Greenwashing bei Werbeaussagen zu Biokunststoffen

Bei Produkten aus Biokunststoff findet die DUH Greenwashing bei den Werbeaussagen.
(Bild: Erdmann/DUH)

Die Deutsche Umwelthilfe hat einen Blick auf die Werbeaussagen bei Produkten aus Biokunststoff geworfen. Viele der Aussagen zur Kompostierung, Umweltvertr├Ąglichkeit und Kunststoffvermeidung seien dabei Greenwashing. Nun fordert die DHU ein Werbeverbot zur Kompostierbarkeit von Biokunststoff.┬á

Viele Handelsunternehmen und Markenhersteller – darunter Edeka, Kaufland, Lidl, Dallmayr, Nestl├ę und Pampers – f├╝hren Verbraucherinnen und Verbraucher mit zweifelhaften Werbeslogans zu Einweg-Produkten aus Bioplastik in die Irre und hintertreiben echten Klima- und Umweltschutz. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Dabei hat die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation Werbeversprechen zur Umweltvertr├Ąglichkeit und Entsorgung von insgesamt 29 Bioplastik-Produkten unter die Lupe genommen, angefangen von Kaffee- und Teekapseln ├╝ber Take-Away- sowie Lebensmittelverpackungen bis hin zu Hygieneprodukten und sogar Schuhen.

“Bioplastik boomt im Supermarktregal, der Drogerie oder im To-go-Bereich. Viele Menschen greifen bewusst zu Bioplastik-Produkten in der Hoffnung, so Umwelt und Klima zu schonen. Aufdrucke wie ‘umweltfreundlich’, ‘kompostierbar’ oder ‘plastikfrei’ klingen zwar vielversprechend, doch der gr├╝ne Schein t├Ąuscht! Oft handelt es sich um Einweg-Produkte, die entweder komplett unn├Âtig sind oder f├╝r die es l├Ąngst umweltfreundlichere Mehrwegalternativen gibt. Die Entsorgung von nahezu allen Bioplastik-Produkten in der Biotonne ist aus gutem Grund verboten: Ein von uns Ende letzten Jahres durchgef├╝hrtes Experiment in einer repr├Ąsentativen industriellen Kompostierungsanlage hat gezeigt, dass als ‘kompostierbar’ beworbene Produkte sich nur teilweise oder gar nicht zersetzen und den Kompost mit Plastikresten verunreinigen k├Ânnen. Bioplastik l├Âst keine Probleme, sondern schafft neue. Deshalb fordern wir Verbraucherschutzministerin Lemke auf, ein Werbeverbot zur Kompostierbarkeit von Bioplastik-Verpackungen und -Produkten einzuf├╝hren. Dadurch w├╝rde der von der Industrie am h├Ąufigsten verwendeten Bioplastik-Werbel├╝ge ein Riegel vorgeschoben!”

Barbara Metz, DUH-Bundesgesch├Ąftsf├╝hrerin

Nach Einsch├Ątzung der DUH setzen Handelsunternehmen vor allem auf Bioplastik, um unter einem gr├╝nen Deckmantel mit dem massenhaften Verkauf von unn├Âtigen Wegwerfverpackungen und kurzlebigen Einweg-Produkten weiterzumachen. Doch ebenso wenig wie die vermeintliche Kompostierbarkeit von Bioplastik-Verpackungen und -Produkten ist deren Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen eine umweltfreundliche L├Âsung. H├Ąufig werden zur Produktion von “pflanzenbasiertem” Bioplastik Nutzpflanzen aus landwirtschaftlichen Monokulturen verwendet.

“F├╝r Wegwerfprodukte aus Plastik schwindet zunehmend die Akzeptanz bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Viele Hersteller tauschen deshalb ihre fossil basierten Kunststoffverpackungen und -produkte gegen solche aus Bioplastik aus und bewerben diese als ‘pflanzenbasiert’ oder gar ‘plastikfrei’. Das betrifft beispielsweise v├Âllig unn├Âtige Tomatenverpackungen bei Kaufland oder Einweg-Windeln von Marktf├╝hrer Pampers. Chemisch gilt jedoch: Bioplastik bleibt Plastik. Zudem f├Ąllt kein Gramm weniger Abfall an. Umweltbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich nicht an der Nase herum f├╝hren lassen und stattdessen m├Âglichst Abf├Ąlle vermeiden und Mehrwegalternativen verwenden.”

Thomas Fischer, DUH-Leiter f├╝r Kreislaufwirtschaft

Um das Greenwashing mit Bioplastik zu stoppen, hat die DUH bereits eine Protestmail-Aktion an Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke gestartet.

Quelle: DUH

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