Herausforderung Recyclingfähigkeit

Bild von acht Händen, die im Kreis angeordnet sind und verschiedene Verpackungen halten.
(Bild: shutterstock/BEZA Production)

Alternative Verpackungslösungen sind begehrt und bescheren „klassischeren“ Verpackungen aus Kunststoff einen immer schlechteren Ruf – nicht immer zu Recht. Materialien wie vegane Spinnenseide, Schutzverpackungen aus Getreidespelzen oder Silphie bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und scheinen häufig als nachhaltigere Alternativen infrage zu kommen. Aber ist das auch wirklich der Fall? Axel Subklew von der Initiative „Mülltrennung wirkt“ wünscht sich, dass Entwickler schon beim Designprozess einer Verpackung an die Verwertung und Kreislaufführung denken. Denn biobasiert oder nachhaltig bedeutet nicht immer auch gleich recyclingfähig.

Die Nachfrage nach alternativen Verpackungslösungen ist hoch und wird auch durch ein verändertes Bewusstsein aufseiten der Verbraucher bestärkt. Innovationen und Forschung an Materialien sind wichtig, allerdings hört die Nachhaltigkeit in manchen Fällen bei der Entsorgung auf, wenn die Verpackung nicht sortiert und recycelt werden kann. Das sieht auch Axel Subklew. Der Diplom-Kaufmann ist Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“.

“Wichtig wäre am Anfang schon mitzudenken: ‚Was ist die richtige Zuordnung zum Stoffstrom, und wie verhält sich das Material wirklich in den uns zurzeit zur Verfügung stehenden Recyclinglösungen?’ Das Recycling am Ende sollte im Designprozess und bei der Auswahl des Materials direkt mitgedacht und besprochen werden.“

Axel Subklew, Sprecher der Initiative Mülltrennung wirkt”

Bild von einem Mann, der in die Kamera lacht
Axel Subklew bringt Erfahrung in der Abfallwirtschaft und bei den dualen Systemen aus seiner Zeit beim Grünen Punkt und der Reclay Group mit. (Bild: Initiative „Mülltrennung wirkt“/Christian Kruppa)

Die Initiative „Mülltrennung wirkt“ der dualen Systeme möchte auf die Potenziale, die in der richtigen Mülltrennung und dem anschließenden Recycling liegen, aufmerksam machen. Gerade wenn das Aufkommen an Verpackungsabfällen steigt, ist es umso wichtiger, dass diese richtig getrennt und entsorgt werden. Dabei stellt die Initiative jedoch häufig fest, dass besonders Mehrkomponentenverpackungen, die händisch getrennt und in verschiedenen Strömen entsorgt werden müssen, eine Herausforderung für Verbraucher darstellen. Solche Verpackungen können bei der anschließenden Verwertung zum Problem werden.

Nicht alles, was nachhaltig ist, ist auch recyclingfähig

Auch der aktuelle Trend hin zum vermehrten Einsatz faserbasierter Verpackungen führt auf der Seite der Verbraucher zu Schwierigkeiten. Wer sich gegen eine Verpackung aus Kunststoff entschieden hat, steht vor der Frage, in welcher Tonne die alternative Verpackungslösung zu entsorgen ist. Insgesamt fehle es daran, in der Entwicklung der Verpackung die Recyclingfähigkeit konsequent mitzudenken. Nur wenn alternative Verpackungen klar einem bestehenden Stoffstrom zugeordnet werden können, können sie auch recycelt und wiederverwertet werden.

“In unserem Kontext Mülltrennung und Recycling stellen wir die Frage: ‚Ist diese Verpackung recyclingfähig?‘ Aber wir setzen auch schon am Schritt davor an und fragen: ‚Ist sie auch immer korrekt zu einem Stoffstrom zuordenbar?‘ Dafür brauchen wir die Verpackung im richtigen Sammelsystem.“

Axel Subklew

Die Unterscheidung zwischen einer nachhaltigen und recyclingfähigen Verpackung ist komplex. Die dualen Systeme setzen bei der Recyclingfähigkeit von Verpackungen an und werden dabei durch das Verpackungsgesetz und insbesondere den Paragrafen 21 unterstützt. Besonders in der aktuellen Lage und mit einem anhaltenden Mangel an Rohstoffen und bestehenden Lieferengpässen bietet Recycling eine wichtige Möglichkeit, Rohstoffe zu generieren.

“Verpackungen sind immer zu wertvoll, um sie im Restmüll zu verlieren und die Chance auf das Recycling zu verspielen.“

Axel Subklew

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