Individueller Fälschungsschutz für MünzManufaktur

Kundenlogo in Kippfarben, integrierter Void-Effekt und KeySecure- Code: Die individuell entwickelten Label kleben normalerweise auf der Rückseite der Barren.

Die MünzManufaktur hat Schreiner ProSecure mit der Entwicklung einer fälschungssicheren und rückverfolgbaren Kennzeichnungslösung für ihre Gold- und Silberbarren von 20 g bis 1.000 g beauftragt und nutzt inzwischen deren Entwicklung, die einen optischen Fälschungsschutz mit einer modernen Serialisierungslösung verbindet.

Durch das lukrative Geschäft mit dem begehrten Edelmetall tauchen immer mehr Fälschungen von Goldbarren auf. Betrüger verwenden bevorzugt das um ein Vielfaches günstigere Wolfram als den Kern des Barrens und einfach vergoldet wird. Wolfram hat fast das gleiche spezifische Gewicht wie Gold, weshalb sich der Unterschied bei normalen Prüfungen der Barren über eine Feinwaage praktisch nicht feststellen lässt. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass sich bis zu einer Million solcher gefälschter Wolfram-Barren in Umlauf befinden. Vor allem bei kleinen Goldbarren für private Anleger im Gewichtsbereich von einem bis 100 Gramm sind Fälschungen durch oftmals aufwendige Verpackungen der kleinen Barren nur schwer zu identifizieren. Die MünzManufaktur stellt in einem eigenen Prägewerk seit über 30 Jahren vor allem Sonderprägungen von Münzen, Medaillen und Barren her. „Wir haben uns in Zusammenarbeit mit Schreiner ProSecure für die Entwicklung eines völlig neuen Systems entschieden, das den Handel mit Edelmetallen zukünftig für Banken und Privatpersonen sicherer macht und mit den Anforderungen der Standardherstellung von Gold und Silberbarren kompatibel ist“, erläutert Geschäftsführer Tobias Dalacker.

Die MünzManufaktur stellt vornehmlich Sonderprägungen von Münzen, Medaillen und Barren her. Ein eigenes Prägewerk erlaubt eine hochwertige und leistungsstarke nach DIN ISO 9001 zertifizierte Produktion. 2011 ging sie aus der Firma Les Graveurs GmbH hervor.

Herausforderungen der Echtheitsprüfung

Die bestehenden Sicherheitsmerkmale echter Goldbarren, also die Beschriftung mit Herstellername, Gewicht und Feingehalt, sowie die vergebene Seriennummer und das aufgebrachte Hologramm, sind bei der Unterscheidung echter und gefälschter Goldbarren keine ausreichende Hilfe. Insbesondere eine einfache Seriennummer kann jeder unkompliziert auf einen gefälschten Barren aufbringen. Dies beeinträchtigt vor allem die Sicherheit von privaten Käufern beim Handel mit Edelmetallbarren.

Alternativ zur Feinwaage, mit der sich Wolframfälschungen nicht ermitteln lassen, könnte die Prüfung mit einem Röntgenfluoreszenzspektrometer erfolgen. Dies ist allerdings sehr aufwendig und erfordert neben einem entsprechenden Gerät eine geeignete Auswertungsmöglichkeit. Deshalb verfügen nur häufig mit Gold handelnde Banken über eine derartige Ausstattung. Kleine Banken und Filialen sind nicht mit dieser Technik ausgestattet, so dass auch für sie eine schnelle Echtheitsprüfung von Goldbarren nahezu unmöglich ist. Eine sichere, endgültige Überprüfung der Echtheit eines Barrens ist nur bei speziellen Firmen oder in Scheideanstalten möglich, wozu der Barren zerstört werden muss. Auch auf Grund der hohen Kosten wird dies nur bei begründetem Verdacht auf Fälschungen durchgeführt. Für Privatpersonen und Banken ist der Handel mit Edelmetallbarren folglich mit großen Risiken verbunden und eine Abschätzung der bisher in Umlauf befindlichen gefälschten Barren ist kaum möglich.

Schreiner PS Reserve 4 Barren mit LabelDen KeySecure-Code auf den Barren kann man mit dem Smartphone erfassen und so die Echtheit überprüfen.

Kombination aus optischem Fälschungsschutz und Serialisierungslösung

Eine ideale Kennzeichnungslösung verbindet einen optischen Fälschungsschutz mit einer modernen Serialisierungslösung wie dem KeySecure-System von Schreiner ProSecure. KeySecure ist ein modular aufgebautes Tracing-System, das die weltweite Rückverfolgbarkeit eines Produkts oder, wie im Fall der MünzManufaktur, eines Goldbarrens erlaubt. Jede Verpackungseinheit erhält als einmaliges Erkennungszeichen einen hochkomplexen 15-stelligen alphanumerischen Sicherheitscode: quasi einen Fingerabdruck. Dieser kann über das Internet, ein Smartphone oder eine Hotline geprüft werden und erlaubt so in jeder Phase der Distribution die Produktauthentifizierung.

Der Code wird als Klarschriftnummer, Barcode oder integriert in einen 2D-Datamatrix-Code verdruckt. In der konkreten Lösung für die MünzManufaktur verknüpft das KeySecure-System Sicherheitsmerkmale auf einem Label mit direkt in die Barren geprägten Sicherheitsmerkmalen auf einer Webplattform. Alle am Lebenszyklus der Wertmetalle Beteiligten, beispielsweise Bankangestellte und Käufer, können mittels Smartphone-Scan den KeySecure-Code erfassen und über den Sicherheitsserver von Schreiner ProSecure einfach und schnell auf Echtheit prüfen. Über das Webportal erhält der Nutzer gleichzeitig eine Erklärung der zu prüfenden Sicherheitsmerkmale.

