Purus Plastics stellt Kunststoffpaletten aus eigenem Rezyklat her

Purus Plastics Kunststoffgranulat
Purus Plastics verarbeitet ausschließlich Sekundärrohstoffe und eigens aufbereitete Regranulate. (Bild: Purus Plastics)

Das mittelständische Familienunternehmen Purus Plastics GmbH aus dem oberfränkischen Arzberg erzeugt aus Altkunststoffen, insbesondere aus Verpackungsabfällen, seine eigenen Rohstoffe und fertigt daraus u. a. hochwertige Kunststoffpaletten.

Die Rohstoffe – vorsortierte Kunststoffabfälle aus Privathaushalten und Industrieabfällen – bekommt Purus Plastics aus Deutschland und ganz Europa.

„Wir meinen, dass fossile Rohstoffe unbedingt erhalten bleiben müssen, denn immerhin benötigt man für die Herstellung von einem Kilogramm Kunststoff rund 2,5 Kilogramm Erdöl. Daher sind wir ein Kunststoffrecycler, der nicht nur Sekundärrohstoffe verkauft, sondern selbst neue Ware daraus fertigt.“ Thorsten Zillmann, Marketingleiter bei Purus Plastics.

Neben den Paletten aus recyceltem Kunststoff gehören maßgeschneiderte Kunststoffspulen für wickelbare Güter wie Kabel oder Seile sowie Boxensysteme im Palettenformat zum Portfolio. Daneben produzieren die Arzberger versiegelungsfreie Bodengitter sowie Kunststoffmodule für die Dachbegrünung.

Purus Plastics verwendet ausschließlich Sekundärrohstoffe

Bauteile aus neuen Rohstoffen zu spritzen sei weder eine große Kunst noch besonders nachhaltig, davon ist man bei Purus überzeugt. „Deshalb haben wir uns konsequent dazu entschieden, ausschließlich Sekundärrohstoffe und eigens aufbereitete Regranulate zu verarbeiten.“ Das Unternehmen hat dazu seinen gesamten Produktions- und Spritzgussprozess an die Anforderungen der Werkstoffe angepasst – und damit im Laufe der Jahre das Thema Machbarkeit im Kunststoffrecycling auf eine neue Stufe gestellt.

purus plastics paletten aus recyceltem kunststoff

Kunststoffpaletten sind u.a. robust, anwenderfreundlich, platzsparend sowie stapel- und lagerfähig. (Bild: Purus Plastics)

Das vor 25 Jahren gegründete mittelständische Familienunternehmen beschäftigt heute 100 Mitarbeiter und zehn Auszubildende. Seit der Gründung 1994 ist aus dem regionalen Betrieb ein weltweit gefragter Anbieter von innovativen und nachhaltigen Produkten aus Sekundärrohstoffen geworden – mit Partnernetzwerken in Australien, Südkorea, Chile oder Kanada. Thorsten Zillmann: „Wir fühlen uns dem Standort Deutschland fest verbunden, haben hier kontinuierlich erweitert und Millionen Euro in unser Werk in Arzberg investiert. Eine zweite Linie zur Kunststoffaufbereitung wurde in Betrieb genommen, eine dritte ist in der Planung.“

Eine der weitweit modernsten Recyclinganlagen für Altkunststoffe

Und so entstehen bei Purus Plastics jedes Jahr viele Tonnen Regranulat, das als Rohstoff für den hauseigenen Spritzgussmaschinenpark genutzt wird. In der Aufbereitung wird das Ausgangsmaterial, etwa aus den Sammlungssystemen des Grünen Punkts, gereinigt, sortiert und regranuliert. Hier hat Purus den kompletten Prozess überarbeitet und eine der weltweit modernsten Recyclinganlagen für Altkunststoffe entwickelt. Daher ist man heute in der Lage, Regranulate von sehr hoher Sortenreinheit in allen geforderten Qualitätsstufen zu produzieren.

„Selbst komplexe Produkte, die von anderen Herstellern nur mithilfe neuer, nicht aufbereiteter Granulate, sogenanntes Virgin Plastic, hergestellt werden können, produzieren wir mit unserem Sekundärrohstoff in einem zertifizierten und hochautomatisierten Fertigungsprozess effizient, wirtschaftlich und mit konstanter Qualität.“ Damit die Qualität stimmt, prüft Purus regelmäßig im eigenen und in externen Laboren die Materialgüte und steuert durch innovatives Compounding bei Bedarf nach.

Kunststoffprodukte aus Recyclingmaterial können heutzutage so gut sortiert und aufbereitet werden, dass einem wiederholten Einsatz als Rohstoff nichts im Wege steht. Purus spart damit nach eigenen Angaben pro Jahr über 30.000 Tonnen CO2 ein. „Produkte aus Rezyklaten sind keine Produkte aus Müll, sondern absolut vergleichbare Produkte, die in Sachen Nachhaltigkeit und Carbon Footprint einem Leistungsvergleich durchaus standhalten.“ Jedes Produkt aus der Fertigung sei umweltneutral und recycelbar, jedes Projekt nachhaltig ausgelegt.

purus plastics stapler

Purus vereint alle Arbeitsschritte an einem Standort. (Bild: Purus Plastics)

Für die Kunststoffpaletten von Purus bedeute das 360-Grad-Recyceln Vorteile gegenüber herkömmlichen Holzpaletten. Sie sind u. a. hygienisch und robust, anwenderfreundlich sowie platzsparend stapel- und lagerfähig. Kunststoffpaletten lassen sich länger lagern, da das Material gegenüber Feuchtigkeit und anderen Witterungseinflüssen unempfindlich ist, und bieten Vorteile im internationalen Warenverkehr. „Unsere leichten Paletten werden gerne im Lufttransport eingesetzt und bringen beispielsweise isländischen Lachs auf die Märkte der ganzen Welt. Auch deshalb gehören die Ultraleichtpaletten momentan ebenso wie unsere Mediumpaletten zu den Verkaufsschlagern.“

Kunden von Purus Plastics profitieren von dem umfassenden Angebot. „Wir vereinen alle Schritte an einem Standort: von der Rohstofferzeugung durch Recycling über Laborkapazitäten zur Qualitätssicherung bis hin zur Fertigung neuer Produkte. Das bedeutet ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Planungssicherheit für uns und unsere Kunden.“

www.purus-plastics.de