Karl Knauer GmbH in Neuenstein ist insolvent

Der Karl-Knauer-Standort in Neuenstein. (Bild: Karl Knauer KG)
Das Karl-Knauer-Werk in Neuenstein ist insolvent. Nicht betroffen sind der Stammsitz in Biberach und der polnische Standort. (Bild: Karl Knauer KG)

Die Karl Knauer GmbH mit Sitz in Neuenstein hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Heilbronn gestellt. Das teilte die Muttergesellschaft Karl Knauer KG aus Biberach am gestrigen Montag, 18. März, mit. Die Karl Knauer KG selbst wie auch der Standort im polnischen Pniewy sind von der Insolvenz nicht betroffen.

Wie es mit der Karl Knauer GmbH weitergeht, wird nun ein Insolvenzverwalter kl√§ren. Vorerst laufe die Produktion wie gewohnt weiter, erkl√§rte die Karl Knauer KG auf Nachfrage. Das Werk in Neuenstein wurde im Jahr 2017 durch Karl Knauer √ľbernommen. Die damalige, 1981 gegr√ľndete HEPACK druck+verpackung GmbH wurde dann am 1. Dezember 2017 in Karl Knauer GmbH umbenannt.

Etwa 100 Beschäftigte sind im Werk Neuenstein beschäftigt

Die Mitarbeiterzahl der GmbH gibt Karl Knauer mit etwa 100 an. Zu den Perspektiven der Besch√§ftigten konnte das Unternehmen noch keine Angaben machen. Zun√§chst m√ľsse die Bestandsaufnahme durch den Insolvenzverwalter abgewartet werden. Das Neuensteiner Werk mit einer Gesamtproduktionsfl√§che von 12.000 Quadratmetern ist vor allem spezialisiert auf den Bereich Lebensmittelverpackungen.

‚ÄěLeider haben unsere Restrukturierungs- und Sanierungsbem√ľhungen, die Faltschachtelherstellung am Standort Neuenstein rentabel zu gestalten, w√§hrend der letzten 21 Monate nicht ausreichend gegriffen‚Äú, wird Richard Kammerer, Sprecher der Gesch√§ftsf√ľhrung der Karl Knauer KG, vom Unternehmen zitiert. ‚ÄěDas ist besonders bedauerlich, da die Karl Knauer GmbH in Neuenstein nicht mehr weit von dem Ziel entfernt war, den Turnaround zu erreichen. Die Hauptgesellschafter haben umfangreiche Gesellschaftermittel investiert, und das Management hat enorme Anstrengungen f√ľr die Integration in den Werksverbund unternommen‚Äú, so Richard Kammerer weiter.

Zukunftskonzept soll verbliebene Standorte sichern

Die Aussichten f√ľr die beiden anderen Unternehmensstandorte in Biberach und Pniewy sch√§tzt die Karl Knauer KG gut ein. Das Management habe mit einer Unternehmensberatungsgesellschaft ein Zukunftskonzept erarbeitet. Damit sollen negative Effekte aus der Insolvenz der Karl Knauer GmbH vermieden werden. Richard Kammerer betont in der Unternehmensmitteilung: ‚ÄěWir sind sicher, dass die Karl Knauer KG mit den Standorten Biberach und Pniewy stark aufgestellt ist und auch ohne Neuenstein eine gute Perspektive hat.‚Äú

Im Stammsitz in Biberach arbeiten nach Angaben auf der Unternehmenshomepage 416 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Pniewy sind demnach 385 Menschen beschäftigt.

In Ausgabe 6/2018 hat das packaging journal ausf√ľhrlich √ľber die Geschichte des Traditionsunternehmens Karl Knauer KG berichtet. Das Unternehmensportr√§t finden Sie an dieser Stelle.