Behälterglas in 2020 ohne Umsatzeinbußen

Behälterglas
(Bild: Aktionsforum Glasverpackung)

Die deutsche Glasindustrie schließt das Jahr 2020 mit einem Umsatzrückgang ab. Die verschiedenen Glasbranchen waren allerdings durch die Coronakrise unterschiedlich stark betroffen. Allein Verpackungsglas verzeichnete ein leichtes Plus.

Der Gesamtumsatz der Glasindustrie in Deutschland sank laut Daten des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2020 um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 9,35 Mrd. Euro (2019: 9,81 Mrd. Euro). Inlands- und Auslandsumsatz zeigten sich dabei gleichermaßen rückläufig mit einem Minus von 4,0 bzw. 5,5 Prozent. Trotz der negativen Bilanz sind die Unternehmen der verschiedenen Glasbranchen in ihren Geschäftserwartungen vorsichtig optimistisch.

Die Coronakrise hat in nahezu allen Glasbranchen im Jahr 2020 zu einem negativen Abschluss geführt: Die höchsten Verluste verzeichneten die Hersteller von Wirtschaftsglas mit einem Umsatzrückgang von 37,8 Prozent auf 381 Mio. Euro (2019: 612 Mio. EUR).

Behälterglas profitierte von Konsumverschiebung

Konstant zeigte sich dagegen das Ergebnis der Behälterglasindustrie im Vergleich zum Vorjahr: Der Umsatz stieg um 0,4 Prozent auf 2,05 Mrd. Euro (2019: 2,04 Mrd. Euro). Die Branche profitierte dabei leicht von der Verschiebung des Konsums von Lebensmitteln und Getränken in den häuslichen Bereich und konnte dadurch Einbußen durch die Schließung gastronomischer Betriebe kompensieren.

Auf Hochdruck lief die Produktion bei den Herstellern für Pharmaglas, die mit Millionen von Glasbehältern für die Abfüllung der Impfstoffe gegen das Coronavirus einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten.

BV-Glas-Präsident Dr. Frank Heinricht zu dem Ergebnis: „Die Glasindustrie hat das Jahr 2020 leider mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen. Das Ergebnis muss aber im Kontext zweier Lockdowns betrachtet werden, die einige wichtige Absatzmärkte für Glas hart getroffen haben. Eine Ausnahme ist der Verpackungsbereich, in dem sich Glas noch einmal positiv positionieren konnte. Mit Blick auf die voranschreitenden Impfungen und die zu erwartende Entspannung der pandemischen Lage im Sommer, ist die Glasindustrie bezüglich der Geschäftserwartungen für das Jahr 2021 vorsichtig optimistisch.“

Der Bundesverband Glasindustrie e.V. vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen der Glas herstellenden Industrie in Deutschland. Dazu zählen die Bereiche Flachglas, Behälterglas, Wirtschaftsglas, Glasfasern, Spezialglas sowie Glasbearbeitung und -veredelung. Der Branche gehören rund 400 Betriebe mit circa 54.000 Beschäftigten an. Der Gesamtumsatz betrug 2020 rund 9,4 Milliarden Euro.

Quelle: Bundesverband Glasindustrie e.V.