Wie regulatorische Pflicht zum Wettbewerbsvorteil wird

Securikett zeigt, wie sich regulatorische Pflichten in echte Wettbewerbsvorteile verwandeln lassen: durch intelligente Kombination von Produktsicherheit, Nachhaltigkeit und digitaler Transparenz.
Der Digital Product Passport kann Unternehmen und Konsumenten einen großen Mehrwert bieten. (Bild: Securikett)

Die neue EU-Verpackungsregulierung und der Digital Product Passport stellen Hersteller vor Herausforderungen, doch sie bieten auch Chancen. Securikett zeigt, wie sich regulatorische Pflichten in echte Wettbewerbsvorteile verwandeln lassen: durch intelligente Kombination von Produktsicherheit, Nachhaltigkeit und digitaler Transparenz.

Der globale Markt für gefälschte Produkte wächst rasant. Gleichzeitig verschärfen EU-Regulierungen wie die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) und der Digital Product Passport (DPP) die Anforderungen an Hersteller. Viele Unternehmen sehen darin nur Pflichten und zusätzliche Kosten.

Während viele Unternehmen den Digital Product Passport als regulatorische Bürde betrachten, zeigt Securikett, wie daraus strategischer Nutzen entsteht. Die Kombination aus manipulationssicherer Produktkennzeichnung und einer sicheren digitalen Plattform eröffnet neue Möglichkeiten.

Stefan Führer, Leiter des Bereichs Codikett, der digitalen Verifizierungs- und Rückverfolgbarkeitsplattform von Securikett.

Produktdaten lassen sich nicht nur für Serviceprozesse nutzen, sondern auch für Transparenz gegenüber Endkunden, Kundenbindung durch interaktive Experiences und nachhaltige Geschäftsmodelle wie Refurbishment, Leasing oder Pfandretouren. „Der DPP ist weit mehr als ein Compliance-Dokument“, so Stefan Führer. „Wer hier frühzeitig das Potenzial erkennt, hat definitiv einen Wettbewerbsvorteil.“

Die Vorteile sind konkret und messbar: Durch die Verknüpfung physischer Produkte mit digitalen Informationen können Hersteller und Endkunden die Echtheit und Herkunft von Produkten in Sekunden prüfen, visuell oder mit dem eigenen Handy ohne Zusatz-App.

So funktioniert der Digital Product Passport technisch

Ein DPP funktioniert im Kern so: Jedes Produkt erhält eine eindeutige digitale Identität, über die definierte Informationen strukturiert abrufbar werden – je nachdem wer scannt und in welchem Kontext. Diese Identität wird physisch auf der Verpackung angebracht, meist als 2D-Code oder NFC-Chip, der eine URL enthält.

Beim Scannen wird der Code der passenden Information zugeordnet und kann dabei unterschiedliche Ansichten ausspielen – für Verbraucher andere Daten als für Recycler oder Behörden. Der Vorteil: Der gedruckte Code bleibt gleich, auch wenn sich Inhalte, Sprachen oder Zugriffsrechte ändern.

Die Informationen kommen aus verschiedenen Systemen im Unternehmen. Grunddaten wie Materialien, Herkunft und Reparaturanleitungen stammen aus Produkt- und Warenverwaltungen, während Ereignisse wie Produktion, Versand oder Recycling als Lebenszyklusdaten erfasst werden.

Wichtig ist ein klares Berechtigungssystem, das öffentliche Informationen von internen Daten trennt. Die EU schreibt keine bestimmte Technik vor, sondern verlangt, dass Daten zusammenarbeiten können, lange verfügbar bleiben und überprüfbar sind. Der DPP ist daher kein einzelnes Programm, sondern das zuverlässige Zusammenspiel mehrerer Systeme über viele Jahre.

Die Verpackung wird zum Interface

Ein DPP funktioniert nur, wenn der Code auf der Verpackung dauerhaft lesbar bleibt und der Scan zu einer guten Nutzererfahrung führt. Für Verpackungsteams bedeutet dies, dass die Verpackung zur Benutzeroberfläche des Produktpasses wird und Layout, Material, Druckverfahren sowie Qualitätsprüfung sorgfältig abgestimmt werden müssen.

In der Praxis beginnt es mit der richtigen Platzierung: Der Code muss leicht auffindbar sein und über den gesamten Produktlebenszyklus verfügbar bleiben. Die Lesbarkeit muss realen Belastungen wie Abrieb, UV-Strahlung, Feuchtigkeit und mechanischen Einwirkungen standhalten. Bei variablen Codes für Chargen oder Serialisierung sind stabile Druckqualität, ausreichende Ruhezonen und definierte Prüfprozesse unverzichtbar. Securikett bietet hier nicht nur sichere Codes und eine sichere Plattform dahinter an, sondern auch Lösungen in Form von Sicherheitsetiketten mit serialisierten Codes, die neben einem Manipulationsschutz der Verpackungen zusätzlich das Produkt nachhaltig sichern bzw. verifizieren.

Wichtig ist bei jeder Art von angebrachtem Code die Scan-Erfahrung: Ein Code, der nur zu einem PDF führt, wird nicht akzeptiert. Inhalte müssen mobil schnell, verständlich und rollenbasiert verfügbar sein – angepasst an Sprache, Region und Nutzerstatus. Ein klarer Hinweis auf der Verpackung und dem Produkt erhöht die Nutzungsbereitschaft. Wo Produktauthentizität wichtig ist, reichen kopierbare Codes nicht aus. Seriennummern, Verifikationsmechanismen oder manipulationssichere Elemente wie Securikett sie anbietet, sind notwendig. Wer diese Aspekte früh als Design- und Prozessaufgabe behandelt, vermeidet spätere kostspielige Korrekturen und macht die Verpackung zum verlässlichen DPP-Zugang.

Pilotieren statt warten

Die effektivste Vorbereitung auf den DPP ist ein Pilotprojekt mit realem Produkt, echten Daten und tatsächlicher Verpackung – als Lernsystem, nicht als Vorzeigeprojekt. Wer jetzt pilotiert, lernt in einer Phase flexibler Standards und vermeidet späteren Zeitdruck.

Inhaltlich sollte man mit verlässlichen Stammdaten zu Materialien, Komponenten und End-of-Life-Hinweisen starten und Ereignisdaten erst ergänzen, wenn Prozesse sie zuverlässig liefern. Parallel braucht es unterschiedliche Scan-Ansichten: eine einfache für Verbraucher, eine detailliertere für Handel und Service mit Status- und Chargeninformationen sowie gegebenenfalls einen nachweissicheren Zugang für Behörden.

Bewährt hat sich ein „Code Hub“-Ansatz, wie ihn Securikett bereits mit einem Luxusparfumhersteller erfolgreich umgesetzt hat. Dabei werden mehrere Systeme und Datenquellen zu einem durchgängigen DPP verbunden, ohne die bestehende IT-Landschaft zu vereinheitlichen. Codikett fungiert als Backbone: Es erzeugt und routet Codes, steuert Scan-Kontexte, setzt Rollenkonzepte um und bindet Produktion sowie Logistik ein. Stammdaten bleiben in ihren Quellsystemen, werden aber über Schnittstellen konsistent dargestellt, Lifecycle-Events werden entlang der Wertschöpfung erfasst und zentrale Nachweise werden per Blockchain abgesichert.

http://www.securikett.com

Securikett auf der interpack 2026: Halle 10, Stand B53