Input: Zigarettenschachtel mit integriertem Entsorgungsfach

Designprojekt Input
Die Zigarettenpackung Input verfügt über ein zusätzliches Fach für Zigarettenstummel. (Bild: J. Zerr, E. Freymüller, M. Hesse, F. Vennemeyer)

Zigarettenstummel werden täglich millionenfach einfach weggeschnippst. In einem Semesterprojekt an der MSD Münster School of Design haben sich vier Studierende mit dem Problem beschäftigt und mit Input eine pfiffige Lösung entwickelt. Dafür gab es sogar einen Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie Nachwuchs.

Madeline Hesse, Elisabeth Freymüller, Jonas Zerr und Frederic Vennemeyer wollen mit Input einen umweltfreundlichen Standard innerhalb der Zigarettenindustrie anstoßen. „Jedes Jahr fallen weltweit 5,6 Billionen Kippenstummel an – davon landen 80 Prozent sorglos auf dem Boden. Dabei beinhalten sowohl Filter als auch Tabakreste unzählige Schadstoffe, die lang anhaltende Folgeschäden für Flora und Fauna bedeuten,“ erläutert Jonas Zerr.

Input soll Vermüllung durch Zigarettenstummel reduzieren

Mit einer kleinen Veränderung am bisherigen Verpackungsstandard soll nun genau dieses Problem gelöst werden. Dazu haben die Designstudenten eine Zigarettenpackung um ein ausziehbares Zusatzfach erweitert, in dem die Stummel bis zur nächsten fachgerechten Entsorgungsmöglichkeit aufbewahrt werden können.

Designerteam Input Das Entwicklerteam: Elisabeth Freymüller und Jonas Zerr (oben), Madeline Hesse und Frederic Vennemeyer (unten). (Bild: J. Zerr, E. Freymüller, M. Hesse, F. Vennemeyer)


Nachhaltiges Material und Zusatznutzen

Die zweiteilige Kartonschachtel lässt sich einfach auseinanderziehen, und die Zigarettenstummel können dann durch eine frei werdende, kreisrunde Öffnung eingeworfen werden. Um unangenehmen Gerüchen entgegenzuwirken, könnte das Fach zudem innenseitig mit Wachs beschichtet werden.

Und auch das war den vier Bachelorstudenten der MSD wichtig: Input passt in die etablierten Verkaufssysteme an Tankstellen, in Kiosken oder Automaten. So werden alle gesetzlich vorgeschriebenen Normen beachtet und die Maße an die herkömmlicher Zigarettenpackungen angepasst. Erst durch die Nutzung erweitert sich die Packung temporär.

Input Und so funktioniert es. (Bild: J. Zerr, E. Freymüller, M. Hesse, F. Vennemeyer) 

Vorrangiges Ziel des Projekts sei die Reduzierung der Umweltverschmutzung durch achtlos weggeworfene Zigarettenstummel. Die vier hoffen daher, dass Zigarettenpackungen in Zukunft nicht nur aus nachhaltigem Material bestehen, sondern auch mit dem Depot für Zigarettenstummel ausgestattet werden.

„Für uns war es das erste Mal im Studium, dass wir uns mit Verpackungsdesign beschäftigt haben. Daher freut uns die Auszeichnung mit dem Deutschen Verpackungspreis besonders“, sagt Elisabeth Freymüller. Jetzt hoffen die angehenden Designerinnen und Designer, nach der Preisverleihung auf der Fachpack einen potenziellen Partner aus der Industrie zu treffen, der bereit ist, das Projekt umzusetzen.

 

Erschienen in packaging journal 7/2021

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