Perfecta prüft Investorenlösung in Eigenverwaltung

Dirk Eichelbaum (Bild: dhmp Restrukturierung)
Die Perfecta Schneidemaschinenwerk GmbH Bautzen hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb stabil fortzuführen, eine Investorenlösung zu sondieren und das Geschäftsmodell strategisch weiterzuentwickeln.

Die Geschäftsführung der Perfecta Schneidemaschinenwerk GmbH Bautzen hat Ende Dezember 2025 beim Amtsgericht Dresden die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat dem Antrag inzwischen stattgegeben. Der Geschäftsbetrieb des traditionsreichen Maschinenbauunternehmens mit 86 Beschäftigten wird uneingeschränkt fortgeführt, heißt es.

Strategische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells geplant

Nach Angaben der Geschäftsführung soll das Eigenverwaltungsverfahren genutzt werden, um parallel zur operativen Stabilisierung eine Investorenlösung zu prüfen. In diesem Zusammenhang ist auch eine strategische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells vorgesehen. Geschäftsführer Christian Baumann erklärte, Ziel sei es, die Neuausrichtung des Unternehmens voranzubringen und langfristige Perspektiven zu schaffen.

Unterstützt wird die Geschäftsführung durch den Sanierungsexperten Dirk Eichelbaum von dhmp Restrukturierung, der als Generalbevollmächtigter tätig ist. Eichelbaum verwies darauf, dass eine geplante Nachfolgelösung im Gesellschafterkreis mehr Zeit in Anspruch genommen habe als vorgesehen. Dadurch habe eine abschließende Verhandlung über die strategische Neuausrichtung und eine Investorenlösung bislang nicht erfolgen können. Die Projektlage sei jedoch positiv, die wirtschaftlichen Perspektiven grundsätzlich gegeben.

Gericht bestellt vorläufigen Sachwalter

Das Amtsgericht Dresden bestellte Rechtsanwalt Rüdiger Bauch von Schultze & Braun zum vorläufigen Sachwalter. Er begleitet und überwacht das Verfahren in Eigenverwaltung. Bauch erklärte, die angestrebte Sanierung könne auf bereits umgesetzten Maßnahmen und der bestehenden Unternehmensstruktur aufbauen, was eine solide Ausgangsbasis für den weiteren Prozess darstelle. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind für Dezember 2025 sowie für Januar und Februar 2026 über das Insolvenzgeld abgesichert. Andere Unternehmen der Baumann-Gruppe sind von dem Verfahren nicht betroffen.

Traditionsunternehmen mit Fokus auf Schneidsysteme

Die Perfecta Schneidemaschinenwerk GmbH Bautzen ist Teil der Baumann-Gruppe und blickt auf eine über 100-jährige Maschinenbau-Tradition zurück. Das 1896 gegründete Unternehmen ist seit 1920 auf die Entwicklung und Produktion von Papierschneidemaschinen spezialisiert.

Zum Leistungsspektrum gehören Papierschneidemaschinen und komplette Schneidanlagen für die grafische Industrie, darunter Anwendungen im Akzidenz-, Verpackungs-, Digital- und Etikettendruck. Als Systemanbieter beliefert Perfecta Kunden in mehr als 70 Ländern und setzt technologisch auf robotergestützte, intelligent vernetzte Schneid- und Automatisierungssysteme.

Quelle: Schultze & Braun