Fünf Fragen an Bertram Göb (W.AG Funktion + Design)

Bertram Göb, W.AG Funktion und Design (Bild: W.AG)
Bertram Göb, W.AG Funktion und Design (Bild: W.AG)

Bereits 2012 startete Bertram Göb seine Laufbahn als Key Account Manager bei der W.AG Funktion + Design GmbH aus Geisa/Rhön. Er gilt als Kenner der Kofferbranche und verantwortet seit November 2018 als Geschäftsführer insbesondere den kaufmännischen Bereich des Komplettanbieters von Industriekoffern und Schaumstoffeinlagen.

pj: Herr Göb, wo liegen aktuell die Schwerpunkte der W.AG?

Bertram Göb: Aktuell forcieren wir die Erweiterung unseres flächendeckenden Direktvertriebs in Europa. Gleichzeitig fördern wir sehr stark unsere Produktinnovationen, indem wir neben unserem sortenreinen Polypropylen (PURELINE) auch ein alternatives Material aus nachwachsenden Rohstoffen (ORGANICLINE) in unser Portfolio integriert haben.

Transparente und ehrliche Kommunikation ist uns sehr wichtig, damit unsere Kunden frei entscheiden können, welches Material sie für ihre Koffer oder Boxen einsetzen möchten. Wir sehen zudem, dass das Thema CO2-Einsparung zukünftig genauso wichtig wird wie die Entwicklung hin zu Cradle to Cradle.

pj: Welche besonderen Herausforderungen gab es für Sie persönlich im letzten Jahr?

Bertram Göb: Für mich war es wichtig, auf den Grundlagen und Werten, die unser Firmengründer Wolfgang Wagester geschaffen hat, aufzubauen und unsere Marktführerschaft trotz aktuell schwieriger Voraussetzungen zu festigen.

Im vergangenen Jahr waren viele Kunden bei Projekten nicht so euphorisch, wie wir uns das gewünscht hätten. Dennoch konnten wir unsere Marktposition als Premiumkofferhersteller dank der Branchenbreite und unseres hervorragenden Produkt- und Leistungsportfolios sukzessive stärken.

pj: Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Lage ein?

Bertram Göb: Wir gehen davon aus, dass die wirtschaftliche Lage 2020 sich weiterhin eher bedarfsorientiert gestalten wird. Die globalen politischen Unsicherheiten beeinflussen definitiv unser B2B-Geschäft. Wir sind aber in allen Unternehmensbereichen für die Zukunft sehr gut aufgestellt.

pj: Welche Auswirkungen erwarten Sie für die W.AG?

Bertram Göb: Kunden tendieren aktuell eher zu Bestellungen mit kleineren Mengen. Für unser Geschäftsmodell hat dies höhere Rüstkosten bei einem gleichbleibenden Preisniveau zur Folge. Eine Expansion in Europa lässt sich sowohl markt- als auch rohstoffseitig möglicherweise schwieriger realisieren. Wir gehen z. B. von einer leicht steigenden Preisentwicklung bei unseren Rohstoffen aus.

Im Inlay-Bereich kaufen wir u. a. Schaumstoffe hinzu, deren Preisentwicklung ebenso schwer zu prognostizieren ist, da einige große Schaumstoffhersteller in England ansässig sind. Hier warten wir einerseits die Brexit-Entwicklung ab, arbeiten aber bereits an alternativen Materialien.

pj: Worin sehen Sie die wichtigsten Aufgaben und Trends der Branche?

Bertram Göb: Die Diskussion um Nachhaltigkeit bietet enorme Chancen in der Weiterentwicklung von Produkten. W.AG bietet seit 1997 eine Mehrwegverpackung an, die kontinuierlich den aktuellen Trends angepasst wird und Lösungen für die Zukunft bietet.

Mit kommunizierter Ehrlichkeit und Transparenz wird der Wertstoff Kunststoff bei uns zu individuellen Kofferlösungen verarbeitet, die am Ende des Lebenszyklus dem Recyclingkreislauf zugeführt werden können.

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