Seit 1. Januar 2023 gilt in Deutschland die Mehrweg-Angebotspflicht. Doch längst nicht alle gastronomischen Betriebe haben Mehrwegbehälter im Angebot. Um dagegen vorzugehen, hat Greenpeace am 29. März eine Webseite eingerichtet, auf der Verstöße gegen die Mehrwegpflicht gemeldet werden können.
Greenpeace startet heute ein Meldeportal, mit dem sich ab jetzt Verstöße gegen die gesetzliche Mehrweg-Angebotspflicht für Einwegverpackungen aus Kunststoff direkt an die verantwortlichen Landesbehörden melden lassen. Einer Recherche der NGO aus dem Januar ergab, dass etwa die Hälfte (52 Prozent) von 687 stichprobenartig getesteten Gastro-Betrieben keine Mehrweg-Alternativen für das Mitnehmen von Speisen und Getränken anboten. Damit verstießen sie gegen die für sie seit Jahresbeginn geltende entsprechende Pflicht.
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“Mit dem Meldeportal geht Greenpeace gegen die Ignoranz der Take-Away-Branche vor, damit die gesetzliche Mehrweg-Angebotspflicht endlich umgesetzt wird. Die zuständigen Behörden sind auch ein Vierteljahr nach Inkrafttreten des Gesetzes weitestgehend tatenlos, das können wir so nicht mehr hinnehmen. Endliche Ressourcen wie Öl und Gas dürfen nicht länger für Wegwerf-Verpackungen verschwendet werden”, so Viola Wohlgemuth, Expertin für Ressourcenschutz von Greenpeace.
Mehrwegpflicht wird umgangen
Fast-Food-Ketten und Lieferdienste fielen bei der Greenpeace-Recherche besonders negativ auf. Verstößt ein Gastro-Betrieb gegen die Mehrwegpflicht und wird gemeldet, sind die Behörden in der Verantwortung, sich der gemeldeten Ordnungswidrigkeit anzunehmen. Ein Gesetzesverstoß kann mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet werden.
Die Angebotspflicht von Mehrweg-Alternativen für Plastik-Einwegverpackungen sieht Greenpeace nur als ersten Schritt. In ihrer aktuellen Form könne sie nicht ausreichend vermeiden, dass Rohstoffe verschwendet werden und der Müll durch Einwegverpackungen zunimmt: Zahlreiche Take-Away-Betriebe tauschen schon jetzt das Plastik der Einwegverpackungen gegen andere Materialien aus und umgehen somit das Gesetz. In Deutschland entstehen laut Verbraucherzentrale Berlin täglich 770 Tonnen Verpackungsabfälle durch Mitnahme-Verpackungen für Speisen und Getränke.
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Um die deutschen Ziele zum Ressourcenschutz zu erreichen, hält Greenpeace ein Verbot für alle Einwegverpackungen für dringend notwendig. Schon jetzt verursachen die Gewinnung und Verarbeitung von Ressourcen laut Weltressourcenrat etwa die Hälfte aller globalen Treibhausgasemissionen sowie 90 Prozent des Artensterbens. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) kündigte an, dass durch eine Strategie zur Kreislaufwirtschaft der Rohstoffverbrauch Deutschlands deutlich gesenkt werden soll.
Quelle: Greenpeace
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