Die Rückkehr der Getränkedose

(Bild: Daniel Taeger / shutterstock)

Nach der Einführung des Dosenpfands hatten sich viele Hersteller vom Weißblech- oder Aluminiumbehälter verabschiedet. Seit einigen Jahren erfährt die Getränkedose aber ein beachtliches Comeback, so auch bei der Gold Ochsen Brauerei Ulm. Um den gestiegenen Produktionsumfang abzufangen, musste auch bei der Technik kräftig aufgerüstet werden.

Auch in den Jahren, als viele Kollegen die Dosen komplett aus ihrem Sortiment nahmen und die Metallverpackung in Deutschland von über sieben Milliarden verkauften Stück im Jahr zur Jahrtausendwende bis auf unter 100 Millionen zum Jahr 2005 hin sank, blieb sie bei Gold Ochsen im Portfolio.

„Wir hatten sie nie aus dem Sortiment genommen, auch wenn wir teilweise nicht mehr viel verkauften. In letzter Zeit hat die Dose bei uns aber sogar zweistellige Zuwächse, obwohl wir sie nicht explizit bewerben. Da unser alter Füller schon sehr in die Jahre gekommen war, sahen wir uns nach einem neuen um“
Betriebsleiter Stephan Verdi, Gold Ochsen Brauerei Ulm

Angebote holte man sich von allen großen und etablierten Abfüllmaschinenherstellern ein – und entschied sich dann für einen Füller der Peter Markl Brauereimaschinen GmbH in Reichenbach-Kienleiten.

Absatz von Getränkedosen steigt um satte 23 Prozent

Qualität mit langer Lebensdauer

„Mein Ziel ist es immer, meinen Kunden eine erstklassige Qualität für den Leistungsbereich ab 1.000 bis zu 15.000 Flaschen oder Dosen in der Stunde zu liefern: sauerstoffarm abgefüllt, mit minimalem Einsatz von CO2, Energie und Reinigungsmitteln“, erläutert Inhaber Peter Markl. Mit einer sehr hohen Fertigungstiefe konstruieren und bauen er und seine 23 Spezialisten robuste, einfach zu bedienende und sehr gut zugängliche Füllmaschinen, Verschließer sowie Transportanlagen für Glasflaschen, PET-Gebinde und Dosen.

Gebaut werden spezielle und individuelle Anlagen, Einzelmaschinen bis hin zu kleinen Serien mit zehn Stück, für mittelständische Betriebe.

Die verschlossenen Dosen werden gruppiert und anschließend in Trays verpackt.
(Bild: broesele)

Die Maschinen sind im Gegensatz zu den sehr großen Mitbewerbern eben nicht heruntergeregelt, sondern exakt für den mittelständischen Leistungsbereich ausgelegt. Gebaut werden spezielle und individuelle Anlagen sowie Einzelmaschinen bis hin zu kleinen Serien mit zehn Stück. Die Maschinen sind nicht heruntergeregelt, sondern exakt für den Leistungsbereich mittelständischer Betriebe ausgelegt.

Waschen und MHD aufbringen

Bei Gold Ochsen werden die leeren Dosen von der Palette abgehoben und fahren vereinzelt auf einem Transportband zur Abfüllung. Unterwegs werden sie mit Frischwasser ausgespült und dann gewendet. Kopfüber wird auf dem Boden das MHD, das exakt neun Monate nach dem Abfülltag liegt, mit einem Laserdrucker aufgebracht. Zurückgedreht fahren sie, gegen etwaige Verunreinigungen durch ein Edelstahldach geschützt, in den Bavaria-Dosenfüller ein. Dieser hat 30 Füllstellen und eine Leistung von 10.000 Dosen pro Stunde.

Füllen und Verschließen

Jede Dose wird beim Anheben zum Füllventil von oben mit einer Zentrierglocke komplett umschlossen und so spaltfrei abgedichtet. Zuerst wird CO2 eingeblasen und der komplette Behälter durchgespült. Da Markl auf eine Vorevakuierung verzichtet, entfällt auch eine teure und anfällige Vakuumpumpe. Das Bier läuft der Schwerkraft folgend in die Dose ein, ohne aufzuschäumen oder an Kohlensäure zu verlieren. Markl vertraut dabei auf sein seit vielen Jahren bewährtes Langrohr-Gegendruck-Füllprinzip, das Bier fließt also unterschichtend in die Dose und verdrängt nach oben das CO2.

(Bild: broesele)

Vor dem Verschließen ist es wichtig, dass der Kopfraum mit Schaum ausgefüllt ist. Dies geschieht durch einen kleinen Hochdruckspritzer, der Wasser auf die Oberfläche bringt, es folgt ein „Bubble Breaker“, der die größten Blasen mit einer CO2-Dusche zerstört. Schließlich wird der ebenfalls mit CO2 unterspülte Deckel aufgesetzt und die Dose sicher im geblockten Verschließer des Schweizer Spezialisten Ferrum verschlossen.

Reinigung und Prüfung

Dank der ausgeklügelten Spanngasführung mit CO2-Spülung ist der gesamte Kohlensäureverbrauch sehr gering, vor allen Dingen aber die Sauerstoffaufnahme mit 0,01 mg/l minimal. Die Maschine ist für eine hoch effiziente CIP-Reinigung ausgelegt, dazu tragen auch die hygienisch gestalteten, innen polierten Füllventile bei.

Besonders verstärkte und abgedichtete Antriebselemente sowie die Ausführung komplett in Edelstahl zeugen von der auf jahrzehntelange Haltbarkeit ausgerichtete Maschinenkonstruktionen.
Eine Röntgen-Füllstandkontrolle überprüft schließlich, ob jeder Behälter exakt befüllt ist. Nun folgen das Packen zu 24 Stück in Trays, das Schrumpfen in Folie und Palettieren.

„Wir sind mit der Maschine, die nicht viele Knöpfe und Schalter hat und ohne unnötigen Schnickschnack sehr zuverlässig arbeitet, sehr zufrieden.“
Margot Finkler, Leiterin der Abfüllung Gold Ochsen Brauerei, Ulm

Für die Dosenzukunft gerüstet

„Wir haben eine Maschine gesucht, die zu uns passt von der Leistung, die zuverlässig und nicht zu kompliziert ist. Genau das haben wir mit dem Markl Bavaria-Füller gefunden. Vor allem die hervorragenden Sauerstoffwerte beeindrucken mich“, sagt Betriebsleiter Verdi. Noch füllen sie nicht jede Woche Dosen ab, doch der Trend sei sehr positiv, obwohl Gold Ochsen die Dosen mit „Original“ und „Hell“ hochpreisig verkauft und nicht speziell bewirbt.

www.brauereimaschinen-markl.de

 

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