FLUX-Geräte: Abfüllsystem für anspruchsvolle Flüssigkeiten

Das Gesamtsystem mit Rollenbahn für den Einsatz im Food-Bereich. (Bild: FLUX-Geräte GmbH)
Das Gesamtsystem mit Rollenbahn für den Einsatz im Food-Bereich. (Bild: FLUX-Geräte GmbH)

Die Zufriedenheit ihrer Kunden steht bei allen Entwicklungen der FLUX-Geräte GmbH, Maulbronn, im Mittelpunkt. Seit 60 Jahren bietet das Unternehmen überzeugende Produktlösungen und effiziente Serviceleistungen für den sicheren Umgang mit den unterschiedlichsten Medien. Trends werden frühzeitig aufgegriffen und effektiv umgesetzt: Das System Flux-Fill WT steht beispielhaft für den Schritt hin zur halb automatischen Abfüllung mit integrierter Wägetechnik.

Im Jahr 1950 wurde die erste elektrische Fasspumpe vorgestellt. Sie trug die Bezeichnung FLUX. Diese Marke steht bis heute hinter dem Namen des mittelständischen Unternehmens, das viel beachtete Lösungen im Bereich der Pumpentechnologie entwickelt und vertreibt.

Das Leistungsspektrum reicht von den bekannten Fasspumpen über Exzenterschnecken-, Tauchkreisel- und Druckluft-Membranpumpen, Durchflussmesser, Mischer und komplette Systemlösungen bis hin zu einem umfassenden Zubehörsortiment.

Inzwischen gehen die Ansprüche der Anwender über das reine Pumpen von Flüssigkeiten weit hinaus. Gefragt sind Gesamtlösungen, die sich in die Prozessketten integrieren lassen, die flexibel einsetzbar sind und Zusatzfunktionen bieten, ihren Beitrag bei der Ressourcen- und Energieeffizienz leisten und nicht zuletzt ergonomischen Anforderungen gerecht werden.

Ganz konkret ging es darum, ein Abfüllsystem zu entwickeln, das für unterschiedliche Flüssigkeiten und Gebinde und den Einsatz verschiedener Abfüllverfahren geeignet ist, Mengen grammgenau abgibt, auch im Lebensmittel- und Kosmetikbereich genutzt werden kann, mitzählt und sich komfortabel reinigen lässt. Das Ergebnis, das Abfüllsystem FLUX-FILL WT, kann sich sehen lassen.

Pumpen, entleeren, mischen, abfüllen, dosieren: Wenn Flüssigkeiten in Bewegung kommen, gibt es vielschichtige Anforderungen. In jedem Fall müssen die Prozesse reibungslos ablaufen. Wie sich niedrig- oder hochviskose, vielleicht schäumende Fluide schnell, effizient und sicher mit dem neuen System abfüllen lassen, haben uns Vertriebsleiter Jürgen Rabenseifner und der Leiter Entwicklung und Konstruktion, Tobias Ahrens, im Detail erläutert:

Tobias Ahrens, Leiter Entwicklung und Konstruktion und Jürgen Rabenseifner, Vertriebsleiter (Bild: FLUX-Geräte GmbH)

Tobias Ahrens, Leiter Entwicklung und Konstruktion und Jürgen Rabenseifner, Vertriebsleiter (Bild: FLUX-Geräte GmbH)

pj: Herr Rabenseifner, was gab für das Unternehmen den Ausschlag, in die Entwicklung dieses Systems zu investieren?

Jürgen Rabenseifner: Immer wieder fragten uns Kunden nach Lösungsvorschlägen zum Abfüllen von Gebinden. In Ergänzung unseres Pumpenprogramms hatten wir für diese Aufgaben bisher schon Einzelkomponenten wie Durchflussmesser, Schläuche oder Zapfpistolen im Angebot, aber eben keine integrierte Gesamtlösung.

Zudem kristallisierte sich heraus, dass viele Anwender zur Abfüllung von Gebinden die gravimetrische Messung einer volumetrischen Messung vorziehen: also prozesssicher, präzise, einfach. Damit ist die Beeinflussung der Messung durch die Medieneigenschaften praktisch ausgeschlossen, und Fragen der Reinigung erübrigen sich.

pj: Welche Medien lassen sich mit dem neuen System verarbeiten, und welche Abfülltechniken sind möglich?

