PKV investiert dreistelligen Millionenbetrag in klimaneutrale Papier- und Kartonproduktion

Bild: PKV (bearbeitet)

Die Papier- und Kartonfabrik Varel (PKV) will bis 2045 klimaneutral produzieren. Dazu plant das Unternehmen umfassende Investitionen in neue Energieinfrastruktur und Technologien zur CO₂-Reduktion – mit dem Ziel eines geschlossenen Kreislaufs aus Altpapier.

Die Papier- und Kartonfabrik Varel (PKV) hat ehrgeizige Klimaziele: Bis 2031 sollen die CO₂-Emissionen (Scope 1 und 2) um 42 Prozent gegenüber 2021 sinken. Bis 2045 strebt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge Treibhausgasneutralität an – im Einklang mit dem Bundesklimaschutzgesetz und den Vorgaben des Pariser Klimaabkommens. Die Investitionen in diesen Transformationsprozess sollen sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen.

Dekarbonisierung im industriellen Maßstab

Die geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, den CO₂-Fußabdruck der Produktion signifikant zu verringern. Dabei setzt die PKV auf einen Mix aus erneuerbaren Energien, Effizienzsteigerungen und Kreislaufwirtschaft. Besonders im Fokus steht die Substitution von Erdgas als bislang zentralem Energieträger. Zukünftig soll grüne Energie in Verbindung mit neuen Anlagen zur Prozesswärmegewinnung den Bedarf decken.

Ein zentrales Vorhaben sei der Ausbau des Stromanschlusses sowie der Bau neuer, strombasierter Prozesswärmeanlagen. Parallel dazu werde der Einsatz industrieller Großwärmepumpen geprüft. Sie könnten dazu beitragen, den spezifischen Energieverbrauch pro Tonne deutlich zu senken – ein weiterer Hebel zur Reduktion der Emissionen, wie es heißt.

Energie aus Abfall: Eigenes Waste-to-Energy-Kraftwerk geplant

Ein zusätzlicher Bestandteil der Dekarbonisierungsstrategie ist die energetische Nutzung von nicht verwertbarem Material aus dem angelieferten Altpapier. Dieser Anteil werde bereits heute als Ersatzbrennstoff aufbereitet und extern verwertet. Künftig soll diese Energie direkt auf dem Werksgelände über ein eigenes Waste-to-Energy-Kraftwerk genutzt werden. Das Unternehmen erhofft sich davon eine effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen und eine weitere Minderung externer Energieabhängigkeiten.

„Gesetzlich ist der Weg in die Klimaneutralität vorgeschrieben, wirtschaftlich lässt der CO2-Preis kaum andere Möglichkeiten und ethisch sehen wir uns in der Verantwortung, zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Wir müssen diesen Weg gehen. Aber darin steckt auch eine große Chance für energieintensive Unternehmen wie die PKV. Wir setzen schon seit 1950 auf Altpapier als Rohstoff. Recycling und Nachhaltigkeit sind elementarer Teil unseres unternehmerischen Selbstverständnisses. Wenn wir wirtschaftlich CO2-freie Produkte aus Altpapier herstellen können, haben wir den ökologisch perfekten Kreislauf für Verpackungen! Für dieses Ziel lohnt es, sich anzustrengen, obwohl es parallel große wirtschaftliche Herausforderungen in sich trägt.“

PKV-Gesellschafter Kristian Evers

Externe Validierung und Transparenz

Die Klimaziele der PKV sollen sich an wissenschaftlich anerkannten Standards orientieren. Geplant ist die Validierung durch die Science Based Targets Initiative (SBTi). Weitere Informationen zum Dekarbonisierungspfad stellt das Unternehmen auf seiner Website bereit. Die Umsetzung der einzelnen Projekte erfordert umfassende Genehmigungsverfahren, zu denen das Unternehmen jeweils gesondert informieren wird.

Quelle: Papier- und Kartonfabrik Varel (PKV)