Alternative Verpackungslösungen sind begehrt und bescheren „klassischeren“ Verpackungen aus Kunststoff einen immer schlechteren Ruf – nicht immer zu Recht. Materialien wie vegane Spinnenseide, Schutzverpackungen aus Getreidespelzen oder Silphie bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und scheinen häufig als nachhaltigere Alternativen infrage zu kommen. Aber ist das auch wirklich der Fall?
Axel Subklew von der Initiative „Mülltrennung wirkt“ wünscht sich, dass Entwickler schon beim Designprozess einer Verpackung an die Verwertung und Kreislaufführung denken. Denn biobasiert oder nachhaltig bedeutet nicht immer auch gleich recyclingfähig.
Die Nachfrage nach alternativen Verpackungslösungen ist hoch und wird auch durch ein verändertes Bewusstsein aufseiten der Verbraucher bestärkt. Innovationen und Forschung an Materialien sind wichtig, allerdings hört die Nachhaltigkeit in manchen Fällen bei der Entsorgung auf, wenn die Verpackung nicht sortiert und recycelt werden kann. Das sieht auch Axel Subklew. Der Diplom-Kaufmann ist Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“.
Talk mit Axel Subklew auf der interpack 2023
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere Informationen„Wichtig wäre am Anfang schon mitzudenken: ‚Was ist die richtige Zuordnung zum Stoffstrom, und wie verhält sich das Material wirklich in den uns zurzeit zur Verfügung stehenden Recyclinglösungen?’ Das Recycling am Ende sollte im Designprozess und bei der Auswahl des Materials direkt mitgedacht und besprochen werden.“
Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“

Die Initiative „Mülltrennung wirkt“ der dualen Systeme möchte auf die Potenziale, die in der richtigen Mülltrennung und dem anschließenden Recycling liegen, aufmerksam machen. Gerade wenn das Aufkommen an Verpackungsabfällen steigt, ist es umso wichtiger, dass diese richtig getrennt und entsorgt werden. Dabei stellt die Initiative jedoch häufig fest, dass besonders Mehrkomponentenverpackungen, die händisch getrennt und in verschiedenen Strömen entsorgt werden müssen, eine Herausforderung für Verbraucher darstellen. Solche Verpackungen können bei der anschließenden Verwertung zum Problem werden.
Nicht alles, was nachhaltig ist, ist auch recyclingfähig
Auch der aktuelle Trend hin zum vermehrten Einsatz faserbasierter Verpackungen führt auf der Seite der Verbraucher zu Schwierigkeiten. Wer sich gegen eine Verpackung aus Kunststoff entschieden hat, steht vor der Frage, in welcher Tonne die alternative Verpackungslösung zu entsorgen ist. Insgesamt fehle es daran, in der Entwicklung der Verpackung die Recyclingfähigkeit konsequent mitzudenken. Nur wenn alternative Verpackungen klar einem bestehenden Stoffstrom zugeordnet werden können, können sie auch recycelt und wiederverwertet werden.
„In unserem Kontext Mülltrennung und Recycling stellen wir die Frage: ‚Ist diese Verpackung recyclingfähig?‘ Aber wir setzen auch schon am Schritt davor an und fragen: ‚Ist sie auch immer korrekt zu einem Stoffstrom zuordenbar?‘ Dafür brauchen wir die Verpackung im richtigen Sammelsystem.“
Axel Subklew
Die Unterscheidung zwischen einer nachhaltigen und recyclingfähigen Verpackung ist komplex. Die dualen Systeme setzen bei der Recyclingfähigkeit von Verpackungen an und werden dabei durch das Verpackungsgesetz und insbesondere den Paragrafen 21 unterstützt. Besonders in der aktuellen Lage und mit einem anhaltenden Mangel an Rohstoffen und bestehenden Lieferengpässen bietet Recycling eine wichtige Möglichkeit, Rohstoffe zu generieren.
„Verpackungen sind immer zu wertvoll, um sie im Restmüll zu verlieren und die Chance auf das Recycling zu verspielen.“
Axel Subklew
Weitere Meldungen aus dem Magazin

Verpackungsmaschinenbauer im Flow
Im 70. Jubiläumsjahr der Hugo Beck Maschinenbau GmbH & Co. KG stand das Familienunternehmen 2025 an einem besonderen Wendepunkt.

Sackstarke Automation für Mühlen
Wie vier Mühlen mit Koch Robotersysteme den Sack meistern – von der Handarbeit zur Hochleistung und in die automatisierte Zukunft.

Dezentrale Signalverarbeitung mit der Safety Fieldbox von Schmersal
Verpackungsmaschinenhersteller Meypack setzt bei der sicherheitsgerichteten Signalverarbeitung auf die Safety Fieldbox von Schmersal. Von diesem Konzept profitieren nicht nur die Konstrukteure, sondern auch die Anwender der Maschinen.

Hundert Jahre blaue Dose
Seit 1925 trägt die Nivea-Cremedose ihr tiefes Blau, die weiße Schrift und die runde Form – ein Design, das über Generationen, Märkte und Krisen stabil geblieben ist und jetzt seinen 100. Geburtstag feiert.

Warum die Tinte den Unterschied macht
Bereits 2018 haben sich die Edding AG und Elried Markierungssysteme entschieden, ihre Stärken zu vereinigen.

Verpackungsverwender | Neuverpackung im Monatswechsel
In seiner neuen Kolumne blickt unser „Verpackungsverwender“ auf ein Geschäft, in dem Verpackung und Marketing längst wichtiger geworden sind als der eigentliche Inhalt: das Trikot. Was einmal Symbol für Treue und Identität war, verkommt heute zum saisonalen Wegwerfprodukt – von Karnevalstrikots über limitierte Sondereditionen bis zur „Neu-Erfindung“ im Jahresrhythmus. Ein pointierter Blick auf Fußball, Konsum und die Frage, wie viel Nachhaltigkeit tatsächlich in Polyester steckt.