Schreiner PS 1 Label Barren und VerpackungSchreiner ProSecure liefert die Label für die Kennzeichnungslösung paarweise aus:
das linke für die Rückseite der Gold- und Silberbarren, das rechte für die jeweilige Verpackung.

Individuell gestaltete Label

Die für diese Lösung individuell für die MünzManufaktur gestalteten Label gehören immer paarweise zusammen. Eines davon klebt direkt auf der Rückseite des Goldbarrens, das andere auf der Verpackungsfolie, in die der Barren eingeschweißt ist. Beiden Label bestehen aus einem speziellen Material mit Manipulationsanzeige, einem so genanntem Void-Effekt. Sie werden überall dort eingesetzt,wo die Manipulation einer Selbstklebelösung deutlich und unwiderruflich sichtbar gemacht werden soll. Jeder Abziehversuch wird so verlässlich angezeigt. Selbst bei exaktem Wiederaufkleben bleibt die ausgelöste „Warnbotschaft“ erhalten.

Schreiner PS 3 VOID Effekt kleinBeim erstmaligen Abziehen löst sich aus einer einheitlichen Farbfläche eine
sichtbare Botschaft irreversibel heraus (hier eine allgemeine Darstellung).

Der KeySecure-Code steht sowohl in Klarschrift als auch als Datamatrix-Code (DMC) auf den Etiketten. Zusätzlich wird die KeySecure-Serialisierung mit der „Slotnummer“ der Chargen des Rohgolds verknüpft, die für Endanwender nicht ersichtlich ist. Hinzu kommt als optischer Fälschungsschutz das Kundenlogo der MünzManufaktur in Kippfarben. Je nach Betrachtungswinkel der Labeloberfläche verändert sich beim Kippen der Farbeindruck. Diese Sonderfarben sind Sicherheitsdruckereien wie der Schreiner Group vorbehalten und ermöglichen spezielle Farbkombinationen, die je nach Ausprägung über spezielle Filter oder Lesegeräte auszulesen sind.

Schreiner PS 2 Verpackung mit ZertifikatIm September 2015 startete die MünzManufaktur die flächendeckende
Einführung der Sicherheitskennzeichnung.

Die Schreiner Group als innovative Hightech-Druckerei arbeitet nach höchsten Sicherheitsstandards. Das ist die Voraussetzung für sicherheitsrelevante Aufträge von Banken, Behörden sowie speziellen Kunden wie der Münz-Manufaktur. Dass die hohen Anforderungen bei den Druckereien eingehalten werden, bestätigen zahlreiche Zertifizierungen, etwa die der besonders strengen North American Security Product Organization (NASPO).

Adaptierte Lösung und neue Kompetenzen

„Da wir nicht an einzelne Sicherheitstechnologien gebunden sind, konnten wir die MünzManufaktur unabhängig beraten und eine sehr individuelle Lösung für die Herausforderungen im konkreten Anwendungsfall entwickeln. Das beginnt mit dem richtigen Klebstoff für Edelmetalle und reicht über die Auswahl der geeigneten Fälschungsschutzmerkmale bis zur Einbindung von KeySecure ins Kundenportal“, erklärt André Siebeneicher, Business Development Manager bei Schreiner ProSecure.

Schreiner ProSecure, ein Competence Center der Schreiner Group GmbH & Co. KG aus Oberschleißheim, entwickelt und produziert individuelle Sicherheitstechnologien und Produkte für denMarken- und Dokumentenschutz. Der Spezialist realisiert intelligente Systemlösungen für eine fälschungssichere Kennzeichnung, Versiegelung und Überwachung der Distributionskette.

Auch bei der MünzManufaktur galt es vor der flächendeckenden Einführung der Sicherheitskennzeichnung einige Herausforderungen zu meistern: „Das Prägen von hochpräzisen Sicherheitsmerkmalen in die Edelmetallbarren, die wir im Rahmen dieses Projekts anstreben, stellt eine technische Herausforderung dar, weil sich der Prozess von bisher genutzten Prägeprozessen auf Grund der filigranen und aufwendigen Strukturen abhebt. Neue Kompetenzen in der Programmierung von Softwarearchitekturen, Datenbankstrukturen und Webtools sowie im Bereich der Datensicherheit und Verschlüsselung mussten aufgebaut werden“, erklärt Geschäftsführer Tobias Dalacker.

Schreiner PS Tobias Dalacker MuenzManufaktur„Für den Endkunden liegt der große Vorteil darin, dass durch die Gütesiegel auf unseren Goldbarren jederzeit eine mobile und sichere Originalitätsabfrage bei An- und Verkauf möglich ist“, betont Tobias Dalacker, der Geschäftsführer der MünzManufaktur Medaillen und Münzen GmbH, Heimsheim.

Die Planungen mit Schreiner ProSecure hatten bereits 2013 begonnen und waren jederzeit eng abgestimmt. Besonders positiv bewertet Dalacker die webbasierende Entschlüsselung des Codes mit hohem Sicherheitsstandard sowie die individuelle Integration und Anpassung der Abfrageseite in den Unternehmensauftritt. Weitere Pluspunkte sind das regelmäßige Reporting und die Möglichkeit einer individuellen Logfile-Analyse.

Schreiner ProSecure auf der interpack 2017: Halle 7A, Stand B02