Marbach feiert 100-jähriges Jubiläum

Heute sieht der Hauptsitz von Marbach so aus.
(Bild: Marbach Gruppe)

1923 gründete Karl Marbach Senior gemeinsam mit zwei Partnern das Unternehmen Marbach. Aus dem 3-Mann-Betrieb ist inzwischen ein internationales Unternehmen mit weltweit 1.600 Mitarbeitern geworden. Jetzt blickt das Unternehmen aus Baden-Württemberg auf 100 Jahre Geschichte zurück.

Am 16. Juli 1923 gründete Karl Marbach Senior gemeinsam mit zwei Partnern eine mechanische Werkstatt in Heilbronn. Die wichtigsten Produkte des Unternehmens waren Aufsetzstanzmesser für die regionale Schuhindustrie. Die Gründung erfolgte in den Krisenjahren nach dem ersten Weltkrieg. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise gab es jedoch immer weniger Kunden aus der Schuhindustrie. Wie es der Zufall wollte, war zu dieser Zeit die Werbemittelfabrik Nupnau in Heilbronn auf der Suche nach einem regionalen Lieferanten für Bandstahlschnitte. Deshalb begann Karl Marbach Senior, sich von nun an mit der Produktion von Bandstahlschnitten zu beschäftigen. Diese Entscheidung wird sich noch als sehr weitsichtig herausstellen.

Um 1925 in der Werkstatt von Marbach in Heilbronn.
Ein Blick in die Werkstatt von Marbach um 1925. (Bild: Marbach Gruppe)

Betrieb während des Krieges

Schon kurze Zeit später begann mit dem Zweiten Weltkrieg erneut eine weltweite Krise. Neben Bandstahlschnitten für die Werbemittelindustrie produzierte Marbach in dieser Zeit auch Werkzeuge für die Dichtungsindustrie. Das zahlte sich aus: Denn Werkzeuge für die Herstellung von Dichtungen für Motoren, Getriebe und Pumpen wurden dringend benötigt. Am 4. Dezember 1944 wurde das Firmengebäude in der Fügerstraße bei einem Luftangriff teilweise getroffen und die Produktion kurzfristig nach Unterheinriet verlegt. Dieses Provisorium wurde 1945 jedoch auch zerstört. Aus den Resten des Betriebs wurde übergangsweise eine Schlosserwerkstatt in einem alten, ausgedienten Viehstall eingerichtet.

Nach dem Krieg konnte der Betrieb wieder zurück nach Heilbronn verlegt werden. Dort musste man wieder ganz von vorne anfangen. Die neu anlaufende Produktion umfasste zunächst Bandstahlschnitte für die Motoren- und Dichtungsindustrie, in zunehmendem Maße aber auch Stanzformen für die Werbemittel- und Verpackungsindustrie. 1955 stieg mit Karl Marbach Junior die zweite Generation in die Firma ein und mit ihm viele neue Ideen. Die erste Erweiterung der Firma Marbach war die eigene Abteilung für den Thermoform- Werkzeugbau im Jahr 1957, welche knapp 30 Jahre später schließlich auch rechtlich eigenständig wurde.

Neue Technologien im Stanzformbau

Im Jahr 1969 hörte Karl Marbach Junior das erste Mal von einer neuen, revolutionären Schneidtechnologie. Auf einem Symposium in England lernte er S. Ray Miller Junior, den Präsidenten von Atlas Steel Rule Dies Inc. aus Elkhart (USA), kennen. Dieses Unternehmen setzte bereits seit 1968 als erstes weltweit einen CO2-Laser in der Stanzformenfertigung ein und Miller referierte über das Thema „Holzschneiden mit Licht“. Die beiden blieben in Kontakt und Marbach investierte schließlich im Jahr 1972 in die erste CNC-gesteuerte CO2– Laserschneidanlage für die Stanzformenfertigung in Europa. Die Einführung dieser Technologie war ein Quantensprung im Stanzformenbau und brachte Marbach als Vorreiter die Marktführerschaft in Europa, welche das Unternehmen auch in den Folgejahren als Innovationsführer festigen konnte. 

