Wissenschaftler wollen Big Bags luftdicht verschweißen

Bei einem gemeinsamen ZIM-Projekt mit der Firma EMPAC will das Laserzentrum der FH Münster Big Bags luftdicht verschweißen. Von links: Prof. Dr. Evgeny Gurevich, Diplomingenieur Jürgen Gröninger, EMPAC- Entwicklungsleiter Siegfried Hartmann, EMPAC-Prokurist Sebastian Hans, Diplomingenieur Sascha Wagner und EMPAC-Geschäftsführer Michael Hans. (Bild: FH Münster/Frederik Tebbe)

In einem gemeinsamen Projekt suchen die Fachhochschule Münster und die Firma EMPAC nach einer Methode, Pharma-Behälter besser zu verschließen.

Sensible chemische oder pharmazeutische Rohstoffe erfordern eine hermetisch dichte Verpackung. Deshalb werden sie in sogenannte Big Bags gefüllt. Die Emsdettener Firma EMPAC stellt diese unter anderem für die Chemie- und Pharma-Industrie her. Nun arbeitet das Unternehmen mit dem Team des Laserzentrums der FH Münster in einem neu gestarteten, auf zwei Jahre angelegten Projekt daran, diese noch staubdichter herzustellen. Finanziert wird es mit Fördermitteln aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundeswirtschaftsministeriums.

Laser soll Behälter luftdicht verschweißen

„In der Regel werden die Big Bags vernäht“, erklärt Sascha Wagner, Diplomingenieur im Laserzentrum am Fachbereich Physikingenieurwesen in Steinfurt. Doch durch jede Naht entstehe ein Loch, was die hohen Ansprüche der Pharmaindustrie, die Stoffe partikelfrei zu lagern, erschwert. „Es darf keine Wechselwirkungen mit dem Wirkstoff geben.“ Deshalb suchen das Laserzentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Evgeny Gurevich und EMPAC nun nach einem Weg, die Behälter mit einem Laser luftdicht verschweißen zu können.

Hitze ist große Herausforderung

Was zunächst simpel klingt, stellt das Team um Gurevich, Wagner und Diplomingenieur Jürgen Gröninger jedoch vor eine Herausforderung: Denn wenn das Gewebe der Big Bags zu stark erhitzt wird, schrumpft es. „Deshalb müssen wir das Material thermisch partiell erwärmen“, so Wagner. Beim Schweißen per Laser müsse die Wärmeeinstrahlung genau gesteuert werden. Im ZIM-Projekt sucht das Team nun nach einem Weg, dies zu ermöglichen. Die Big Bags fassen einen bis zwei Kubikmeter und müssen das fünf- bis sechsfache ihrer Last tragen können. Das Gewebe darf entsprechend nicht beeinträchtigt werden.




Außerdem könnte das Projekt beim Einsparen weiterer Materialien helfen: Derzeit befindet sich in den Big Bags ein „Inliner“, eine hermetisch dichte Verpackung für die zu lagernden Stoffe innerhalb der Verpackung. „Vielleicht können wir durch das Verschweißen darauf verzichten“, überlegt EMPAC- Geschäftsführer Michael Hans bei einem Ortstermin auf dem Campus in Steinfurt.

Quelle: FH Münster