Jürgen Rabenseifner: Unser Abfüllsystem kann eine große Bandbreite unterschiedlicher Medien handhaben. In Kombination mit unserem Fasspumpenprogramm können dünnflüssige Medien wie Reinigungsmittel, Säuren oder Aromastoffe abgefüllt werden.

Setzt man eine volumetrische Pumpe wie unsere Exzenterschneckenpumpe als Zuführpumpe ein, dann können unsere Kunden damit Medien bis 25.000 mPas abfüllen, wie z. B. Harze, Silikone oder dickflüssige Öle. In der Ex-Ausführung, die wir auf der nächsten interpack vorstellen werden, ist z. B. das Abfüllen von lösemittelbasierten Medien möglich.

Drei auswählbare Abfüllverfahren sind möglich. Sie erlauben die Überspiegelabfüllung, die man eher bei hochviskosen Fluiden einsetzt, die Unterspundlochabfüllung und die Unterspiegelabfüllung, die beispielsweise bei Flüssigkeiten zur Anwendung kommt, die zum Schäumen neigen.

Bei jedem Abfüllprogramm können zusätzlich die Gewichtsanteile der Grob- und Feinbefüllung innerhalb des Abfüllzyklus parametriert werden. Wir bieten also dem Anwender einen hohen Grad an Flexibilität, um seine Abfüllaufgaben optimal zu erledigen.

Beispiel für eine Unterspundlochabfüllung. Die Feindosierung im Kanister erfolgt im letzten Schritt. (Bild: FLUX-Geräte GmbH)

Beispiel für eine Unterspundlochabfüllung. Die Feindosierung im Kanister erfolgt im letzten Schritt. (Bild: FLUX-Geräte GmbH)

pj: Herr Ahrens, was kann das System leisten, also welche Gebindearten und -größen kommen infrage, welche Mengen bzw. Volumina und welche Stückzahlen pro Stunde sind möglich?

Tobias Ahrens: Bei den unterschiedlichen Abfüllsystemvarianten unterscheiden wir grundsätzlich zwei Behältergrößen: Gebinde mit einer Höhe bis 250 Millimeter und einer Höhe bis 400 Millimeter bei einem Spundlochdurchmesser von mindestens 40 Millimeter. Alle Varianten können dabei unterschiedlichste Gebindetypen befüllen, wie z. B. Weithalsflaschen, Schraubdosen, Klemmdeckeldosen, Kanister oder Eimer. Bei der Abfüllmenge decken wir einen Bereich von 0,5 bis 50 Kilogramm ab.

Die Leistung hängt natürlich stark von der Behältergröße und der geforderten Genauigkeit ab. Unsere Zielgruppe sind Kunden, die etwa 100 bis 500 Gebinde pro Tag oder Schicht abfüllen müssen. Dabei ist es hilfreich, dass das System mitzählt …

Abgefüllt werden kann in Flaschen, Gläser, Dosen, Eimer, Kanister oder Hobbocks. (Bild: FLUX-Geräte GmbH)

Abgefüllt werden kann in Flaschen, Gläser, Dosen, Eimer, Kanister oder Hobbocks. (Bild: FLUX-Geräte GmbH)

pj: Welche Mengentoleranzen werden mit der Wägezelle erreicht?

Tobias Ahrens: Die Wägezellen haben je nach Gewichtsbereich eine Auflösung von zwei, fünf oder zehn Gramm, was die maximale theoretische Genauigkeit der Abfüllung vorgibt.
Der Abfüllvorgang beginnt mit einer Grobdosierung zum schnellen Befüllen und endet mit einer Feindosierung, um mit reduziertem Volumenstrom das voreingestellte Gewicht möglichst exakt zu erreichen.

pj: Für welche Anwender wurde diese Lösung konzipiert?

