Die österreichische Wellpappe-Industrie hat sich 2024 in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld behauptet. Zwar sank der Branchenumsatz um 6,8 Prozent auf 506 Millionen Euro, der mengenmäßige Absatz blieb jedoch mit 720 Millionen Quadratmetern nahezu stabil (–0,7 Prozent). Dies geht aus aktuellen Zahlen des Forum Wellpappe Austria hervor.
Hauptabnehmer der Verpackungen waren weiterhin die Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit einem Anteil von 45 Prozent, gefolgt von Industriezweigen wie Maschinenbau, Möbel, Elektronik und Automotive (23 Prozent). Versandverpackungen machten etwa 9 Prozent des Gesamtvolumens aus.
Kostendruck bremst Wachstum
Die Branche sieht sich mit massivem Kostendruck konfrontiert. „Allein in den letzten drei Jahren stiegen die Lohnkosten um 21 Prozent – ein klarer Standortnachteil gegenüber den Nachbarländern“, erklärt Stephan Kaar, Sprecher des Forums. Hinzu kommen volatile Rohstoffpreise und hohe Energiepreise. Besonders der starke Anstieg der Rohpapierpreise im März 2025 stellt die Unternehmen vor Herausforderungen. Für das laufende Jahr erwartet die Branche eine stabile Entwicklung, ein leichtes Wachstum sei laut Kaar jedoch frühestens 2026 realistisch.
EU-Verpackungsverordnung stärkt Recyclingverpackungen
Mit Inkrafttreten der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) im Februar 2025 rücken recyclingfähige Verpackungslösungen stärker in den Fokus. Ab 2026 gelten verbindliche Recyclingquoten von 70 Prozent. Die Wellpappe-Industrie sieht sich hier gut aufgestellt: „Wellpappe ist vollständig recyclingfähig und wird in Österreich bereits zu über 90 Prozent wiederverwertet – unterstützt durch das effiziente Altpapier-Sammelsystem“, so Kaar. Papierfasern aus Wellpappe könnten bis zu 25-mal wiederverwendet werden. Auch die PPWR-Vorgabe zur Reduktion des Leervolumens bewertet die Branche positiv: Maßgeschneiderte Verpackungslösungen sollen Transporte effizienter und ressourcenschonender machen.
Nachhaltige Verpackungen für den Handel
Der Produktschutz spiele eine entscheidende Rolle bei Lebensmittelverpackungen, um Lebensmittelverschwendung wirksam zu vermeiden. „Verpackungen sollten nicht nur optimalen Schutz bieten, sondern auch leicht recycelbar sein und – wenn möglich – aus nachwachsenden Rohstoffen stammen“, sagt Andreas Streit, Nachhaltigkeitsleiter der REWE Group.
Branche setzt auf Ausbildung und Innovation
Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen bleibe die Wellpappe-Industrie mit rund 1.600 Beschäftigten ein stabiler Arbeitgeber. Besonders positiv hebt das Forum den Anstieg bei den Lehrlingen hervor, insbesondere im Bereich Verpackungstechnik. Mit dem jährlich vergebenen Wellpappe Austria Award würdigt die Branche innovative Verpackungslösungen – mit internationalem Erfolg: Auch 2024 waren nationale Preisträger bei den WorldStar Packaging Awards vertreten.
Quelle: Forum Wellpappe Austria