Wegen Lieferengpässen: Polar Group Sanierung unter Schutzschirm

Dienst stellt sich neu auf
(Bild: Polar Mohr)

Weltmarktführer und trotzdem in wirtschaftlichen Problemen: Die Polar Group, zu der auch die Dienst Verpackungstechnik GmbH gehört, stellt sich unter den gerichtlich überwachten Schutzschirm. Der Maschinenbauer leidet unter Lieferengpässen für Schneide- und Verpackungsmaschinen.

Es war keine gute Nachricht, die die Geschäftsleitung der Hofheimer Polar Group am Montag Nachmittag den 380 Beschäftigten überbrachte. Der Maschinenbauer stellt sich unter den so genannten Schutzschirm. Dieses besondere Verfahren im deutschen Insolvenzrecht verbindet die vorläufige Eigenverwaltung mit dem Ziel der frühzeitigen Vorlage eines Insolvenzplans, um hierdurch eine Sanierung von Unternehmen zu erleichtern.

Dienst Standardkartonierer P3
Nicht zuletzt durch den Standardkartonierer P3 ist die Dienst Verpackungstechnik zum Weltmarktführer bei Verpackungsmaschinen für Tiefkühl-Pizzen geworden

Zur Polar Group gehören die 1906 gegründete Adolf Mohr Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, die Polar-Mohr Maschinenvertriebsgesellschaft mbH & Co. KG sowie die 1988 gegründete Dienst Verpackungstechnik GmbH. Unter dem Schutzschirm verbleibt die operative Leitung und Verantwortung weiterhin bei diesen drei Unternehmen.

Im Kerngeschäft der Druckweiterverarbeitung ist Polar Mohr seit Jahrzehnten Marktführer für Schneidemaschinen, von denen rund 80 Prozent exportiert werden.

Weltmarktführer auch in einem Verpackungsbereich

Michael Wombacher

"Im Bereich Verpackungstechnik mit dem Schwerpunkt Lebensmittelindustrie, in dem wir seit 2011 tätig sind, konnten wir wachsen und sind Weltmarktführer bei Verpackungsmaschinen für Tiefkühl-Pizzen geworden. Im letzten Jahr und auch im ersten Halbjahr 2022 stieg der Gruppenumsatz. Lieferengpässe bei Steuerungen und anderen Komponenten haben jetzt das Produktionsvolumen deutlich reduziert, da wir fast fertige Maschinen nicht an Kunden ausliefern können. Zudem halten sich Kunden mit Neuaufträgen zurück, weil wir Auslieferungen nicht mehr zeitlich planen können",

Michael Wombacher, Geschäftsführer der Polar Group

Das Unternehmen legt Wert auf die Feststellung, das unter dem Schutzschirm ungestört weiter gearbeitet werden könne. Der Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Robert Schiebe wurde zum Generalbevollmächtigten der Polar Gruppe bestellt, um die Sanierung zu unterstützen.

Er sagte: “Wir arbeiten mit allen rund 380 Mitarbeitern ungestört weiter, erfüllen alle unsere Verpflichtungen und setzen die bestehenden Kundenbeziehungen fort. Die Gehälter werden bis Ende Oktober von der Arbeitsagentur übernommen”

Noch habe die Gruppe genügend Luft und sei nicht zahlungsunfähig. Der frühe Schritt unter den Schutzschirm ermögliche eine schnelle und nachhaltige Restrukturierung.

Der Anwalt zeigte sich zuversichtlich, dass man das Unternehmen in den kommenden Monaten sanieren und alle Arbeitsplätze erhalten könne. 

 

Quelle: Polar Group