Europäische Tubenindustrie wegen steigender Rohstoffpreise unter Druck

Tubenindustrie Aluminiumverpackungen
(Bild: Shutterstock / Maria Madrinan)

Die europäische Tubenindustrie steht aufgrund der jüngsten Anstiege der Rohstoffpreise und des Mangels an Kunststoffen mächtig unter Druck, meldet jetzt die European Tube Manufacturers Association (Etma).

Die Preise für Aluminium und Kunststoffe sind in den letzten 12 Monaten (April 2020 – April 2021) um fast 60 Prozent für Aluminium und zwischen 75 und 90 Prozent für Kunststoffe wie HDPE, LDPE und PP in die Höhe geschnellt, so die Etma.

Darüber hinaus haben allgemeine Kapazitätskürzungen in der Kunststoff erzeugenden Industrie, die steigende Nachfrage nach Kunststoffen in den sich schnell erholenden chinesischen und US-amerikanischen Volkswirtschaften und zahleiche Force Majeure-Fälle, die von mehreren Kunststoffherstellern in Europa erklärt wurden, bereits zu einem Mangel an Kunststoffen für die Tubenherstellung geführt.

Zudem sind auch aus gebrauchten Verpackungen recycelte Kunststoffmaterialien, die für Lebensmittelanwendungen geeignet sind, Mangelware, so dass es schwierig ist, die wachsenden Kundenanforderungen zu erfüllen.

Tubenindustrie kämpft gegen explodierende Preise

Der Kostendruck in der Branche wurde durch die explodierenden Preise für Karton, Beschichtungen und Transportdienstleistungen weiter angeheizt.

„Der immense Druck kommt gleichzeitig von allen Seiten und bedroht die Bilanzen der europäischen Tubenhersteller erheblich. Diese Entwicklung stellt eine große Herausforderung für unsere Mitglieder dar. Die Verpackungsindustrie hat sich während der Pandemie als systemrelevanter Sektor erwiesen, um die kontinuierliche Versorgung der Verbraucher mit wichtigen Gütern wie Desinfektionsmitteln, Lebensmitteln, Pharmazeutika und Kosmetika sicherzustellen. Jetzt ist es essenziell, dass die reibungslose Warenversorgung in Europa während einer anhaltenden Pandemie nicht gefährdet wird.“ Dr. Fabio Gussoni, etma-Präsident

Abgesehen von diesen beispiellosen Herausforderungen blicken die europäischen Tubenhersteller optimistisch in die Zukunft. Eine Erhöhung der Impfgeschwindigkeit in Europa, effizienteres Testen, gelockerte Mobilitätseinschränkungen und steigende Temperaturen in Richtung Sommer werden höchstwahrscheinlich mehr Freiheit für die Verbraucher ermöglichen und ihr Kaufverhalten positiv beeinflussen.

Dies dürfte auch die Nachfrage in den Schlüsselmärkten der Tubenindustrie beflügeln, die stark unter der Pandemie gelitten haben, wie beispielsweise der Premium-Kosmetikmarkt. Da die Auftragseingänge aus den Bereichen Zahnpasta, Pharma und Lebensmittel im Jahr 2021 vielversprechend sind, erfreut sich die Branche nach wie vor einer volumenmäßig zufriedenstellenden Nachfrage.

Quelle: GDA/etma