Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Freiburg die Verpackungssteuer. Eine erste Zwischenbilanz der IHK Südlicher Oberrhein, basierend auf einer Umfrage unter 107 Mitgliedsunternehmen aus Gastronomie und Einzelhandel, zeigt deutliche Auswirkungen auf das To-go-Geschäft sowie den Betriebsalltag.
Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass die Steuer in vielen Betrieben zu wirtschaftlichen Einbußen geführt hat. Je nach Produktbereich berichten zwischen 48,4 und 66,3 Prozent der Unternehmen von rückläufigen Umsätzen im To-go-Segment. Damit zeigt sich, dass die Maßnahme unmittelbare Effekte auf das Konsumverhalten und die Nachfrage nach verpackten Produkten hat.
Zusätzlicher Aufwand im Betriebsalltag
Neben den Umsatzrückgängen spielt der gestiegene organisatorische Aufwand eine zentrale Rolle. 83 Prozent der befragten Betriebe geben an, dass sich durch die Verpackungssteuer der Arbeitsaufwand im täglichen Geschäft erhöht hat. Dies betrifft unter anderem die Abwicklung an der Kasse, die Beratung von Kundinnen und Kunden sowie die internen Abläufe.
Auch im direkten Kundenkontakt kommt es häufiger zu Herausforderungen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, konkret 53 Prozent, berichten von Konflikten, die täglich oder mehrmals pro Woche auftreten. Hintergrund sind offenbar Diskussionen über die zusätzliche Abgabe und alternative Verpackungsoptionen.
Mehrwegnutzung bleibt hinter Erwartungen zurück
Ein wesentliches Ziel der Verpackungssteuer besteht darin, den Umstieg auf Mehrwegverpackungen zu fördern. Laut den Umfrageergebnissen ist dieser Effekt bislang jedoch begrenzt. 78 Prozent der Betriebe geben an, dass Einwegverpackungen weiterhin bevorzugt werden.
Damit bleibt die intendierte Lenkungswirkung der Steuer aus Sicht vieler Unternehmen bislang hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass die Regelung nicht nur ökologische, sondern auch erhebliche wirtschaftliche und organisatorische Konsequenzen für die betroffenen Betriebe mit sich bringt.
Quelle: IHK Südlicher Oberrhein






