Die European Aluminium Foil Association (EAFA) hat Zahlen zur Entwicklung des europäischen Aluminiumfolienmarktes im ersten Quartal 2026 veröffentlicht. Demnach verzeichneten die europäischen Aluminiumfolienhersteller einen rückläufigen Jahresauftakt, wobei sich die Nachfrage im Verlauf des Quartals leicht stabilisierte.
Die Gesamtauslieferungen der EAFA-Mitgliedsunternehmen beliefen sich im ersten Quartal 2026 auf rund 225.000 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach Angaben der Organisation liegen die Liefermengen damit weiterhin unter den Durchschnittswerten der Jahre vor 2020.
Nachfrage in Europa zeigt erste Stabilisierungstendenzen
Innerhalb Europas gingen die Auslieferungen im ersten Quartal um 4,3 Prozent zurück. Während die Nachfrage zu Jahresbeginn noch deutlich unter Druck stand, zeigte insbesondere der März eine positivere Entwicklung als die beiden Vormonate. Impulse kamen laut EAFA vor allem aus dem Bereich der flexiblen Verpackungen. Rückgänge in einzelnen Produktsegmenten, darunter Anwendungen im Zusammenhang mit Schokoladenprodukten, wurden teilweise durch stabile oder steigende Nachfrage in anderen Bereichen wie Molkereiprodukten ausgeglichen.
Auch bei Haushaltsfolien war im März eine Erholung zu beobachten. Zudem zog die Nachfrage nach Folien für technische Anwendungen leicht an. Die EAFA sieht dies im Zusammenhang mit vorsichtigen Erwartungen einer Stabilisierung wichtiger Abnehmerbranchen, darunter die europäische Automobilindustrie. Positive Impulse könnten dabei insbesondere aus dem Bereich der Elektromobilität kommen.
Exportgeschäft unter Druck
Deutlich schwächer entwickelte sich das Exportgeschäft. Die Lieferungen außerhalb Europas gingen im ersten Quartal um 24,2 Prozent zurück. Als wesentliche Ursachen nennt die EAFA den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch asiatische Anbieter sowie handelspolitische Maßnahmen wie US-Importzölle. Zusätzlich habe die Verschärfung des Konflikts mit Beteiligung Irans seit März zu weiteren Unsicherheiten beigetragen.
Die Analyse nach Materialstärken zeigt ein differenziertes Bild. Dünnere Folien, die vor allem in Verpackungs- und Haushaltsanwendungen eingesetzt werden, verzeichneten innerhalb Europas einen Rückgang von 5,9 Prozent. Dickere Folien für Container- und technische Anwendungen entwickelten sich mit einem Minus von 1,6 Prozent vergleichsweise stabil. Insgesamt deuteten die Entwicklungen im Quartalsverlauf auf eine schrittweise Stabilisierung hin.
EAFA erwartet stabilen Jahresverlauf
„Trotz geopolitischer Unsicherheiten und veränderter Kostenstrukturen beliefern die europäischen Folienhersteller ihre Kunden in Europa weiterhin zuverlässig“, erklärte Guido Aufdemkamp, Executive Director der EAFA. Weiter sagte er, man erwarte eine positivere Entwicklung im zweiten und dritten Quartal. Trotz des insgesamt schwachen Jahresstarts und des neuen Konflikts in der Golfregion, der den globalen Handel belaste, gehe die Organisation davon aus, dass die Aluminiumfolienlieferungen europäischer Hersteller im Gesamtjahr stabil bleiben werden.
Quelle: EAFA






