„Keine nationalen Alleingänge“

Die Verbänden der Lebensmittelkette kritisierten die Eckpunkte zur Novelle des Verpackungsgesetzes. Ein Gespräch mit Karsten Hunger vom IPV.

Es tut sich was – auf europäischer und deutscher Ebene. Während in Brüssel an der geplanten Packaging and Packaging Waste Regulation gefeilt wird, hat das Bundesumweltministerium zuletzt Eckpunkte für eine Novelle des deutschen Verpackungsgesetzes vorgelegt. In den Verbänden der Lebensmittelkette regt sich hierzu allerdings deutliche Kritik. In einer gemeinsamen Stellungnahme sagte Karsten Hunger, Geschäftsführer des Industrieverbands Papier und Folienverpackung (IPV), dass die geplante Novellierung zur „Unzeit“ komme. Im Gespräch mit packaging journal erklärte er, was es jetzt braucht und vor welchen Herausforderungen Unternehmen aktuell stehen.

Karsten Hunger, IPV
(Bild: IPV)

Da soll kurz vor knapp noch eine Novellierung des Verpackungsgesetzes umgesetzt werden. Da sagen viele Mittelständler zu Recht, was soll das? Jetzt ändern wir in Deutschland etwas, was dann in anderthalb Jahren gegebenenfalls wieder zurückgedreht werden muss? Wir fangen an, wieder einen nationalen Alleingang zu machen, wo wir doch alle versuchen, möglichst einen einheitlichen Binnenmarkt in Europa zu schaffen. Es gibt nicht mehr den einen deutschen Markt und den einen französischen Markt und so weiter, viele Firmen haben Anteile im Exportgeschäft. Wenn unterschiedliche Maßnahmen getroffen werden in unterschiedlichen Ländern, dann überfordert das vor allem den Mittelstand irgendwann. Deswegen plädieren wir für ein europäisch einheitliches Vorgehen.

Weitere Meldungen zur EU-Verpackungsverordnung

Anzeige