Belgischer Praxistest für Mehrwegverpackungen

In Mechelen testen sechs Handelsketten Mehrwegschalen für Pilze.
Bild: Fost Plus

Seit dem 20. April 2026 können Verbraucherinnen und Verbraucher in Mechelen Pilze in wiederverwendbaren Schalen kaufen und diese gegen ein Pfand von 30 Cent in teilnehmenden Geschäften zurückgeben. An dem Pilotprojekt Repasys beteiligen sich Albert Heijn, Aldi, Carrefour, Colruyt, Delhaize und Lidl sowie rund 15 weitere Partner entlang der Wertschöpfungskette.

Das Projekt gilt nach Angaben von Fost Plus als erster groß angelegter belgischer Praxistest für Mehrwegverpackungen bei frischen Lebensmitteln. Ziel ist es, unter realen Marktbedingungen zu prüfen, wie ein einheitliches Mehrwegsystem für Frischeprodukte funktioniert und welche Voraussetzungen für eine spätere Ausweitung erfüllt sein müssen.

QR-Code soll Rücklauf und Logistik messbar machen

Jede Schale ist mit einem QR-Code nach GS1-Standard versehen. Dadurch lassen sich unter anderem Rücklaufquoten, Nutzungsverhalten und logistische Abläufe erfassen. Zwischen den Einsätzen werden die Schalen industriell gereinigt und anschließend erneut in Umlauf gebracht.

Fost Plus sieht in dem Modell vor allem die Kombination aus einheitlicher Verpackung, klar geregeltem Pfand und flexibler Rückgabe als wichtigen Faktor. Verbraucherinnen und Verbraucher können die Schalen in allen teilnehmenden Geschäften zurückgeben, unabhängig davon, wo sie gekauft wurden.

EU-Vorgaben erhöhen Druck auf Einwegverpackungen

Der Pilot steht auch im Zusammenhang mit europäischen Verpackungsvorgaben. Nach Angaben von Fost Plus sieht die europäische Verpackungsverordnung PPWR bis 2030 Einschränkungen beziehungsweise Verbote für bestimmte Einwegkunststoffverpackungen bei frischem Obst und Gemüse vor. Die Ergebnisse aus Mechelen sollen daher in die Beratung von Unternehmen einfließen, die ihre Verpackungen entsprechend umstellen müssen.

Quelle: Fost Plus