ausgezeichnet.
Regulierung und Kreislaufwirtschaft prägen die Agenda
Neben den Marktzahlen standen auf dem Kongress die künftigen regulatorischen Rahmenbedingungen im Fokus. Diskutiert wurden unter anderem die PPWR, der Net-Zero-Pfad der Industrie, aktuelle CO₂-Fußabdruckstudien sowie die Recyclinginitiative Construction Goes Circular. Dabei wurde hervorgehoben, dass kreislauffähiges Verpackungsdesign eine zentrale Voraussetzung für die weitere Entwicklung der Kreislaufwirtschaft bleibt.
Quelle: Eurosac






