Cospatox will bis 2023 PCR-Sicherheitsstandards für Kosmetika festlegen

(Bild: RecycleMan/shutterstock)

Das Industriekonsortium Cospatox hat es sich zum Ziel gesetzt, die bisher fehlenden speziellen Sicherheitsstandards für Post-Consumer-Rezyklate (PCR) für Kosmetika und andere Haushaltsverpackungen zu definieren. Nun gibt Cospatox bekannt, dass die Ergebnisse der Arbeit innerhalb von 24 Monaten vorliegen sollen.

Cospatox wurde im März 2021 gegründet und ging aus dem Forum Rezyklat hervor. Dieses wiederum wurde 2018 von dm-drogerie markt initiiert und zählt heute branchenübergreifend 47 Mitglieder. Seit Anfang Mai 2021 wird das Forum von GS1 Germany geleitet. Mitglieder sind u.a. ALBA Group / ALBA / InterserohALPLA GroupAmcorBeiersdorfBorealisDer Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbHL’OréalDirk Rossmann GmbHSiegwerkVeolia und Weleda. Eine regelmäßige und gegenseitige Information über die Arbeit beider Gruppen soll fortgesetzt werden.

Cospatox entwickelt PCR-Sicherheitsstandards

Der Name CosPaTox steht für Cosmetics, Packaging and Toxicology (Kosmetik, Verpackung und Toxikologie). Dabei besteht die Initiative aus großen europäischen Markenartiklern der Kosmetikindustrie, der Hygiene- sowie der Wasch- und Reinigungsmittelbranche in Zusammenarbeit mit engagierten Recyclingunternehmen, Kunststoffherstellern und Kunststoffverarbeitern, die ebenfalls zu den Mitgliedern gezählt werden. Darüber hinaus wurden wissenschaftliche Experten auf dem Gebiet des Recyclings von Post-Consumer-Verpackungsabfällen (z.B. Fraunhofer IVV, FH Wien, Fabes) eingebunden, um in Zusammenarbeit mit Branchenspezialisten der Mitgliedsunternehmen ein fokussiertes Arbeitsprogramm umzusetzen.

Ziel ist es, toxikologische Sicherheitsrichtlinien für PCR zu definieren, die in Kosmetikverpackungen verwendet werden, wobei ein erster Schwerpunkt auf Polyolefinen (PE und PP) liegen soll. Drei verschiedene Arten von Verpackungen stehen im Fokus von Cospatox: Kosmetik Leave-on, Kosmetik Rinse-off und Wasch- und Reinigungsmittel. Die genannte Reihenfolge spiegelt die steigenden Anforderungen an die Rezyklatqualität wider.

Dabei ist das Industriekonsortium davon überzeugt, dass von der Standardisierung auch Unternehmen profitieren werden, die bisher aufgrund der fehlenden toxikologischen Bewertung und Standardisierung von Non-Food-PCR Abstand genommen haben.

Methodenentwicklung für die Praxis

Neben der Ermittlung toxikologisch unbedenklicher Grenzwerte umfasst die Zielsetzung auch die Erstellung von Prüf- und Messmethoden, die von den Recyclern schnell vor Ort eingesetzt werden können. Die Entwicklung einer schnellen Analytik wird als essentiell für den zukünftigen Erfolg höherer Rezyklatquoten angesehen, da es heute Wochen dauert, die Rezyklatqualität z.B. über Migrationstests zu bewerten.

Das Cospatox-Konsortium ist nach eigenen Angaben offen für neue Mitglieder, allerdings erfordert eine aktive Teilnahme „ein hohes Maß an Kompetenz in den Bereichen Toxikologie sowie Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffrezyklaten zur Bereicherung der Arbeitspakete“. Aber auch eine passive Teilnahme ist möglich.

Quelle: Cospatox