Genormte Begriffe: Dose oder Büchse?

Verschiedene Dosen
Bilder: Sardinendosen: Hans Scherhaufer; Kombidose: Ayman alakhras/shutterstock.com

Haben Sie auch schon einmal einen „Büchsenöffner“ gesucht, um an Ihre Vorräte heranzukommen? Die Verwendung des Wortes „Büchse“ für das Packmittel „Dose“ ist eine häufig verwendete, nicht normgerechte Bezeichnung, über die hier aufgeklärt werden soll.

Bereits im 14. Jahrhundert wurde das mittelhochdeutsche Wort „bühse“ für Geschütze und seit dem 15. Jahrhundert für Handfeuerwaffen verwendet. Heute ist eine Büchse ein Jagd- oder Sportgewehr mit gezogenem Lauf.

Das Packmittel hingegen, das entsprechend DIN 55405 „Verpackung – Terminologie – Begriffe“ als Dose (engl. „can“ oder „tin“) bezeichnet wird, hat überwiegend eine zylindrische Form und wird aus Glas, Aluminium oder Weißblech sowie Verbundwerkstoffen („Kombidosen“) und auch Kunststoffen hergestellt. Es nimmt Volumina bis etwa zehn Liter auf. Zweiteilige Dosen bestehen aus Unterteil und Deckel, dreiteilige Dosen aus Rumpf, Boden und Deckel.

Vom Luxus- zum Alltagsgegenstand

Der Name „Dose“ verband sich in Deutschland seit dem 17. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert hinein zunächst mit dem Begriff für einen Luxusgegenstand – einem Behältnis aus Porzellan, Emaille oder Edelmetall mit Deckel, das man zur Aufbewahrung von ebenso wertvollen Inhalten wie Zucker, Salz, Konfekt oder Tabak nutzte.

Im 20. Jahrhundert waren vor allem die „Konservendosen“ zum hermetisch dichten Aufbewahren konservierter Lebensmittel ein wichtiger Bestandteil der Versorgung von Bevölkerung und Armee. In den 1960er-Jahren erfreuten sich schließlich die in den USA entwickelten Getränkedosen auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Sie werden meist aus einem einteiligen zylindrischen Metallkörper und einem aufgefalzten Deckel aus Aluminium mit unterschiedlichen Öffnungshilfen und z. T. auch wiederverschließbarem Deckel aus Kunststoff angeboten. Da seit 2003 ein Pfand für Getränkedosen eingeführt wurde und das Recycling zunahm, ist die Kritik an diesen Verpackungen geringer geworden.

In unserer Serie Genormte Begriffe“ nehmen wir einige häufig falsch gebrauchte Fachbegriffe der Verpackungsbranche unter die Lupe.

Weitere Beiträge der Serie:

Verpackungsnormung – Entstehung und Anwendung

Genormte Begriffe – Teil 1: Tüte oder Beutel?

Genormte Begriffe – Teil 2: Karton oder Schachtel?