Unboxing-Check: Verpackungstrends im Onlinehandel

Frau beim Unboxing von Yours Kosmetik
So sch├Ân kann Unboxing sein. Die Vorfreude auf das Produkt steigt, wenn die Verpackung sch├Ân ist! (Foto: Yours)

In einem Unboxing-Check hat Arvato Supply Chain Solutions die Verpackungen von Fashion- und Beauty-Produkten im Onlinehandel untersucht. Das Ergebnis: In beiden Branchen gibt es┬á ├ťbereinstimmungen und Unterschiede – und Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit.

Verpackungen sind f├╝r Markenhersteller ein wesentlicher Bestandteil der Customer Journey. Da beim Onlinekauf die gewohnte Pr├Ąsentation der Waren entf├Ąllt, kann die Verpackung aktiv als Bindeglied zwischen physischer und digitaler Einkaufswelt genutzt werden. Ziel ist es, das Markenbild und die Kaufentscheidung direkt beim ├ľffnen des Pakets zu beeinflussen. Dies gilt vor allem f├╝r die Fashion-und Beauty-Industrie, die den Kunden hoch emotionale Produkte offeriert. Neben der wichtigen Image-und Schutzfunktion darf die Verpackung jedoch nicht zu teuer sein.

Diagramm aus der Arvato Studie zu Verpackungstrends im Onlinehandel

Viele Unternehmen branden ihre Verpackungen mit Logos und Slogans. Manche Kartonagen im Beauty-Bereich wirken von au├čen eher unscheinbar und zeigen erst beim ├ľffnen ihre wahre Sch├Ânheit. (Bild: Arvato Supply Chain Solutions)

F├╝nfzig Test-Bestellungen f├╝r den Unboxing-Check

Wie tragen Onlineh├Ąndler der Kundenzufriedenheit in diesem Spannungsfeld Rechnung? Dazu hat das eCommerce Competence Center von Arvato Supply Chain Solutions in einem Unboxing-Check aktuelle Verpackungstrends identifiziert. F├╝r diesen Unboxing-Check wurden 50 Test-Bestellungen bei Online-Shops aus der Fashion-und Beauty-Industrie aufgegeben. Anschlie├čend analysierte man deren Verpackungen, die begleitende Kundenkommunikation auf und im Paket sowie den Retouren-Prozess.

Dabei stellte sich heraus, dass sich beide Branchen bei der Wahl des Verpackungstyps deutlich unterscheiden. W├Ąhrend Fashion-Anbieter beim Versand mit 59 Prozent gr├Â├čtenteils auf die T├╝te setzen, ist im Beauty-Segment der Karton die erste Wahl. Dies ist keine Preisfrage, sondern vor allem auf die unterschiedlichen Produkteigenschaften zur├╝ckzuf├╝hren. Fl├╝ssigkeiten oder zerbrechliche Waren m├╝ssen besser gesch├╝tzt werden als Textilien.

ÔÇ×Einigkeit herrscht dagegen in punkto Markenbildung. Denn ein Gro├čteil der Unternehmen brandet seine Verpackungen mit Logos und Slogans und l├Ąsst sie in den Firmenfarben erstrahlen. Dabei wirken die Kartonagen im Beauty-Bereich von au├čen h├Ąufig unscheinbar und zeigen erst beim ├ľffnen ihre wahre Sch├Ânheit.” Franziska Kier, Senior Consultant beim eCommerce Competence Center und Autorin der Studie

Viele Unternehmen nutzen die Verpackung auch zur direkten Kundenansprache. So ist die Platzierung von Social Media Icons oder Apps zum Download keine Seltenheit. Vor allem Newcomer setzen diese Kommunikationsmittel verst├Ąrkt ein. Nicht zu vernachl├Ąssigen, so die Studie, ist dar├╝ber hinaus der Aspekt der Convenience von Verpackungsl├Âsungen. In diesem Bereich gibt es aktuell aber bei vielen Unternehmen noch viel Verbesserungspotenzial.

Nur die H├Ąlfte der Onlineh├Ąndler bieten ├ľffnungshilfen

Die Verpackung selbst sollte f├╝r den Konsumenten einen Mehrwert bieten ÔÇô beispielsweise durch leichtes ├ľffnen, Wiederverschlie├čbarkeit oder m├Âglichst wenig zu entsorgenden Verpackungsm├╝ll. Lediglich 52 Prozent der untersuchten Unternehmen setzen auf perforierte Verpackungen, um dem Kunden das ├ľffnen des Kartons zu erleichtern. Auch der Trend zu mehr Nachhaltigkeit ist bei den E-Commerce-Verpackungen nur bedingt wahrnehmbar.

ÔÇ×Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit sp├Ątestens seit der Fridays for Future-Bewegung wieder mehr Aufmerksamkeit erf├Ąhrt, gibt es in diesem Punkt noch deutlichen Nachholbedarf.Zwar setzen viele Unternehmen bereits auf nachhaltige Verpackungsmaterialien und kommunizieren dies auch deutlich, doch lediglich bei 15 Prozent kann sich der Endkunde bewusst gegen zus├Ątzliches Seidenpapier, Plastik oder f├╝r gebrauchte Kartonage entscheiden.ÔÇť Franziska Kier

Da das Kundenerlebnis nicht mit der Lieferung der Ware aufh├Ârt, sollte es f├╝r Onlineh├Ąndler zudem wichtig sein, m├Âglichst einfache und unkomplizierte Retourenprozesse anzubieten. Dazu z├Ąhlen neben wiederverschlie├čbaren Verpackungen auch die unkomplizierte Bereitstellung der Retouren-Label und kostenlose R├╝cksendem├Âglichkeiten. Hier sind Fashion-Unternehmen die klaren Test-Sieger. Nicht nur, dass fast zwei Drittel der Anbieter das Retouren-Label bereits im Paket bereitstellen, 95 Prozent von ihnen tragen auch die Kosten einer R├╝cksendung.

Beauty-Unternehmen ├╝berzeugen den Kunden dagegen mit Produktproben, die der Kunde h├Ąufig sogar selbstausw├Ąhlen kann. Dazu kommen Value-added Services wie Geschenkverpackungen, die allerdings mit einem h├Âheren Aufwand in der Logistik verbunden und somit nur selten ohne Zusatzkosten erh├Ąltlich sind.

Kreative Verpackungsideen aus aller Welt

In der Studie ÔÇ×Verpackungstrends im OnlinehandelÔÇť hat das eCommerce Competence Center von Arvato Supply Chain Solutions auch kreative Verpackungsideen aus aller Welt sowie die Auswirkungen des Marktplatzgesch├Ąftes auf Verpackungen unter die Lupe genommen. Ein ausf├╝hrliches Rechenbeispiel, welches die Auswirkungen des T├╝tenversands basierend auf dem CO2-Aussto├č vergleicht, beleuchtet zudem das Thema Nachhaltigkeit und zeigt dessen Komplexit├Ąt auf.

Die vollst├Ąndige Studie steht zum Download bereit.

Quelle: Arvato Supply Chain Solutions