Marbach Hauptstandort in den 1970er Jahren
Der Hauptstandort von Marbach in den 1970er Jahren. (Bild: Marbach Gruppe)

Im Laufe der Jahre hat Marbach zahlreiche Technologien und Innovationen auf den Markt gebracht, von denen viele bis heute Standard in der Branche sind. Dazu gehören unter anderem mpower, marbastrip, die rillplattenform sowie die greenplate. Doch nicht nur eigene Entwicklungen und Patente haben Marbach zu dem Innovationsführer gemacht, der das Unternehmen heute ist. Schon immer war das Unternehmen an neuen Technologien interessiert und schaffte es, viele Innovationen aus anderen Branchen für sich selbst zu nutzen. So übernahm Marbach 1967 die Lizenz zur Produktion von rillma-Matritzen. Mit rillma konnte Marbach seinen Kunden neben der Stanzform auch die passende Gegenzurichtung anbieten und gab ihnen damit die Möglichkeit, Faltschachteln in einer bisher nicht gekannten Genauigkeit zu produzieren.

Internationale Niederlassungen

Heute besteht Marbach aus über 20 Produktions- und Verkaufsniederlassungen sowie Joint Ventures und Franchising-Partnern. Begonnen hatte die Internationalisierung im Jahr 1984 mit einer Beteiligung an dem Unternehmen Arden Dies in Stockport (England). In den folgenden Jahrzehnten folgten sowohl Niederlassungen als auch Joint Ventures in Ländern wie Frankreich, Spanien, Ägypten, und Osteuropa sowie Verkaufsbüros und Franchisepartner in weiteren Ländern wie Russland, Kolumbien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Allein seit 2012 eröffnete Marbach Niederlassungen in den USA, in Mexico, in China und Malaysia.

Im Juli 2023 wird die Marbach-Gruppe 100 und das Unternehmen wächst ständig. Dieses Wachstum führte im Laufe der Jahre auch immer wieder zu beengten Verhältnissen in den bestehenden Gebäuden und somit zur Notwendigkeit von Neubauten. Es begann mit den Wiederaufbauten des Gebäudes in der Heilbronner Fügerstraße nach dem Zweiten Weltkrieg. Danach wurde am heutigen Standort ab 1962 mehrmals gebaut: Neubauten in den Jahren 1962, 1976, 2007 und 2014 sowie verschiedene Anbauten über die Jahre und sogar eine Aufstockung 2017 gaben dem wachsenden Unternehmen den benötigten Platz. Doch nicht nur in Heilbronn wurde investiert, so gab es auch in Polen verschiedene neue Gebäude, wie z.B. 2009 und 2021 in Tarnowsky Gory und 2016 in Kielce. Das Unternehmen investiert seit fast 100 Jahren laufend in seine Standorte. Moderne Gebäude und Technik sind ein Erfolgsfaktor für eine zukunftsträchtige Ausrichtung des Unternehmens und mehr Nachhaltigkeit.

Das Erfolgsgeheimnis der Firma Marbach hängt auch mit der Familie Marbach und damit mit den Menschen zusammen, die dieses Unternehmen gegründet, ausgebaut und erfolgreich gemacht haben. Diejenigen, deren unermüdlicher Einsatz und Ideenreichtum das Fortbestehen der Firma auch in Krisenzeiten gesichert hat. Die Familie hinter der Firma, die seit drei Generationen alles dafür getan hat, damit das Unternehmen erfolgreich wird, ist und bleibt. Alle 3 Generationen – von Karl Marbach Senior, über Karl Marbach Junior bis zum heutigen geschäftsführenden Gesellschafter Peter Marbach – haben das Unternehmen von einem kleinen Handwerksbetrieb zu dem gemacht, was es heute ist: Ein Weltmarktführer in der Herstellung von Werkzeugen für die Verpackungsindustrie.

In den kommenden Monaten bis zum 100-jährigen Jubiläum der Marbach-Gruppe führt der Heilbronner Werkzeughersteller die Besucher seiner Webseite auf eine Reise in die Vergangenheit. In einer 11-teiligen Serie unter dem Titel „100 Jahre Marbach“ macht er Halt bei den wichtigsten Entwicklungen und Ereignissen, die die Marbach-Gruppe zu dem gemacht haben, was sie heute ist: Weltmarktführer in der Stanzformtechnik. 

Quelle: Marbach

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