GS1 vergibt Lean and Green Auszeichnung

Die Gewinner des Lean and Green Awards.
(Bild: Bundesvereinigung Logistik)

Auf dem Deutschen Logistik-Kongress zeichnete GS1 Germany erneut Unternehmen für nachhaltiges Engagement im Bereich Logistik aus. Besonders die Reduktion von CO2-Emissionen standen dabei im Fokus. Chep konnte sich über eine Auszeichnung freuen und Südpack erhielt den Sonderpreis. 

Die Initiative Lean and Green würdigt eine nachhaltige ressourcenschonende Logistik alljährlich mit den gleichnamigen Awards und Stars. So überreichte GS1 Germany, Träger der Initiative in Deutschland, am 20. Oktober mehreren Unternehmen Auszeichnungen für ihren Erfolg bei der Reduzierung ihres CO2-Ausstoßes in Lager- und Logistikprozessen. Auf dem Deutschen Logistik-Kongress, veranstaltet von der Bundesvereinigung Logistik (BVL), nahm Chep den Lean and Green 3rd Star entgegen. Der 2nd Star ging an Lorenz Bahlsen Snack-World. Bünting SCM/Logistik feiert mit dem Award sein Lean-and-Green-Debüt.

Aljoscha Rix und Thomas Fell von GS1 Germany, Kai Derda, CHEP Deutschland (von links nach rechts)
v.l.n.r.: Aljoscha Rix und Thomas Fell von GS1 Germany, Kai Derda, CHEP Deutschland (Bild: CHEP)

Chep Deutschland ist ein Gründungsmitglied der Lean and Green Initiative. Seit der ersten Auszeichnung mit dem Lean and Green Award im Jahr 2014 hat das Unternehmen kontinuierlich seine CO2-Emissionen reduziert und dabei stets über 90 Prozent der Gesamtemissionen im Blick behalten.

Der Palettenpooling-Anbieter und Experte für Supply-Chain-Lösungen hat seine Logistikprozesse durch die Einführung von Inspektionspunkten an strategischen Standorten bei Händlern und Herstellern optimiert. Diese Innovation eliminiert den Bedarf an separaten Transporten zu Inspektionsstandorten und hat allein im letzten Finanzjahr in Europa 63.200 LKW-Fahrten und damit 4.880 Tonnen CO2 eingespart.

Mit dem Projekt „Track and Trace“ setzt das Unternehmen neue Maßstäbe in der Lieferkettentransparenz: Durch die Nutzung von Trackern auf Paletten werden Echtzeitdaten generiert, die nicht nur den Transport, sondern die gesamte Lieferkette revolutionieren. Dies ermöglicht eine effizientere Planung, geringere Ausfallzeiten und letztlich eine weitere Reduzierung des CO2-Ausstoßes. 

Einsatz für weniger Emissionen in der Logistik

Der familiengeführte Snackhersteller Lorenz konzentrierte sich auf die Optimierung der Transportauslastung in der Kundenbelieferung sowie der internen Warentransporte und auf einen niedrigeren Heizbedarf, um geringere CO2-Emissionen zu erzielen. In Zusammenarbeit mit seinen Kunden und durch interne Netzwerk-Optimierungen konnte der Snackanbieter zwischen 2014 und 2022 die Zahl der Transporte um 38.000 reduzieren. Der Energiebedarf fällt mittlerweile um 22 Prozent niedriger aus als in 2014, da deutlich weniger Erdgas für das Heizen benötigt wird.

Zudem erfolgten 2022 ca. 750 Transporte zwischen den Produktionsstätten und Logistikstandorten im niedersächsischen Hankensbüttel und im bayrischen Neunburg vorm Wald mithilfe von Lang-LKW. Lorenz unterstützt außerdem mehrere soziale Projekte und hat im Rahmen der Zertifizierung für den Lean and Green 2nd Star über 99 Prozent seiner logistikbezogenen Treibhausgasemissionen in den Scope genommen und somit die Vorgaben deutlich übertroffen. Insgesamt gelang es, die transport- und logistikbezogenen Treibhausgasemissionen um rund 35 Prozent CO2 pro Kubikmeter transportierter Ware zu reduzieren

Nachhaltige Logistik mit weniger CO2

Mit der erfolgreichen Zertifizierung für den Lean and Green Award ist Bünting SCM/Logistik den ersten Schritt der Initiative für nachhaltige Logistik gegangen und hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um nächstes Jahr den Leanand Green 1st Star zu erreichen. Dieser Meilenstein steht für eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes entlang der Logistikprozesse um 20 Prozent. Davon will das Unternehmen in 2023 bereits 17 Prozent erreichen.

Der Logistikdienstleister setzt dazu auf insgesamt neun unterschiedliche Maßnahmen. Das Unternehmen hat zum Beispiel seine Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Lampen umgestellt. Außerdem hat Bünting eine Photovoltaik-Anlage in seinem Lager in Nortmoor installiert. Weitere Maßnahmen auf dem Weg zum Lean and Green 1st Star sind unter anderem die Nutzung von eutektischen Platten zur Kühlung von Waren und Bündelungseffekte in der eigenen Beschaffungslogistik. Zudem digitalisiert Bünting Prozesse mit KI-gestützter Dispositionssoftware. Dabei sorgt eine dynamische Planung für eine nahezu hundertprozentige Tourenauslastung. Auch das Thema Reduzierung von Abschriften/Verderb steht im Fokus.

Sonderpreis für Südpack

Südpack gewinnt beim Lean and Green Award den Sonderpreis
Tharcisse Carl, COO von SÜDPACK, Pascal Bader, Bereichsleiter LEAN und Lisa-Marie Schmidberger, Projektmanagerin CSR & Sustainability, nahmen den Preis entgegen. (Bild: Südpack)

“Es freut uns sehr, dass wir in diesem Jahr den Sonderpreis für „Exzellente Strategieumsetzung“ gewonnen haben. Denn die Auszeichnung bestätigt, dass wir mit unserer „Sustainable Efficiency“-Strategie auf dem richtigen Weg sind. Dies motiviert uns zu weiteren Optimierungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“

Tharcisse Carl 

Ziel von „Sustainable Efficiency“ bei Südpack ist die langfristige Optimierung der ökonomischen und ökologischen Effizienz. Diese bildet die Grundlage für den Nachhaltigkeitsrahmen, der die Handlungsfelder Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz sowie soziale Verantwortung umfasst. „Eine durch und durch schlanke Produktion, nachhaltige Produkte und Prozesse sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Ressourcen zählen seit jeher zu unseren Prioritäten“, bekräftigte Tharcisse Carl.

Ein wichtiger Baustein des Konzepts ist dabei das Lean Management. Der erfolgreiche Einsatz von Lean-Methoden und -Werkzeugen wie beispielsweise Policy Deploy­ment, Shopfloor Management, PMO (Project Manage­ment Office) sowie Six Sigma ermöglicht es, die Ziele in den jeweiligen Kategorien zu definieren und konsequent zu verfolgen.

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