Jürgen Rabenseifner: Unsere Zielgruppe sind z. B. Anwender, die die Gebindeabfüllung bislang eher händisch durchführen, beispielsweise mit Zapfpistole, Durchflussmesser und Kontrollwaagen, und diesen Prozessschritt zukünftig effizienter und sicherer erledigen wollen. Sie möchten sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, anstatt sich mit der Abstimmung der Komponenten, deren Integration und schließlich auch der Konformitätsbewertung des Gesamtsystems zu beschäftigen.

Typischerweise gehen die abgefüllten Gebinde in den Verkauf und müssen dann auch die Anforderungen der Fertigpackungsverordnung erfüllen. Aber auch innerbetriebliche Ab- und Umfüllaufgaben sind denkbar. In Zeiten der Individualisierung geht es um Gebinde in kleinen und mittleren Losgrößen und häufig wechselnden Gebindegrößen und gelegentlich auch wechselnden Gebindeformen.

pj: Welche Vorteile ergeben sich für den Anwender?

Jürgen Rabenseifner: Der Anwender hat die Möglichkeit, bis zu 99 Abfüllprogramme einmalig zu parametrieren und diese für seine jeweiligen Kommissionieraufträge ganz leicht wieder abzurufen. Parameter wie Taragewicht-Kontrolle, Gebindezähler, die drei genannten Abfüllverfahren sowie die Grob- und Feinbefüllung erlauben es, jeden Abfülljob effizient und prozesssicher auszuführen.

Die integrierte Drucküberwachung bei volumetrisch arbeitenden Zuführpumpen sowie die Start-/Stopp-Steuerung der Pumpe über das System machen die Arbeit mit dem System zudem sicher und leise. Derzeit haben wir als Gebindeuntergrenze ein Füllgewicht von 500 Gramm und als Obergrenze ein Füllgewicht von 50 Kilogramm definiert. Darunter und darüber sehen wir die Skalierbarkeit des aktuellen Konzepts nicht mehr gegeben.

Programmstart und Dosierende: Der Vorgang läuft automatisch ab. Die Gebindeanzahl, die Soll- und Istmenge sowie die Toleranzen lassen sich leicht einstellen und ablesen. (Bild: FLUX-Geräte GmbH)

Programmstart und Dosierende: Der Vorgang läuft automatisch ab. Die Gebindeanzahl, die Soll- und Istmenge sowie die Toleranzen lassen sich leicht einstellen und ablesen. (Bild: FLUX-Geräte GmbH)

pj: Bei Produktwechseln muss das System gereinigt werden. Wie wird das gelöst?

Tobias Ahrens: Alle wesentlichen Bauteile des Systems sind in Edelstahl ausgeführt und damit sehr leicht zu reinigen. Medienberührt ist nur das Dosierventil, an das der Schlauch der Zuführpumpe werkzeuglos mittels Clamp-Anschluss angeschlossen wird. Das Dosierventil besteht aus sehr wenigen Bauteilen. Es ist CIP-fähig und mit wenigen Handgriffen in etwa zwei Minuten auch zu demontieren.

FLUX-FILL WT ist übrigens als Food-Variante für den Einsatz in Kosmetik- oder Lebensmittelanwendungen mit EG1935/2004 bzw. FDA-konformen Werkstoffen und einer speziellen Ausführung der Waage verfügbar.

pj: Die Gebinde müssen manuell zugeführt und wieder entnommen werden. Haben Sie auch ergonomische Aspekte berücksichtigt?

Tobias Ahrens: Derzeit bieten wir Rollenbahnmodule für die Gebindezu- und -abführung sowie Rollenbahnaufsätze für die Waagen an. Bei Kombination dieser Elemente ergibt sich eine durchgehende Rollenbahn in drei Segmenten. Zudem verfügt das System über eine klappbare Positionierhilfe zur einfachen Positionierung der Gebinde unter der Fülllanze. Dies erleichtert dem Bediener das Gebindehandling schon sehr. Einen weiteren Ausbau der Systemperipherie wollen wir schrittweise durchführen. Ideen dazu gibt es mehr als genug.

FLUX-Geräte GmbH auf der FachPack 2019: Halle 3, Stand 521

www.flux-pumps.com