In Penzance in der britischen Grafschaft Cornwall sind zwei 47-jährige Personen im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Betrug in Bezug auf Verpackungsrecycling festgenommen worden. Wie die Environment Agency gemeinsam mit dem Department for Environment, Food & Rural Affairs mitteilte, gehe es um mehr als sechs Millionen Pfund.
Die Festnahmen erfolgten am frühen Montagmorgen in Zusammenarbeit mit der Devon and Cornwall Police. Die Beschuldigten stehen im Verdacht, im Rahmen des britischen Packaging Producer Responsibility Regime unrechtmäßig Gutschriften für angeblich recycelte Verpackungsabfälle verkauft zu haben. Reprozessoren, die von der Environment Agency akkreditiert sind, dürfen im Rahmen dieses Systems Recyclingnachweise verkaufen, die Hersteller erwerben müssen, um ihre Verpflichtungen zur Finanzierung von Sammlung und Verwertung zu erfüllen.
Nach Angaben der Behörde sollen in diesem Fall Gutschriften im Wert von mehr als sechs Millionen Pfund für Verpackungen verkauft worden sein, die angeblich recycelt wurden. Es bestehe jedoch der Verdacht, dass ein erheblicher Teil dieser Recyclingaktivitäten nie stattgefunden habe und die gemeldeten Mengen künstlich erhöht worden seien. Zudem wird wegen Geldwäsche ermittelt. Nach Befragungen wurden die beiden Verdächtigen zunächst unter Auflagen wieder freigelassen, während die Ermittlungen andauern.
Behörden sprechen von konsequentem Vorgehen gegen Abfallkriminalität
„Dieser schockierende Fall von Verpackungsbetrug hat rechtmäßigen Unternehmen geschadet und den Gemeinden Mittel für ihre Recyclingdienste entzogen. Ich begrüße diese Festnahmen durch die Environment Agency – sie senden ein klares Signal, dass im Kampf gegen Abfallkriminalität kein Stein auf dem anderen bleibt. Diese Regierung geht gegen „Abfall-Cowboys“ vor, indem sie zusätzliche Mittel zur Bekämpfung von Abfallkriminalität bereitstellt und strengere Kontrollen sowie härtere Strafen für Gesetzesverstöße einführt.“
Mary Creagh, britische Circular Economy-Ministerin
Die Packaging Producer Responsibility Regulations verpflichten Hersteller von Verpackungen aus Materialien wie Glas oder Kunststoff, die Kosten für Sammlung und Entsorgung ihrer Abfälle zu tragen. Unternehmen müssen dazu Recyclingnachweise von ordnungsgemäß arbeitenden Entsorgern erwerben. Aufgrund ihres monetären Werts sind diese Nachweise laut Behörden in den vergangenen Jahren zunehmend Ziel krimineller Aktivitäten geworden. Illegale Praktiken entziehen dem System Mittel, die für den Ausbau der britischen Recyclinginfrastruktur vorgesehen sind.
Die Economic Crime Unit der Environment Agency führt im Abfallsektor gezielt Finanzermittlungen durch, um Geldwäsche und Betrug zu bekämpfen. Nach Angaben der Behörde kam es allein in den vergangenen zwei Monaten zu 18 Festnahmen im Zusammenhang mit Abfallkriminalität.
Quelle(n): Environment Agency, Department for Environment, Food & Rural Affairs







